Jura

Vor eineinhalb Millionen Jahren erschien der Mensch auf der Erde. Seine Wurzeln sind noch erheblich älter und reichen in das Tertiär-Zeitalter hinein.

Eine Zeitspanne, wie ein Wimpernschlag in der 4,5 Milliarden-Jahre-Geschichte unseres Planeten.

Ein Ausflug in den Keller ist für mich immer auch ein Stück Erdgeschichte. Treppenabgang und Kellerflur sind mit Jura-Platten verkleidet. Ich befinde mich also im Jura – rund 150 bis 200 Millionen Jahre vor unserer Zeit.


Viele Versteinerungen in den Fliesen legen Zeugnis über dieses Erdzeitalter ab.

In der Hauptsache wohl alles Meeresbewohner. Unzählige Ammoniten und Schnecken oder ähnliches Getier ist neben der damaligen Flora dauerhaft im Stein gefangen.

Beim Abbau der Jura-Gesteine läßt sich bei den riesigen Blöcken und Felsen nie vorhersagen, was die weitere Bearbeitung wieder ans Licht der Neuzeit bringen wird. Selbst nach dem Gasttern, Schneiden, Längen, Schleifen ist für das ungeübte Auge noch nichts Nennenswertes zu erkennen.  Beim Finish = Feinschliff und Politur erst kommt die Überraschung aus der Wundertüte.

Warum ich das erzähle? Weil die Geschichte neu geschrieben werden muß! Auf einer der Platten in meinem Keller befindet sich der Beweis!

Ein Homo-Uffnikus hat sich hier schon vor 150 Mio  Jahren mit Fußabdruck verewigt. Die Wissenschaft wird umdenken müssen. Meine direkten Vorfahren hatten also noch mit den allerersten Vögeln und später dann mit den Sauriern zu tun. Kein Wunder also , daß die Dinos ausgestorben sind.

Oktoberfest 2011

*Mit offenen Armen*


wird man begrüßt, schreitet man durch durch diesen
prachtvollen Eingang auf die Wiesn.

Besser konnte es gar nicht laufen. Auftrag am Mittwoch in München. Kunde residiert gerade einmal 150 Meter vom Bavaria-Ring entfernt. Schon kurz nach 12:00 Uhr war der offizielle Teil meiner Reise schon erledigt. Ein breites Grinsen war dem Wetter geschuldet, das mit weiß-blauem Himmel zu überzeugen verstand. Noch 50 Meter und ich war auf dem größten Volksfest, das diese Welt zu bieten hat. High-Noon ist offizielle tägliche Eröffnung. Der „Seiteneingang“ war noch nicht so stark frequentiert, was einem Neuling die Übersicht erst einmal ungeheuer erleichtert.
Vor der Ruhmeshalle winkt die Bavaria mit ihrem Kränzchen gönnerhaft zu mir herüber. Ich winke zurück – und erhalte Echos aus den Reihen der Besucher. Jo_mei, die san hier alle gut drauf!

Die ersten Karussells verdienten diese Bezeichnung offenbar auch noch.

Die Fahrten um diese Zeit waren noch etwas schwach besetzt.

Aber bei den meisten Fahrgeschäften gilt aber doch höher, schneller, aufregender, lauter, bunter, skurriler als im der letzten Saison. So übertreffen sich die Schausteller mit Superlativen – und das nicht nur was die Namen der Riesenmixer angeht. Aber das Oktoberfest ist auch ein bisschen Schaulaufen.

Da werden die neuesten Trachtenmoden ausgeführt. Trendsetter sind unterwegs.

Es war Mittwoch und gerade einmal 13 Uhr. Die Wege füllten sich sehr schnell.

Die Sexspänner <img src=“

und die Sechsspänner präsentierten sich in absoluter Höchstform. Sie mussten ihre ruhigen Unterkünfte verlassen und sich sich volksnah präsentieren. Die Streicheleinheiten wurden auch dankbar entgegengenommen.

Alle großen Brauereien waren mit ihren prachtvoll geschmückten Prunkstücken vertreten. Die aufwändigen Geschirre (auch die der Pferde) spiegelten sich in der Sonne.

