Koexistenz

Gelegentlich erhalten meine Kollegen und ich den Vorwurf zu hören, wir würden die Natur mit unseren Modellen stören. Eine Zeit lang bestand sogar ein absolutes Überflugverbot eines angrenzenden Naturschutzgebietes. Zumindest war als solches ausgewiesen. Es standen sogar 2 Schilder planlos herum, die darauf aufmerksam machen sollten, dass hier reiten, campen, lagern, grillen, joggen und und und verboten seien. Es ist jetzt die Zeit, da Rehe ihren Nachwuchs gerne am Waldrand in den angrenzenden Wiesen oder auch etwas weiter entfernt, nämlich mitten in der Wiese, ablegen. Völlig unsichtbar bleiben die Kitze regungslos liegen, selbst wenn man sich auf nur einen Schritt nähert. Es ist auch die Zeit, da unsere Landwirte den ersten Grasschnitt der Wiesen vornehmen.

Deutlich zusehen, wo die überdimensionierten Mähmaschinen bereits zugeschlagen haben.

Auf den frisch gemähten Wiesen lässt sich gelegentlich auch ein rot-brauner-Fleck entdecken. Zu spät für irgend eine Hilfe. Nachdem nun auch auf der kurz geschorenen Wiese, entgegen alles Verbote, sogar Reiter im gestreckten Galopp unterwegs sind, darf sicher auch ein nahezu unhörbares Segelflugzeug wieder über dem Schutzgebiet kreisen.

Es geht auch mit der Natur. Eine Art Symbiose mit Raubvögeln pflegen wir schon seit langer Zeit. Segelflieger besonders, achten auf die wunderbaren Tiere wie Bussard, Falken, Weihen, Rot-Milan und noch einige andere Arten, die in den thermischen Aufwinden, den so genannten „Bärten“ sich nach oben tragen lassen, ohne auch nur ein einziges Mal mit den Flügeln nachhelfen zu müssen. So zeigen sie uns wo es sich rentiert einzukreisen und selbst mit dem Modell die Thermik auszunutzen. Es geht aber auch sogar umgekehrt. Sieht so ein Vogel ein Modell, das in engen Kreisen nach oben steigt, sind sie sofort da und steigen in das Karussell mit ein. Es ist nicht selten, dass wir unsere Modelle mit mehreren Vögeln gmeinsam nach oben schrauben. Sie wissen offenbar, dass sie von unseren Modellen nichts zu befürchten haben.

Heute hatte ich beim Modellfliegen auch meine Drohne dabei. Wie ungeniert sich die Vögel den Menschen und ihren Maschinen nähern, kann man zu Anfang des kurzen Videos recht gut erkennen. Ein wunderbares Miteinander. Beeindruckend, wenn z.B. ein Milan mit fast zwei Meter Spannweite oder eine Weihe im Tiefflug über die Landebahn gleitet.

von Uffnik Veröffentlicht in Allgemein

2 Kommentare zu “Koexistenz

    • Es kann aber auch anders ausgehen. Erst vorletzte Woche hatte ich mit einem 4-Meter-Segler einen spannenden Flug mit einem Raubvogel. In etwa 250 Metern Höhe umkreiste er meinen Flieger. Dabei kam er dem Modell immer näher. Man versucht es mit menschlichen Emotionen zu verbinden, was aber sicher falscher nicht sein. Offenbar war ich in seinem Revier als Bedrohung erkannt worden. Meine Versuche ihn abzuschütteln blieben erfolglos, solange ich mich auf enge Kurven und einen steilen Abstieg beschränkte. Erst bei einem Looping war er ziemlich ratlos. Hatte mich aber dennoch in weniger als einer Minute wieder im Visier. Das ging etwa 10 oder 12 Minuten so, was mir ausgesprochen gut gefiel. Endgültig abgeschüttelt habe ich meinen Verfolgen dann nur durch einen sehr steilen und schnellen Steigflug. (Elektromotor schafft senkrechten Steigflug) Damit war die Situation geglättet. Es hat riesigen Spaß gemacht. Dem Vogel ja vielleicht auch.

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