Herbst im vorderen Odenwald

Die Erhebung im Zentrum des Bildes ist der Otzberg. Zuoberst hat sich dort -wahrscheinlich Ende des 12. oder zu Beginn des 13. Jahrhunderts- der Abt Marquard I. von Fulda ein gut sichtbares Zeichen seines Einflusses gegönnt.
Das nördliche „Vorland“ ist als leicht hügelig eingestuft, wie man es häufig auch bei anderen Mittelgebirgen vorfindet.
nach Westen hin erhebt sich ein Höhenzug, der schließlich ziemlich abrupt vor der Rhein-Ebene, an der Bergstraße, endet.
Die Veste Otzberg.
Die Heydenmühle ist eine mildtätige Stiftung Lebensgemeinschaft für Menschen mit geistiger Behinderung
Faszination Landstraße
Lange Schatten begleiten la strada schon um die Mittagszeit
Automatischer Rückflug zum Startpunkt.

Die Turmfalken der Starkenburg

Das ist das prachtvolle Domizil der Falken. Hoch über Heppenheim.

Der gesperrte Turm mit seinen Nischen, Fenstern und Schlupflöchern bietet den Falken jeglichen Komfort.

Herrliche Aussicht, erhöhte Startposition, ein ergiebiges Jagdgebiet.

Kaum war er erste Falke gestartet, war die Verstärkung schon in den Startlöchern.

Nach einem kurzen Blick in die Runde, ging es sofort in die Lüfte.

Mit atemberaubender Geschwindigkeit flogen die Vögel davon. Kaum, daß ich sie mit der Kamera verfolgen konnte. Ebenso flink und schnell kehrten Sie zu ihrem Turm zurück und verschwanden blitzschnell in ihrer Behausung. Ob mit oder ohne Beute ließ sich nicht feststellen, viel zu schnell waren sie in ihren Verstecken hoch oben im Turm wieder verschwunden. Vielleicht hat das Brutgeschäft ja schon begonnen!?

Zumindest waren es 3 Pärchen, die ich gleichzeitig am strahlend blauen Firmament in unterschiedlichen Himmelsrichtungen zählen konnte. Schnelligkeit, Wendigkeit, Präzision und ein scharfes Auge zeichnen die Falken aus. Für meine Reinkarnation kommt das schon mal auf die Wunschliste.

Das Fürstenlager

Doch nur eine Stippvisite.

Es ist der Park, den ich in den ersten Tagen des September besuchen wollte – nicht das Hotel oder Restaurant.

Weil mir irgend so ein Nörv vor kurzem einen Kommentar zu einem meiner Beiträge verpasste: „Wen interessiert denn Deine Anreise, und was Du alles sonst noch so ….. wichtig ist: hat es geschmeckt oder nicht!“ fasse ich mich auch besonders kurz. Auf keinen Falle werde ich verraten, daß es nach den meteorologischen Regeln schon der erste Herbsttag war, an dem ich zu einen kleinen Spritztour mit dem Motorrad aufgebrochen bin. Der Bergstraße entlang führt mich der Weg nach Süden. In Bensheim-Auerbach lockte mich wieder einmal die Ruine des Schlosses die Anhöhe hinauf. Ich werde mit keinem Wort erwähnen, daß ich die Zeit dort oben doch etwas verbummelt habe. So war der Nachmittag auch schon reichlich angebrochen, als ich mich an den „Abstieg“ machte. Auf abenteuerlichem, schmalen und steilen Weg geht es hinunter nach Auerbach, wo man schnell auf die Hinweise zum Fürstenlager trifft und ich folgte dem Wegweiser für den Parkplatz. Magere 50 oder 60 Stellplätze stehen hier zur Verfügung. Und für einen Wochentag außerhalb der Ferienzeit war dieser zudem völlig ausgelastet. Nur das für Mopeds reservierte Feld war frei. Mehr braucht es nicht. Helm ab, Jacke aus, Kamera auspacken und los ging´s. Ich wählte die steilen Treppen, die direkt vom Parkplatz aus zum Bergfriedhof führten.

Schon etwa auf halber Höhe lugt eine Kirche aus den Bäumen hervor. Sie stand heute nicht auf dem Programm. Es scheint dort auch einen „Malerwinkel“ zu geben. Der Sache bin ich allerdings nicht weiter nachgegangen.

Oben angekommen durfte ich feststellen, daß sich direkt am Friedhof etliche freie Parkplätze befanden.