Überhaupt waren Mensch und Tier in ihrer Eitelkeit harte Konkureten im Wettbewerb ums beste Aussehen.  Bei neutraler Betrachtung fehlten aber doch manchmal die Häkeldecken mit angeformten Ohrschützern bei den Teilnehmern.

Die Zeit vergeht schnell auf dem Oktoberfest. Die harten Jungs

erinnern mich an den eigenen Hunger.  Um nicht mit den Traditionen zu brechen, geht´s zur Nahrungsaufnahme ins Bierzelt



Feste und flüssige Nahrung sah der Diätplan für Mittwoch vor.

Für Abwechslung und Unterhaltung war gesorgt.



Nur die knappe Zeit nicht verbumnmeln. Es gab ja noch unendlich viel zu sehen.

Viel zu schnell ging der Nachmittag vorbei. Bis nach Hause sind es noch gut vier Stunden.

So nehme ich den Abschiedsgruß als Ansporn, nächstes Jahr wieder -mit deutlich mehr Zeit im Gepäck- hier wieder vorstellig zu werden. Eine Spaßfabrik, wie ich sie mir kaum vorstellen konnte. Der Faszination kann sich so schnell kein Besucher entziehen. Die Gute-Laune-Produktion läuft noch bis zum 3. Oktober! Viel Spaß all denen, die ihren Besuch noch vor sich haben.

Das Fürstenlager

Doch nur eine Stippvisite.

Es ist der Park, den ich in den ersten Tagen des September besuchen wollte – nicht das Hotel oder Restaurant.

Weil mir irgend so ein Nörv vor kurzem einen Kommentar zu einem meiner Beiträge verpasste: „Wen interessiert denn Deine Anreise, und was Du alles sonst noch so ….. wichtig ist: hat es geschmeckt oder nicht!“ fasse ich mich auch besonders kurz. Auf keinen Falle werde ich verraten, daß es nach den meteorologischen Regeln schon der erste Herbsttag war, an dem ich zu einen kleinen Spritztour mit dem Motorrad aufgebrochen bin. Der Bergstraße entlang führt mich der Weg nach Süden. In Bensheim-Auerbach lockte mich wieder einmal die Ruine des Schlosses die Anhöhe hinauf. Ich werde mit keinem Wort erwähnen, daß ich die Zeit dort oben doch etwas verbummelt habe. So war der Nachmittag auch schon reichlich angebrochen, als ich mich an den „Abstieg“ machte. Auf abenteuerlichem, schmalen und steilen Weg geht es hinunter nach Auerbach, wo man schnell auf die Hinweise zum Fürstenlager trifft und ich folgte dem Wegweiser für den Parkplatz. Magere 50 oder 60 Stellplätze stehen hier zur Verfügung. Und für einen Wochentag außerhalb der Ferienzeit war dieser zudem völlig ausgelastet. Nur das für Mopeds reservierte Feld war frei. Mehr braucht es nicht. Helm ab, Jacke aus, Kamera auspacken und los ging´s. Ich wählte die steilen Treppen, die direkt vom Parkplatz aus zum Bergfriedhof führten.

Schon etwa auf halber Höhe lugt eine Kirche aus den Bäumen hervor. Sie stand heute nicht auf dem Programm. Es scheint dort auch einen „Malerwinkel“ zu geben. Der Sache bin ich allerdings nicht weiter nachgegangen.

Oben angekommen durfte ich feststellen, daß sich direkt am Friedhof etliche freie Parkplätze befanden.

Sogar der öffentliche Nahverkehr verkehrt hier. Das wäre bei den sommerlichen Temperaturen sicher der eindeutig bequemere und weniger schweiß-treibende Weg gewesen.

Durch diese hohle Gasse mußt´ich gehen. Vorbei an vielen Metern mit Wespen-Löchern.   Ein reges Treiben herrschte hier vor den Ein- bzw. Ausgängen. Hunderte, ach was sage ich, tausende der emsigen Flieger düsten hier wild durcheinander.

Ohne Karte, nur mit Hilfe der bei Seefahrer und in der fliegenden Zunft so verbreiteten Navigation nach dem Stand der Gestirne, ging es Richtung Park. Diesem näherte ich mich auf eher inoffiziellen Wegen. Zunächst war auch nur eine große Herde Schafe auszumachen.

