Zu Risiken und Nebenwirkungen ….

Wenn sich die Deutschen dieser Tage über eine vergleichsweise günstige Zwischenbilanz in der Coronakrise freuen, so haben sie dies nicht zuletzt einer großen Solidaritätsaktion der Jungen für die Alten zu verdanken. Während das Virus vor allem die Lungen betagter und hochbetagter Bürger befällt, konzentrieren sich die politischen und wirtschaftlichen Nachteile bei den Altersgruppen unterhalb der sechzig. So zumindest schreibt der SPIEGEL.

Schon altersbedingt gehöre(n) ich/wir zur Risiko-Gruppe. Wehwehchen kommen hinzu und erhöhen die Gefahr durch eine Infektion womöglich das Zeitliche zu segnen. Was wundert es dann also, wenn es die GRÜNEN nicht so ganz ernst mit dem Gutmensch-sein meinen. In persona der Tübinger Oberbürgermeister. Vielleicht ist es ja schon Wahlprogramm, dass die alten Umweltsäue sich nun doch endlich vom Acker machen sollen, wo sie ja eh nur noch ein paar Tage vor sich haben. Der blanke Neid bricht vollends aus, wenn man auf die anstehende Rentenerhöhung zu sprechen kommt. Man vergisst in Corona-Zeiten schon einmal die Contenance zu wahren. Das hässliche, maskenlose Gesicht des Egomanen, der ein bisschen in uns allen steckt, kommt deutlich zum Vorschein.

Es sind, wie so oft solche Ausrutscher, die das wirkliche Denken einiger Pokitiker offenbaren. Das klingt eher nach Stammtisch-Geschwätz, als nach fundierter Politik eines OB´s. Es halt ein Unterschied, ob der Bundestagspräsident die Meinung vertritt, dass der Staat keinen finanzpolitischen Suizid begehen sollte, um den aussichtslosen Versuch zu unternehmen, das Leben aller Bürger zu schützen, oder ob man Willens ist, Hilfe zu verweigern, weil man das altersbedingt für unrentabel hält. Nun wird wieder in die andere Richtung gerudert. Klar, man bastelt ja an einer Regierungsbeteiligung bei der nächsten Wahl. Großbetriebe und Konzerne greifen erhebliche Summen ab. So soll beispielsweise der Lufthansa – gegen zwei stimmberechtigte Sitze im Aufsichtsrat- mal schnell mit 9 MRD €uro geholfen werden. Ob damit die insgesamt 135.000 Arbeitsplätze gesichert werden, bleibt abzuwarten. Es steht zu befürchten, dass sich die Landschaft nach Corona erheblich verändern wird. Bis der Luftverkehr wieder die Ausmasse annimmt, wie wir es zuletzt gesehen hatten, geht sicher noch eine lange Zeit ins Land – oder wäre vielleicht sogar auf ein BER-Flughafen zu verzichten? Ob das reduzierte Flugaufkommen, das zu erwarten ist, zu einer nachhaltigen Änderung im Umgang mit Ressourcen, oder gar unserer Umwelt – wie es z.B. von Frau Merkel gefordert wird- führt, darf auf mittlere Frist bezweifelt werden. Noch sind die Egoisten am Ruder.

Wer hat eigentlich mit der leidigen Diskussion begonnen, dass es den Menschen nicht zumutbar sei zwei Meter Abstand einzuhalten? Jetzt, wo Geschäfte wieder öffnen, VW seine Werke hochfährt und -ganz wichtig- die Frisöre wieder schnippeln dürfen, der Eis-Salon an der Ecke nur „über die Straße“ verkauft, wird doch fast überall und ständig der Beweis angetreten, dass es funktioniert. Sind denn alle, die sich an die mühsam erarbeiteten Regeln halten, nur Herdentiere, die brav ihrem Vordermann folgen? Da stehen doch Leute auf der Straße und fordern Ihr Leben zurück? Wer, wie die meisten Ü70er , die Nachkriegszeit durchlebt hat, weiß vielleicht noch was echte Entbehrungen sind. Ein Meter-fünfzig Abstand halten zu müssen, oder auf den Besuch des Fußball-Spiels im Stadion zu verzichten, das würde ich nun nicht mit Hunger gleichsetzen wollen.

