Die Ruhe vor dem Sturm

Warnungen vor einem heftigen Sturm schon 3 Tage im Voraus. Das hat gewiß geholfen den ein- oder anderen Schaden zu vermeiden. An vielen exponierten Stellen war dann auch gesteigerte Aktivität festzustellen. Keine Hektik, aber planvolles Sichern. So blieben die Schäden durch „Sabine“, zumidest hier in der Region auch im überschaubaren Rahmen.

Vor dem Sturm wollte ich unbedingt die derzeit wegen Renovierungsarbeiten gesperrte Burg Breuberg bei Höchst im Odenwlad besuchen.

In der Burg ist heute eine Jugendherberge untergebracht. Was derzeit im Inneren der Burg renoviert wird, bleibt mir verborgen.

Nachmittag, Kaiserwetter und keine Besucher? Das Angebot war einmalig.
Der Innhof ist für gewöhnlich sehr stark frequentiert.
Die Februar-Sonne hatte am Freitag sehr leichtes Spiel.
Leider kann hier die 360° Aufnahme nicht widergegeben werden. Ich habe sie ´mal „aufgeklappt.“
Die Geschichte derBurg ist gewaltig und lässt sich mit knappen Worten kaum zusammenfassen. Deshalb verweise ich diesbezüglich gerne auf die Wikipedia-Seitenhttps://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Breuberg#Geschichte_der_Burg
Auf den meisten Fotos ist zu erkennen, dass die Hänge, die die Burg umrunden, jegliches Grünzeug vermissen lassen. Es gibt, wenn ich meinen eigenen Fotos aus der Vergangenheit trauen darf, keinen Grund zum Wehklagen. Etwas Krüppelwuchs, einige alte Obsbaume und jede Menge Wildwuchs. Das schafft die Natur bis zum Sommer ganz gewiss wieder.
Das Gemäuer ist erstaunlich gut erhalten. Aus der Vogelperspeltive allerdings ist auch zu erkennen, dass etliche Ranken, Buschwerk und kleine Bäume bereits angreifen, um sich die beste Startposition zu sichern. Im Zuge der Renovierungsarebeiten kommt das vielleicht auch noch an die Reihe.

Herbst im vorderen Odenwald

Die Erhebung im Zentrum des Bildes ist der Otzberg. Zuoberst hat sich dort -wahrscheinlich Ende des 12. oder zu Beginn des 13. Jahrhunderts- der Abt Marquard I. von Fulda ein gut sichtbares Zeichen seines Einflusses gegönnt.
Das nördliche „Vorland“ ist als leicht hügelig eingestuft, wie man es häufig auch bei anderen Mittelgebirgen vorfindet.
nach Westen hin erhebt sich ein Höhenzug, der schließlich ziemlich abrupt vor der Rhein-Ebene, an der Bergstraße, endet.
Die Veste Otzberg.
Die Heydenmühle ist eine mildtätige Stiftung Lebensgemeinschaft für Menschen mit geistiger Behinderung
Faszination Landstraße
Lange Schatten begleiten la strada schon um die Mittagszeit
Automatischer Rückflug zum Startpunkt.

Die Turmfalken der Starkenburg

Das ist das prachtvolle Domizil der Falken. Hoch über Heppenheim.

Der gesperrte Turm mit seinen Nischen, Fenstern und Schlupflöchern bietet den Falken jeglichen Komfort.

Herrliche Aussicht, erhöhte Startposition, ein ergiebiges Jagdgebiet.

Kaum war er erste Falke gestartet, war die Verstärkung schon in den Startlöchern.

Nach einem kurzen Blick in die Runde, ging es sofort in die Lüfte.

Mit atemberaubender Geschwindigkeit flogen die Vögel davon. Kaum, daß ich sie mit der Kamera verfolgen konnte. Ebenso flink und schnell kehrten Sie zu ihrem Turm zurück und verschwanden blitzschnell in ihrer Behausung. Ob mit oder ohne Beute ließ sich nicht feststellen, viel zu schnell waren sie in ihren Verstecken hoch oben im Turm wieder verschwunden. Vielleicht hat das Brutgeschäft ja schon begonnen!?