Der zugehörige Hund hatte gerade Pause. Die gut 200 vierbeinigen Rasenmäher hatten ohnehin keine große Chance das Gelände zu verlassen. Auf der einen Seite ein Teich und ein kleines Flüsschen – auf der anderen Seite ein Uffnik. Die tibetanischen Bergziegen waren sicher eine Inspiration für alle musisch Begabte.  Läßt auch etwas Platz für Spekulationen.

Nur ein kleines Stück weiter wurde gerade zwei Lämmer in einen Transporter Verfrachtet. Das Muttertier wich den Neugeborenen nicht von der Seite und durfte schließlich auch einsteigen. Wie zu erfahren war, hatten die Lämmer erst vor wenigen Stunden das Licht dieser Welt erblickt. Und nein… es ging ihnen gut.

„Hinnerum, wie die Fraa vun Bensem“ näherte ich mich dem offiziellen Teil des staatlichen Parks, in dem es sich auch heiraten läßt!

Sommerliche Temperaturen und spät-sommerliche Atmosphäre verbreitere sich im engen Tal. 

Durch die langen Schatten der Nachmittagssonne wurde aber zweifelsfrei der Herbst angekündigt. Der Park macht auch in den Tagen nach den heftigen Unwettern einen sehr gepflegten Eindruck.

Die besonderen klimatischen Bedingungen an der Bergstraße müssen hier, glaube ich, nicht besonders erläutert werden. Es gedeihen hier selbst empfindliche Exoten neben robusten einheimischen Gewächsen. Genau diese Vielfalt und Abwechslung sorgen für eine ungeheure Spannung beim Besucher.

Die rund 36 ha Grundfläche würde ich an diesem Tag nicht im Ansatz einmal überschauen können. Zu weitläufig, zu viel Ablenkung, zu viel Sehenswertes am Wegesrand. Die Besonderheiten und Anlaufpunkte, die man unter keinen Umständen versäumen sollte, sind gut ausgeschildert.

Damit nun niemand einen Krampf in den „Scrollfinger“ bekommt, stelle ich zum Schluß noch eine Diaschau mit allen Fotos ein. Ich liebe Bäume. Gerne auch alte Bäume. Und/oder Exoten. Und davon gibt es im Fürstenlager gerade einmal genug. Eigentlich wußte ich gar nicht, wohin ich die Kamera zuerst ausrichten sollte. Wer es grün mag, ist hier exakt im El Dorado angekommen. Viel Zeit, um alles in sich aufzunehmen, braucht man. Das ist eigentlich schon die Quintessenz meines ganzen Beitrages.

Aber auch historische Gebäude gibt es zu bestaunen. Mit enormen Mitteln, vorwiegend vom Land Hessen, wurde und wird hier ein Park erhalten, der in der Gesamtheit zu den bekanntesten Deutschen Parks und Anlagen zählt. Zu Recht.

Wie so oft, ist die Zeit wieder einmal viel zu schnell vergangen. Die Sonnenstrahlen gelangen nun nicht mehr bis ins Tal. So begebe ich mich noch einmal in Richtung der „neun Aussichten“. Ein schönerer Rundblick bis in die Rheinebene wird allerdings eher am Vormittag möglich sein, als jetzt, gegen die Sonne.

Es wurde diesig und Zeit zurück zu gehen. Die steinigen -zm Teil auch steilen- Wege sind durch die Regenfälle doch etwas ausgewaschen. Mit Motorrad-Stiefeln war das kein wirklicher Genuß.

Aber geschafft! Über die breite (offizielle) Zufahrt geht es, vorbei an einem kleinen Teich

mit romantischer Brücke, wieder zurück nach Auerbach und zum Parkplatz. Gepflegte Fachwerkhäuser, wie sie an der Bergstraße zahlreich noch anzutreffen sind, säumen auch hier teilweise den kurzen Weg. Wieder einmal folgt die späte Einsicht, daß Parkbesichtigungen möglichst nur mit bequemen Schuhwerk und ausreichend Zeit im Gepäck durchgeführt werden sollten.

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