So wie die Staaten mit den Geldern, sei es gezielt oder mit der Gießkanne, umgehen, müssten sich viele rund um den Globus in die fast unausweichliche Reihe von Pleiten und Insolvenzen einreihen. In einer solchen Situation ist das richtige Maß eine essentielle Frage. Niemand kann sie treffend beantworten. Was heute opportun erscheint, ruft morgen schon die Nörgler und Verschwörungstheoretiker auf den Plan: “ Hab´ ich´s nicht….“. Die Wirtschaft ist global vernetzt und so kann das Husten eines wirtschaftlich eher unbedeutenden Staates irgendwo auf der Welt vielleicht ein Kammerflimmern auf der anderen Seite auslösen.

Ist es denn jetzt wirklich schon die Zeit für übereilte „Lockerungen“ ? Dies kann eindeutig nach hinten losgehen. Auch die inzwischen ja ins Visier von einigen Freiheitskämpfern geratenen Virologen und selbstverständlich auch die Mehrzahl der Politiker warnen noch immer vor einer möglichen zweiten und evtl. sogar schlimmeren Welle. Es wurde wiederholt gesagt, dass es kein Wettbewerb sei, wer zuerst wieder Massenveranstaltungen erlaubt. Die Mehrzahl sind verantwortungsvolle Menschen, denen durchaus der Umgang mit dem Virus zuzutrauen ist. Es gibt aber auch Ausnahmen. Und genau da genügt schon eine kleine Gruppe Unvernünftiger, um wieder Auslöser für strengere Regelungen zu sein.

Bleibt gesund!

Eine der Ersten

Corona und zu Hause. Mit höherem Risiko eingestuft. Und plötzlich hat man auch Zeit für die kleinen Dinge.

So fällt beispielsweise auf, dass erst heute, am Ostersamstag 2020 die erste Biene des Jahres gsichtet wurde. Vielleicht waren schon einige vorher am Bachlauf, den ich vor gut zwei Wochen wieder in Betrieb und zum Plätschern gebracht habe. Die Wespen aus der Garage unseres Nachbarn vergnügen sich ja schon einige Zeit am Wasser. Aber Bienen – und das gibt mir zu denken – sind erst jetzt auf der Bildfläche erschienen. Es sind auch nur einzelne Tierchen, nicht wie in den Vorjahren, wo es mit mit Beginn der Blüte und dem Ende der Nachtfröste schon etliche Besucher gab.

Hoffen wir das Beste.

Allen ein frohes Osterfest und bleibt gesund.

Klopapier & Nudeln

Die Versorgungslage scheint schlecht. Wir leben, wie es mein persönlicher Clown, Donald Trump, formulierte, im Krieg. Gegen einen unsichtbaren Feind. Zwischen Verharmlosung und Chaos schwankt derweil nicht nur die Stimmung des Lenkers der Vereinigten Staaten. In Europa wird indessen klar, welche Staaten auf die Schreckensszenarien wie gut oder schlecht vorbereitet sind. Corona nennen wir das Virus, offiziell wird es bei der WHO als neuartige Atemwegserkrankung COVID-19 geführt.

Und genau wie während und nach den Kriegen verschlimmert sich die Versorgungslage von Tag zu Tag. Von Produkt zu Produkt. Unsere Vorfahren ( teilweise noch Eltern und Großeltern) mussten nach den beiden Kriegen sich und ihre Familien durch Hamsterfahrten versuchen durchzubringen. Auf dem „Land“ gab es noch Lebensmittel und andere überlebenswichtige Dinge des Alltags. Tauschgeschäfte – sonst ging nichts.

