Silvester in der Rhön

Wenn wir bei unserem ersten Besuch nicht wirklich zufrieden gewesen wären, würden wir nicht eine Empfehlung an Freunde ausgesprochen haben und mit der Schar von Kindern (bestehend aus lauter Enkel) hier den Jahreswechsel verbringen wollen. Es war –wie auch geschrieben- mehr als nur zufrieden stellend.

Mit der Anreise am 30. Dezember hatten wir witterungsbedingt etwas Pech. Es regnete, war kalt, neblig und ungemütlich. Und wieder waren die Hunde dabei. Dieses Mal mit einem weiteren Schlammspringer, einem Labrador. Kein Haar besser, als unsere Beiden. So geriet dann auch die „Beinevertet- und Pinkelpause“ zu einer Offroadexkursion der schlammigen Art.

So weit es möglich war, wurden die drei Vierbeiner grundgereinigt und wieder ins Auto verfrachtet. Weiter ging die Fahrt ins Hotel.

Die Rezeption war keinesfalls überfordert, als wir um ein paar Hilfsmittel zur Reinigung der Hündchen baten. Kübel, gewärmtes Wasser und Tücher waren schnell zur Hand und die Hunde schnell gesäubert.

Das Haus war nahezu ausgebucht. Schon vor Weihnachten liefen besondere Arrangements speziell auch für Reisegruppen. Und von denen waren reichlich gekommen. So war der große Saal auch durchweg von der Rentnerband und dem Krampfaderngeschwader belegt. Die meisten der Rüstigen kommen schon seit vielen Jahren mit ihrem Reiseveranstalter hierher um sich einen schönen Jahresausklang zu gönnen. Die Stimmung bei den Senioren war großartig. Zufriedene Gesichter und reges Gedränge am Buffet. Meine knapp 60 Lenze waren keine Berechtigung auch im Bankettsaal Platz zu nehmen. Dafür hatte man uns mit der Großfamilie und Freunden einen Tisch im „Wintergarten“ zusammengerückt. Prima Position dort. Abseits des ganz großen Trubels, was meinem Tinnitus zu Gute kam. In direkter Linie zu Dessert-Buffet!  Beim späteren Ringelpietz und Bingo und und .. hatten wir uns eher nicht eingeschrieben. (Heizdecken wurden übrigens nicht verkauft.)

Bei unserem ersten Besuch waren wir völlig außerhalb jeder Saison á la Carte verpflegt worden. Bei den silvestrigen Menschenmengen war das absolut unmöglich. Und so gab es zum Frühstück, Mittag- und Abendessen jeweils ein umfangreiches Buffet. Lachs, Eier (gerührt und geschüttelt), Pasteten, Schinken, Käse, Wurst, Marmelade, Müsli, Obst und exotische Früchte – an alles war beim Frühstück gedacht. Die Produkttiefe und auch die Breite des Sortiments waren nicht zu beanstanden. Die Küche sorgte bis 10:00 Uhr ständig für Nachschub an schön dekorierten Platten. Frisch und wohlschmeckend. Für jeden Geschmack war etwas dabei.

Das Gleiche am Abend. Eine kleine Auswahl an Suppen und eine Große an Fleisch, Gemüse, Fisch, Wild, Salate, Kartoffelvariationen + + +. Und Desserts bis zum Abwinken. Man musste mit seinen Kräften wirklich haushalten, sonst wäre die Kaumuskulatur sicher viel zu früh erschlafft. Insofern war der 30. als Anreisetag auch hervorragend gewählt. Mit einem leichten Training konnte begonnen werden.

Am Nachmittag  des 30. 12 trafen auch Tochter, Enkelmacher und die 4 Schrumpfköpfe ein. Beste Laune trotz fast 600 km Anreise. So ließen wir es uns auch nicht nehmen, im Schwimmbad etwas von dieser Stimmung zu verbreiten.Schade, dass man nicht von Beckenrand springen darf. Aber was will man machen, wenn man gerade dann ausrutscht, wenn keiner der übrigen Gäste in der Nähe ist. Platsch!

Und solche Wasserflöhe zählen ja auch nicht.
Eine ganze Stunde konnten wir das ausreichend große Becken mit wohltemperiertem Wasser genießen.

Erst als wir die Treppe wieder hinaufstiegen, holte uns die Schwerkraft mit gefühlten 5 G wieder ein.

Ab in die Heia und erst einmal Kraft für die bevorstehende lange Nacht sammeln. Auch die Vierbeiner mussten ruhen.


Ein Festbuffet war zum Jahreswechsel angekündigt. Und so ließen es sich die Gäste nach dem Einlaß auch nicht nehmen, die Speicherkarten der Digifotos zu strapazieren. Schön, wenn man eine beruhigende Reserve von 16 GB hat. Das geschmackliche Erlebnis stand dem optischen Eindruck in nichts nach. Ich überlasse es der Fantasie des Betrachters den Geschmack virtuell nachzuvollziehen.

und so weiter und so weiter…
Und dann auch noch die mindestens 10-teilige Eisbombe – wirkungsvoll dargebracht durch den Einzug der Akteure aus der Küche.

