Jeck ist out

Das neue Label = Sally Dogskin.

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Die Schäbbe sinn all ned grad

hier noch schnell die Übersetzung : Die Schiefen sind alle nicht gerade!

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…. und dieses Ungeheuer begenete uns noch auch Heimweg> > >

Schließlich haben wir das Jahr des Drachen!

Der Winter findet heute statt (bis 12:16 Uhr)

So ausgeprägt muß man sich die Wintersaison 2011/2012 in Dreieich vorstellen. Zugegeben, es gab auch schon etwas Schnee – aber nicht heute und ausserdem waren wir gerade nicht da.

(das hielt nur 3 Sekunden)

Und dann war das Wetterchaos auch schon vorbei.

Teil II einer traurigen Geschichte (Aus dem Tagebuch von Sally und Alice)

Nun ist es soweit: Hundesteuer soll die Finanzen retten.

Dreieich ist pleite. Wie bei vielen andere Städte und Gemeinden auch, frisst der Schuldendienst die Pfründe auf. Misswirtschaft und Fehlplanung sind daran schuld. Nicht nur  die Vergangenheit ist daran schuld, aber sie holt uns schneller ein, als damit zu rechnen gewesen wäre. Tolle Geniestreiche gäbe es da zu berichten. Aber die Aufzählung der Unfähigkeiten und Untaten hilft nicht einmal bei der Frustbewältigung. Das Tafelsilber wurde veräußert. Alles von Wert wurde veräußert. Sogar das Rathaus hamm se verkümmelt. Das wäre ja noch ein Hoffnungsschimmer, wenn „die“ sich einfach auch damit aufgelöst hätten. Aber nein, da mußte ein protziger Neubau her, der nun jährlich mehr MIETE kostet, als die Gesamtsumme aller Renovierungen des altehrwürdigen Rathauses gekostet hätte!

Da es einigen Politikern dann doch zu heikel wurde, schaltete man eine renommierte Beraterfirma ein, die für eine riesige Stange Euros den guten Rat erteilte…… zu sparen. Eine bemerkenswerte Erkenntnis, wie wir mit unserem Hundeverstand erkennen konnten. Vielleicht hätte man sich die Beratung sparen sollen? Sensationell auch der Vorschlag, dass weiteres städtisches Eigentum veräußert werden soll. Das Freibad würde sich hier anbieten. Es sei zwar erst 2010 für zig Millionen saniert worden, aber die laufenden Kosten für den Bademeister und das Kassenhäuschen könnte man dadurch einsparen. Bauplätze könnten aus der riesengroßen Liege- und Spielwiese werden. Der Erlös reicht sicher aus, die Becken, die Wassseraufbereitung und sonstige Baulichkeiten „zurückzubauen“, wie es immer so schön heißt. Beim Sparen sollte einem nichts zu teuer sein. Aber auch Nichtschwimmer würden beteiligt werden. Zum Beispiel junge Eltern, die ihre Plagen im Kindergarten abliefern. Die Gebühr soll drastisch angehoben werden und dafür wird dann Personal abgebaut. Das wäre dann auch schon die dritte Säule bei den sauteuren Erkenntnissen: Erhöhungen. Steuerhöhungen, Gebührenerhöhungen, Erhöhungserhöhungen, Gehaltserhöhungen,  Bonuserhöhungen  – halt die nicht, das waren die Bänker.   Tja, weniger ist manchmal mehr.  Aber das versteht ein dummer Hund ja doch nicht.

Die schwerwiegendste Position aber tangiert uns und unsere Artgenossen doch sehr: die Hundesteuer  soll verdoppelt werden. Ich glaube wir wandern besser aus! Da braucht auch ein Hund doch erstmal frische Luft um über solche Vorschläge nachdenken zu können. Wir hamm unser Chefchen zwecks Frustabbau zum Spaziergang eingeladen.

Eine Weile auf der Wiese herumdüsen hilft den Streß zu reduzieren, den die Holzköppe im Rathaus für unser einen so parat haben. Fluchtreflex heißt man das. Wenn Hund dann wieder etwas ruhiger wird, kann man durchaus auch schon mal die pseudo-winterliche-Natur genießen. Wir hatten Glück und gerade eine längere Regenpause erwischt.

Und so rannten wir über Feld und Wiese, soweit es die alten Knochen noch zuliesen. Sally ist, nach Menschenalter gerechnet, ja nun auch schon über 75 !

Aber dafür benimmt sie sich immer noch reichlich albern. Ab und zu. Wind und Wetter machen einem echten Goldi ja nun mal gar nix aus. Da geht es immer richtig zur Sache.

Auf unserem Weg trafen wir noch mehr gefrustete Mitbürger. Ob für die auch alle eine Steuererhöhung ansteht?

Wie üblich lief Sally voraus. und bremste urplötzlich –  wie zur Salzsäule erstarrt. Aber nur um im nächsten Augenblick mindestens 50 Jahre einfach abzustreifen und hinter sich zu lassen. Sie hatte ihr El Dorado entdeckt.

Vergessen waren Streß, Frust und Wut. Sie hatte entdeckt, wofür die Stadt-Oberen das ganze Geld gebrauchen. Für sie wurde ein riesiges Plantschbecken eingerichtet, was auch bei den schwül-warmen Temperaturen  um gefühlte Null Grad noch ausreichend Erfrischung versprach.

Sie stimmte der Steuermodifikation uneingeschränkt zu. Da hatten die Schlauberger doch wirklich mal eine gute Idee. Schade nur, daß Chefchen nicht auch ein bisschen reinkommen wollte. Der ging eher trockenen Fußes auf seinem Rundweg weiter . Wir wandten uns wieder Richtung Auto. Morgen abba wieder hier- ist das klar?