Sogar der öffentliche Nahverkehr verkehrt hier. Das wäre bei den sommerlichen Temperaturen sicher der eindeutig bequemere und weniger schweiß-treibende Weg gewesen.

Durch diese hohle Gasse mußt´ich gehen. Vorbei an vielen Metern mit Wespen-Löchern.   Ein reges Treiben herrschte hier vor den Ein- bzw. Ausgängen. Hunderte, ach was sage ich, tausende der emsigen Flieger düsten hier wild durcheinander.

Ohne Karte, nur mit Hilfe der bei Seefahrer und in der fliegenden Zunft so verbreiteten Navigation nach dem Stand der Gestirne, ging es Richtung Park. Diesem näherte ich mich auf eher inoffiziellen Wegen. Zunächst war auch nur eine große Herde Schafe auszumachen.

Der zugehörige Hund hatte gerade Pause. Die gut 200 vierbeinigen Rasenmäher hatten ohnehin keine große Chance das Gelände zu verlassen. Auf der einen Seite ein Teich und ein kleines Flüsschen – auf der anderen Seite ein Uffnik. Die tibetanischen Bergziegen waren sicher eine Inspiration für alle musisch Begabte.  Läßt auch etwas Platz für Spekulationen.

Nur ein kleines Stück weiter wurde gerade zwei Lämmer in einen Transporter Verfrachtet. Das Muttertier wich den Neugeborenen nicht von der Seite und durfte schließlich auch einsteigen. Wie zu erfahren war, hatten die Lämmer erst vor wenigen Stunden das Licht dieser Welt erblickt. Und nein… es ging ihnen gut.

„Hinnerum, wie die Fraa vun Bensem“ näherte ich mich dem offiziellen Teil des staatlichen Parks, in dem es sich auch heiraten läßt!

Sommerliche Temperaturen und spät-sommerliche Atmosphäre verbreitere sich im engen Tal. 

Durch die langen Schatten der Nachmittagssonne wurde aber zweifelsfrei der Herbst angekündigt. Der Park macht auch in den Tagen nach den heftigen Unwettern einen sehr gepflegten Eindruck.

Die besonderen klimatischen Bedingungen an der Bergstraße müssen hier, glaube ich, nicht besonders erläutert werden. Es gedeihen hier selbst empfindliche Exoten neben robusten einheimischen Gewächsen. Genau diese Vielfalt und Abwechslung sorgen für eine ungeheure Spannung beim Besucher.

Die rund 36 ha Grundfläche würde ich an diesem Tag nicht im Ansatz einmal überschauen können. Zu weitläufig, zu viel Ablenkung, zu viel Sehenswertes am Wegesrand. Die Besonderheiten und Anlaufpunkte, die man unter keinen Umständen versäumen sollte, sind gut ausgeschildert.

Damit nun niemand einen Krampf in den „Scrollfinger“ bekommt, stelle ich zum Schluß noch eine Diaschau mit allen Fotos ein. Ich liebe Bäume. Gerne auch alte Bäume. Und/oder Exoten. Und davon gibt es im Fürstenlager gerade einmal genug. Eigentlich wußte ich gar nicht, wohin ich die Kamera zuerst ausrichten sollte. Wer es grün mag, ist hier exakt im El Dorado angekommen. Viel Zeit, um alles in sich aufzunehmen, braucht man. Das ist eigentlich schon die Quintessenz meines ganzen Beitrages.

Aber auch historische Gebäude gibt es zu bestaunen. Mit enormen Mitteln, vorwiegend vom Land Hessen, wurde und wird hier ein Park erhalten, der in der Gesamtheit zu den bekanntesten Deutschen Parks und Anlagen zählt. Zu Recht.

Wie so oft, ist die Zeit wieder einmal viel zu schnell vergangen. Die Sonnenstrahlen gelangen nun nicht mehr bis ins Tal. So begebe ich mich noch einmal in Richtung der „neun Aussichten“. Ein schönerer Rundblick bis in die Rheinebene wird allerdings eher am Vormittag möglich sein, als jetzt, gegen die Sonne.

Es wurde diesig und Zeit zurück zu gehen. Die steinigen -zm Teil auch steilen- Wege sind durch die Regenfälle doch etwas ausgewaschen. Mit Motorrad-Stiefeln war das kein wirklicher Genuß.