Es ist erstaunlich, wie im Jahre 2020 die vermeintlich aufgeklärte Bevölkerung in Verhaltensmuster der frühen Menschheitsgeschichte zurückfällt, wenn es um Toilettenpapier geht. Wir alle sind noch immer ein Stück weit Sammler und Jäger. Die Jagdszenenen spielen sich bei Aldi ab. Sammler sind eher bei Lidl anzutreffen. Innerhalb von Minuten sind die 4-lagigen Rollen vergriffen, die erst am frühen Morgen palettenweise (28 Paletten laut Filialeiter) eingetroffen waren. Am zweiten oder dritten Tag der Pandemie um Covid 19 waren dann auch Nudeln und Mehl auf der Liste der gesuchten Artikel zu finden. Man sollte annehmen, dass die Hamster/innen doch recht bald ihre Lagervorräte aufgestockt haben und Normalität Einzug hält. Das tut es auch. Von 7:00 bis etwa 7:27 Uhr. Dann ist wieder alles wie am Vortag. Paier aus, Nudeln aus, Mehl aus, Desinfektionsmittel…………….. . . . . . .

Bei unseren turnusmäßigen Abholungen von Kartoffeln, direkt beim Odelwälder Erzeuger, bekommt man neben den Erdäpfeln auch schon mal einen wertvollen Tipp, wo es was besonders gut oder preiswert in der näheren Umgebung gibt. So fanden wir nur einige Kilometer weiter, in Reichelsheim, eine Mühle. Keine Museumsmühle, nein, eine echte, richtige und vor allem in Betrieb befindliche Mühle. Mit Getreide und Mehl und so…

obwohl noch fast alle Mahlwerke laufen, zeichnen sich auch hier erste Engpässe in der Versorgung mit Getreide ab. Es sind vor allem die etwas seltener gefragten Sorten, die bei den Mühlen auf der Wunschliste stehen.

Ein kleiner Markt für Lebensmittel und ein größerer Markt für landwirtschaftlichen Bedarf, Pferdehalter, Forst, Dings und Reiterbedarf, vom Campinggas bis zur Fischerhose …. schließt sich an. Zu unserer Überraschung waren die in den sonstigen Märkten und Discounter-Läden am ehesten vergriffenen Sorten – wie z.B. Weizen und Roggen- Produkte

Dinkel & Co. fehlten.
Nudel und Müsli

hier noch in ausreichenden Mengen zu erhalten. Leider aber waren, entgegen der telefonischen Auskunft, z.B. die Dinkel-Mehl-Produkte aber restlos abverkauft.

Für kleine und große Gärtner

Dennoch, der Einkaufswagen war gut gefüllt, als wir zur Kasse kamen. Drei- Familien-Einkauf, da läppert sich schon etwas zusammen. Wohltuend die Ruhe, mit der sich hier alles abwickelt. Kein Geschubbse, Gedrängel oder gar Kämpfe um das letzte Paket. Eine andere Kundin gab uns von einer Sorte sogar ein Paket ab, weil sie die letzten Beiden davon genommen hatte. Solidarität. Unaufgefordert und gerne. So geht Odenwald!

Warum ich das hier so grob berichte? Es war der Donnerstag vor 2 Wochen, an dem die Restaurants schließen mussten, die Schulen und Kindergärten bis nach den Oster-Ferien geschlossen bleiben sollten. Alles Schnee von gestern. Eine zeitliche Befristung ist meiner bescheidenen Meinung nach noch lange nicht in Sicht. Ein Wochenende später kam dann das Kontaktverbot für mehr als 2 Menschen.

Zu einer aktuellen Situation einen Beitrag leisten zu wollen, ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Die aktuelle Situation hatte sich derart schnell geändert, dass man doch besser bei den statischen Fakten bleibt:

Fakt ist, dass das Schloß in Reichelsheim, das schon auf dem ersten Foto des Beitrages zu sehen ist, ein Publikumsmagnet ist, wenn nicht gerade eine Pandemie das Land blockiert. Zum Zeitpunkt unseres Besuches war das Schloß geschlossen. Ein paar Handwerker und Gärtner hatten offenbar noch Dringliches zu erledigen, bevor auch hier der Shutdown für totale Ruhe sorgen wird.

Schloß Reichenberg – 100 Meter über Reichelsheim

Wikipedia gibt dazu umfassend Auskunft

Der Odenwald

Haltet durch und bleibt gesund.