Die neue Alte

Frankfurt hat sich etwas gegönnt. Eine Altstadt. Eine neue Altstadt.

Schon unter OB Petra Roth wurde die Idee konkretisiert. Und der nachfolgende OB Feldmann kam mit etwas Verzögerung dann auch auf den Geschmack. 200 Millionen hat man offiziellen Darstellungen zufolge in das Projekt gesteckt. Und obendrauf eine Party für 1,5 Mio €uro.

Nach den Feierlichkeiten rund um die feierliche Einweihung besuchten wir die neue Mitte Frankfurt´s. Das Ergebnis nehme ich schon mal vorweg. Es hat sich gelohnt! Trotz der üblichen Kostenüberziehung, und heftigen Diskussionen u.a. um den Abriss des „technischen Rathauses“ lassen sich durchweg zufriedene Besucher und Bewohner testieren. Am Tage nach der deutschen Einheit waren alle gut drauf. Auch die unvermeidlichen Pantomimen, eine Abordnung der Don-Kosaken und wer da auch immer noch um Aufmerksamkeit buhlte.

Die Bauzäune verschwanden mit einiger Verzögerung im Laufe des Jahres und gaben denjenigen schon mal einen Blick frei, die es gar nicht mehr erwarten konnten. Kommentare, wie Legoland für Erwachsene waren verstummt. Zumindest bei unserem Besuch. Statt dessen waren alle von der Vielfalt der mittelalterlichen Replikate angetan. Vereinen Sie doch einige der Zerstörung des Krieges entgangenen Original-Zierteile, traditionelle Handwerkskunst und innovative Fertigungsmethoden.

Der Einstieg natürlich über die „Gut Stubb“, den Römerberg.

Es war beim besten Willen nicht möglich Fotos aufzunehmen, ohne fremde Personen mit auf das Bild zu bannen.

Die für Altstadt-Verhältnisse sehr großzügig bemessenen Straßen sind nicht nur für die Touristen-Flut geplant, sondern vielmehr der Sicherheit geschuldet. Enge, kuschelige Gässchen wären zwar stilecht, aber so geht´s auch.

Und hier trafen wir auf eine Abordnung der Feuerwehr. Holztreppen, Balustraden, Geländer, Dächer ….. alles aus Holz. Und das im „Hinterhaus“ sind schon eine Herausforderung für den Brandschutz.

Dieses, auf der Rückseite verspiegelte Portal fand sofort mein Interesse.

So mancher Fertigstellungstermin des Innenausbaus der schmucken Häuser hatte es nicht bis zur offiziellen Einweihungsfeier geschafft. In ein paar Monaten denkt wohl sicher niemand mehr daran.

„Hier“, so erklärte ein alter Herr seinen Besuchern, „genau an dieser Anschrift wohnte schon meine Großmutter“ ! Ein echter Frankorder!

Und hier gibt es die neue Altstadt im Miniatur-Format zum Mitnehmen.

Lebende Statuen vergaß ich zu erwähnen. Die fehlten natürlich nicht.

Und hier am Römerberg endet unser Rundgang auch wieder. Schee war´s. Ich wünsche der neuen Mitte, dass sie möglichst lange Zeit überdauern möge. Ohne Zerstörung, Chaos, Schmierereien. Patina sollte ausschließlich dem Alter geschuldet sein. (ach ja…. und lasst die Hunde nicht gegen den jungfräulichen Sandstein pinkeln, das gibt dauerhafte Flecken, wie man sich schon jetzt überzeugen kann.)