Aber geschafft! Über die breite (offizielle) Zufahrt geht es, vorbei an einem kleinen Teich

mit romantischer Brücke, wieder zurück nach Auerbach und zum Parkplatz. Gepflegte Fachwerkhäuser, wie sie an der Bergstraße zahlreich noch anzutreffen sind, säumen auch hier teilweise den kurzen Weg. Wieder einmal folgt die späte Einsicht, daß Parkbesichtigungen möglichst nur mit bequemen Schuhwerk und ausreichend Zeit im Gepäck durchgeführt werden sollten.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Schloßpark in Weinheim

Da sind ja bei Qype  noch keine Bilder drin! Nicht ein Einziges. Man muss sprachtechnisch schon alle Register ziehen, will man dem Schlosspark in Weinheim nur mit Worten gerecht werden. Das entspricht der Beschreibung einer wunderschönen Frau – ohne die Hände zu benutzen.

Mein Ausritt am Sonntag führte mich, geplanter Maßen, nach Weinheim. Dem unhaltbaren Zustand, dass der Tipp ein Geheimtipp bleibt, muss dringend entgegen gewirkt werden. Leichte Kameraausrüstung verstauen und schon geht´s los. Die herbstliche Bergstraße ist gewiss so schön anzusehen, wie die klimatisch bedingte, meist sehr frühe Blütenpracht im Frühling. Zumal an einem dritten Oktober mit Kaiserwetter. Die Sonne gab ihre Herbstgala.   (Bilder zum Vergrößern bitte anklicken)

Farbenprächtig beginnen die verschiedenen Bäume und Sträucher ihr Laub herbstlich zu färben. Es leuchtet fantastisch in der wärmenden Nachmittagssonne. Ein absoluter Genuß mit dem Zweirad. Ohne Hast und Eile geht es dem Ziel entgegen. Läßt man die üblichen Sonntagsfahrer und viele rote Ampeln einmal außen vor, bleibt eine wunderschöne Fahrt übrig. Eine hervorragende Beschilderung und genau solche Parkmöglichkeiten sind erwähnenswert.

Die Beschreibung auf den Seiten der Stadt Weinheim lassen kaum Fragen offen, weshalb ich mich getrost auf das Vorzeigen einiger Fotos beschränken kann.

Das Schloß war wohl eine ewige Baustelle. von 1537 bis 1725 wurde daran gewerkelt. Es hat sich gelohnt. Vor dem Café stolperte ich doch in eine Weinverkostung. Moped und Allohol? Danke – aber nein, danke!

Konzentrieren wir uns doch auf das Ambiente. Da läßt es sich gut herumtoben. Etliche Familien mit ihren Kindern nutzten das herrliche Wetter Das romantische Entré Zwei Burgen liegen auf den Westhängen des Odenwaldes – gegenüber des Schloßparks.Die unvermeidliche Vogelzucht in der großen Voliere ist selbstverständlich auch vorhanden. Ebenso ein Heilkräutergarten.Der Teich wird von der Sonne der späten Nachmittags kaum noch erreicht. Ein absolutes Highlight ist der so genannte Exotenwald. Heute sind die teils uralten, riesigen Bäume aus vielen fernen Ländern teilweise noch von ihrer ursprünglichen Pflanzung von 1872 zu sehen. So mancher Besucher kommt aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Mir erging das nicht besser. Warum die Kapelle verschlossen ist, wird schnell klar, liest man die HinweistafelNach jeder Biegung des Rundweges ergibt sich ein völlig neues Bild auf die ausgedehnten Flächen des wunderbaren Parks.Und immer wieder kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Mammutbäume von 50 und noch mehr Metern Höhe. Im Osten sind die „Wachenburg“ und die Burgruine „Windeck“ auf den Höhen des Odenwaldes zu erkennen. Beide Burgen sind über ausgebaute Wanderwege gut zu erreichen.BlattgoldAuf der „Rückseite“ des SchlossesHeute befindet sich das Rathaus mit vielen Ämtern in der Schloßanlage.Für den detail-verliebten Betrachter ein echtes Dorado.

Das scheint mir nun aber doch etwas für Politiker. Die richten ihr Fähnchen ja bekanntlich nach dem Wind aus. Was aber, wenn der Wind gleichzeitig aus verschiedenen Richtungen bläst?

Und zum Abschluß noch ein Schmankerl für Exoten-Liebhaber

Wer hat an der Uhr gedreht? Ist es wirklich schon so spät?

Ein feiner Park mit viel „Ah“ und „Oh“!

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