Nach Essen bis Anschlag musste die Bewegungsfähigkeit wieder hergestellt werden. Dies war -unter Umgehung von Rentnergesang- auf der hauseigenen Kegelbahn geplant. Wir mussten zwar auf das sicher sehr reizvolle Showprogramm verzichten, hatten aber bestimmt nicht weniger Spaß. Und wir waren unter uns. Ein sehr gut gefüllter Kühlschrank sorgte dafür, dass nicht gedürstet werden musste.

Neben einer Erfahrung -eines meiner Enkel- mit zwei Kegelkugeln gab es nur gelegentlich eine Störung im Ablauf, wenn nämlich das nette Frolleinchen sich wieder einmal  Sorgen machte, dass der Kühlschrank doch zu klein gewesen wäre. War es nicht! Der Vorrat hätte sicher für 3 bis 4 Großfamilien zusätzlich gereicht. Kurz bevor das Jahr ablief, kam die Gute nochmals und brachte die Brause, damit wir auch auf das neue Jahr aufstoßen konnten.

Prosit Neujahr! Schmatz hier, schmatz da.

Und nun nix wir rauf  in die Zimmer, von wo aus wir einen guten Blick auf das Höhenfeuerwerk haben sollen, wie ich mir ausrechnete. So war es denn auch. Fast auf „Augenhöhe“ gingen die mittleren Raketen vor uns mit ihren bunten, goldenen oder silbernen Sternen wieder zu Boden.

Nur für die ganz dicken Brummer mussten wir die Köpfe heben. (Wir haben sehr oft nach oben schauen müssen, wollten wir nichts verpassen).
Ein wirklich grandioses Spektakel wurde da abgebrannt. Bei den Böllern allerdings waren wir doch etwas zu nah am Geschehen. Schlammspringerin Sally machte sich die Unachtsamkeit von Enkel Nummer 1 zu Nutze und düste ab. Quer durch das Hotel. Richtung Ausgang. Sie verpasste jedoch offenbar ein halbes Stockwerk und gelangte so in den Keller, wo sie von der Chefin wieder eingefangen und beruhigt werden konnte. Ich war in dieser Zeit nicht abkömmlich. Wer sollte denn die 250 Fotos vom Feuerwerk sonst machen?
Schlußakkord und gut war´s .

Wieder zurück zur Kegelbahn,wo die Restarbeit noch auf uns wartete. Auf dem Weg dahin muß man zwingend über Teppichböden verschiedenster Couleur und Musterung. Am meisten hat mir allerdings der rote mit dem gelben Strichen direkt im Flur zur und auch auf der Kegelbahn zu schaffen gemacht. Ich habe versucht den streng geometrischen, geraden Linien zu folgen. Ein Mißerfolg. Das muß dann doch am Inhalt des Kühlschrankes gelegen haben.

Das war jetzt aber geflunkert. Ich kann es abkürzen: der Kühlschrank wurde nicht leer. Nicht einmal annähernd.
Kompliment an Enkel # 1 bis 4: stramme Leistung! Anreise, Schwimmen, Kegeln, Feuerwerk, Kegeln und erst weit im neuen Jahr ins Bett. Reife Leistung.

Der 01.01.2010 stand nach dem Frühstück ( mit Rollmöpsen und mineralstoffreichen Leckerchen ) ganz im Zeichen der Körperertüchtigung. Der Wettergott hatte ja schon am Silvesterabend noch ein Einsehen und schickte statt des Regens dann endlich Schnee. Die Hunde fanden das gaanz toll und tobten wie die Irren durch die gefrorene Landschaft.

Wir schlichen hinterdrein und genossen die frische Luft.

Einen sehr, sehr gelungenen Jahreswechsel läßt man frühestens erst einen Tag nach Neujahr bedächtig ausklingen. Abreise also am 2. Januar. Natürlich nach einem opulenten Frühstück.

Das Arrangement bekommt die Höchstnote für gelungene Events.
Bleibt bei der Manöverkritik noch ein Hinweis für den Geschäftsführer. In diesem Jahr möchten wir gerne wiederkommen. Allerdings möchte ich mein „altes“ Zimmer wieder haben. Das Bad war dort erheblich größer und das WC hing auch gerade an der Wand. Eine schräg montierte Toilette fordert den Gleichgewichtssinn speziell an einem 1. Januar doch besonders heraus. Ferner verzichte ich nur ungern auf die gelegentlichen Versuche meiner Frau, mir die Decke aus dem Doppelbett zu stibitzen. Bei getrennten Ruhestätten war das völlig ausgeschlossen. Entsetzlich diese ungestörte Ruhe.

Wir bedanken uns für einen gelungenen Jahreswechsel und wünschen ein frohes, gesundes und erfolgreiches