Brown Beauty

Deutlich mehr als 1.000.000.000

Mit großen Zahlen sollten Banker ja umgehen können. Ein Gefühl dafür scheint aber abhanden gekommen zu sein. Von 600 Mio wurde die Bausumme für die neue EZB- Zentrale in Frankfurt, anläßlich des ,diese Woche gefeierten Richtfestes, mal ganz locker auf deutlich über Tausend Millionen geschätzt. Bei den geladenen Gästen war keine Reaktion festzustellen.

Es ist ja schließlich nicht deren Geld, was hier so prunkvoll verprasst werden wird. Und wir sind ja schließlich auch noch nicht fertig. Je heftiger die Euro-Krise, desto höher die Baukosten. Vielleicht liegt es daran, daß die stetig wachsenden Forderungen gegen verschiedene Euro-Staaten und demnächst wohl auch noch die wieder einmal mitleidenden Banken besonders stilvoll verwaltet werden müssen.

Mit Folgen für Frankfurts Ostend. Es sind u.a. für diesen Bau (hier sieht man ja nur den himmelsstürmenden Teil) auch die ehemlaigen Markthallen ausgekernt worden. Auch die sind dann Teil der neuen EZB. Es wird wohl ein neues Wahrzeichen für Frankfurt hinzukommen oder vielleicht sogar die seitherigen vergessen machen. Die Bevölkerung hat schon seit geraumer Zeit Verstehensprobleme. Die Mieten kennen nur noch einen Weg;: sehr steil nach oben. Es wird aus dem bürgerlichen Ostend, wo seither Tagelöhner und Illegale vor den Markthallen auf Jobs warteten, wohl eher ein Nobelviertel werden. Und das Kopfsteinpflaster passt natürlich dann auch nicht mehr so recht in das neue prunkvolle Bild. Sicher wird es einen Flüsterasphalt geben, daß die Denker im Palast nur nicht gestört werden.

Von meinen Gassipfaden in Dreieich aus gesehen, ist es das derzeit dominanteste Gebäude im Dunst der Banken-Metropole in ca. 15 km.  So entfernt und abgehoben,  wie meine Position zum Gebäude bei diesem Foto , ist gefühlsmäßig auch der obersten Währungshüter von der Meinung des gemeinen Fußvolkes.

Der Sockenbeerbusch

Irgendwie bin ich doch ein Glückspilz. Die Wissenschaftler werden mir sicher bald die Füße küssen.
Heute, genau heute habe ich ihn enddeckt. Den lange gesuchten, oft geschmähmten, verlachten, totgesagten, äußerst seltenen,
S O C K E N B E E R B U S C H

Sensationell auch die verschiedenen Stadien auf einem einzigen Foto. Vor der Verpuppung sind die Beeren noch völlig harmlos. Wenn sie allerdings erst einmal ihr endgültiges Reifestadium erreicht haben…. ist allergrößte Vorsicht geboten. Die verschlingen ganze Körperteile. Fangen meist an den Fußzehen an und arbeiten sich recht schnell in Richtung Schritt. Im Gegensatz zum Knallerbsenstrauch fristet der Sockenbeerbusch sein Dasein aber im Verborgenen, zudem noch gut getarnt.
Die Frucht kennt nur einen natürlichen Feind. Die Waschmaschine. Dort sind viele schon auf nimmer wiedersehen einfach so verschollen.