Kurz bevor wir den Parkplatz erreichten, holte uns doch die Realität wieder ein. Ein riesiger Haufen Pferdekacke ließ uns beide grübeln. 50 Meter Mist.Von der Menge her dürfte der aus dem Rathaus stammen!?

Wofür wird denn Hundesteuer nun eigentlich wirklich verwendet? Die paar Plastiktüten kann ich aus meiner persönlichen Portokasse kaufen. Pro 1400 Hunde gibt es, wenn ich nicht irre,  eine Dog-Station. Das kann die Kosten ja wohl nicht ausmachen. ‚Und warum gibt es keine Pferdesteuer?????????? Das kapiert ein dummer Hund ja doch nicht.

Teil I einer traurigen Geschichte – Das alte Rathaus in (Dreieich) Sprendlingen

„So schläächt wie dem Datz sein Mobbes“

-oder das versilberte Rathaus

Und wieder melden sich heute – außerhalb der Gassipfade – Sally und Alice zu Wort.

Dreieich ist eine Kunstgemeinde und besteht aus 5 Stadtteilen. Der einwohnerstärkste und größte Stadteil ist Sprendlingen. In der Historie war Sprendlingen bekannt als das Dorf der Maurer und Pflasterer.

Also lange bevor Sprendlingen Stadt und schließlich daraus Dreieich wurde. Da war die Welt auch noch in Ordnung. Derbe Späße waren an der Tagesordnung und man erzählt sich Geschichten, die heute unvorstellbar wären. Eine Stadt, die nicht verschuldet ist. Wau, wo gibt´s denn so was? Wo noch jeder den anderen achtete und auch auf ihn achtete.
Der „Pfläster“ Karl M. hatte extrem große Füße. Man sagte ihm nach, seine Schuhe hätten die Größe eine Nummer keiner, als ein „Maabootsche“ (Das sind die kleinen Ruderboote, die man sich in Frankfurt am Mainufer für eine Kahnpartie ausleihen konnte.) Dieser Karl hatte in Frankfurt zu tun und stolzierte über die Einkaufsmeile, die Zeil. Schaufensterbummel. Abgelenkt und geblendet vom großstädtischen Warenangebot achtete er wenig auf seine Umgebung. Und da passierte es. Er trat mit seinen „Maabootschen“ den Schoßhund einer vornehmen Dame platt. Aus die Maus. Zu seiner Entschuldigung sagte der baumlange Handwerker bei der Polizei aus: „Isch honn awwer aach gedenkt, was träät ich ja so mell!“
Da nicht im Entferntesten zu erwarten ist, daß heute noch jemand in der Lage ist, dies zu verstehen, hier gleich die Übersetzung :
„Ich habe mir auch gedacht, als es passiert war, ich trete ja so weich!“
Ja, so waren die Sprennlenger in der guten alten Zeit.
Und diesem Menschenschlag wurde vor wenigen Jahren sogar ein Denkmal gesetzt.

Das steht nun direkt neben dem ehemaligen Rathaus (Dazu später mehr)

Gleich nebenan sitzt ein kleiner Hund, der die Tagesverpflegung für den Plästerer bewacht. Er wollte uns nichts abgeben. Auch sonst ist es ein sehr sturer Kerl. Ich glaube, der hat sich nicht einmal bewegt.
Das muß der Mobbes sein, von dem hier die Alten oft reden.

Wer aber ist ( oder besser war ) denn der Mobbes:

Das ist also geklärt! Mobbes war ein echtes Dreibein. Der freche Spruch, der von ihm abgeleitet wurde: „So schläacht, wie dem Datz sein Mobbes“, der paßt aber auch noch sehr gut in die heutige Zeit. Meint der Spruch doch die Besserwisser, die vermeintlich Superschlauen.

Was sich die Bürger vergangener Zeiten erschufen, hatte leider in der neuen Zeit keinen Bestand mehr und wurde verzockt. Die „Schläächten“ saßen im wunderschönen Rathaus

und überlegten, wie sie die Stadt herunterwirtschaften könnten.

Einige großartige Ideen wurden umgesetzt. So auch – wahrscheinlich im Zeichen der Globalisierung, aber deutlich vor der Bankenkrise- mußte ein neues Rathaus her, weil das alte ja alt war. Und außerdem mußten mehr Verwalter verwalten, was mit weniger Verwalter gar nicht erforderlich gewesen wäre. Man brauchte also mehr Platz. Um ein neues Rathaus zu finanzieren, wurde das alte verkauft! Wau. Da wurden die so genannten Rückbauten vorgenommen. Aus den Anbauten der Verwaltung

wurden Wohnungen, Praxen und Büros (natürlich unvermietet). Die Freifläche nutzt ein benachbartes Geschäft als eine Art Straßencafe.


Das Geld reichte aber nicht vorne und keines Falls für hinten. Also hat man neben dem Tafelsilber auch den Goldschmuck verkümmelt. Das Geld reichte halt immer noch nicht. So kam man auf die glorreiche Idee, ein Wahnsinnsgebäude erstellen zu lassen und es zu mieten. Na ja, vielleicht reichte das Tafelsilber und das Gold für die erste Jahresmiete.? Jetzt haben also alle ein schönes Büro und wir die Schulden. Bin gespannt, wann die unsere Hundesteuer erhöhen.
Da die Räumlichkeiten natürlich nicht ausreichten, waren einige Abteilungen ausgelagert worden – oder gleich geblieben wo sie waren.
http://www.qype.com/review/814343

Wauhuuu.
Vielleicht war ja auch nur die Abfindung für die Stadträtin daran schuld.
Wer alles das so angestellt hat? Wir wissen nur wer es nicht war: dem Datz sein Mobbes.

Dieser Beitrag steht seit 27 Juni 2009 bei Qype