Zumindest waren es 3 Pärchen, die ich gleichzeitig am strahlend blauen Firmament in unterschiedlichen Himmelsrichtungen zählen konnte. Schnelligkeit, Wendigkeit, Präzision und ein scharfes Auge zeichnen die Falken aus. Für meine Reinkarnation kommt das schon mal auf die Wunschliste.

Das Fürstenlager

Doch nur eine Stippvisite.

Es ist der Park, den ich in den ersten Tagen des September besuchen wollte – nicht das Hotel oder Restaurant.

Weil mir irgend so ein Nörv vor kurzem einen Kommentar zu einem meiner Beiträge verpasste: „Wen interessiert denn Deine Anreise, und was Du alles sonst noch so ….. wichtig ist: hat es geschmeckt oder nicht!“ fasse ich mich auch besonders kurz. Auf keinen Falle werde ich verraten, daß es nach den meteorologischen Regeln schon der erste Herbsttag war, an dem ich zu einen kleinen Spritztour mit dem Motorrad aufgebrochen bin. Der Bergstraße entlang führt mich der Weg nach Süden. In Bensheim-Auerbach lockte mich wieder einmal die Ruine des Schlosses die Anhöhe hinauf. Ich werde mit keinem Wort erwähnen, daß ich die Zeit dort oben doch etwas verbummelt habe. So war der Nachmittag auch schon reichlich angebrochen, als ich mich an den „Abstieg“ machte. Auf abenteuerlichem, schmalen und steilen Weg geht es hinunter nach Auerbach, wo man schnell auf die Hinweise zum Fürstenlager trifft und ich folgte dem Wegweiser für den Parkplatz. Magere 50 oder 60 Stellplätze stehen hier zur Verfügung. Und für einen Wochentag außerhalb der Ferienzeit war dieser zudem völlig ausgelastet. Nur das für Mopeds reservierte Feld war frei. Mehr braucht es nicht. Helm ab, Jacke aus, Kamera auspacken und los ging´s. Ich wählte die steilen Treppen, die direkt vom Parkplatz aus zum Bergfriedhof führten.

Schon etwa auf halber Höhe lugt eine Kirche aus den Bäumen hervor. Sie stand heute nicht auf dem Programm. Es scheint dort auch einen „Malerwinkel“ zu geben. Der Sache bin ich allerdings nicht weiter nachgegangen.

Oben angekommen durfte ich feststellen, daß sich direkt am Friedhof etliche freie Parkplätze befanden.

Sogar der öffentliche Nahverkehr verkehrt hier. Das wäre bei den sommerlichen Temperaturen sicher der eindeutig bequemere und weniger schweiß-treibende Weg gewesen.

Durch diese hohle Gasse mußt´ich gehen. Vorbei an vielen Metern mit Wespen-Löchern.   Ein reges Treiben herrschte hier vor den Ein- bzw. Ausgängen. Hunderte, ach was sage ich, tausende der emsigen Flieger düsten hier wild durcheinander.

Ohne Karte, nur mit Hilfe der bei Seefahrer und in der fliegenden Zunft so verbreiteten Navigation nach dem Stand der Gestirne, ging es Richtung Park. Diesem näherte ich mich auf eher inoffiziellen Wegen. Zunächst war auch nur eine große Herde Schafe auszumachen.

Der zugehörige Hund hatte gerade Pause. Die gut 200 vierbeinigen Rasenmäher hatten ohnehin keine große Chance das Gelände zu verlassen. Auf der einen Seite ein Teich und ein kleines Flüsschen – auf der anderen Seite ein Uffnik. Die tibetanischen Bergziegen waren sicher eine Inspiration für alle musisch Begabte.  Läßt auch etwas Platz für Spekulationen.

Nur ein kleines Stück weiter wurde gerade zwei Lämmer in einen Transporter Verfrachtet. Das Muttertier wich den Neugeborenen nicht von der Seite und durfte schließlich auch einsteigen. Wie zu erfahren war, hatten die Lämmer erst vor wenigen Stunden das Licht dieser Welt erblickt. Und nein… es ging ihnen gut.

„Hinnerum, wie die Fraa vun Bensem“ näherte ich mich dem offiziellen Teil des staatlichen Parks, in dem es sich auch heiraten läßt!

Sommerliche Temperaturen und spät-sommerliche Atmosphäre verbreitere sich im engen Tal. 

Durch die langen Schatten der Nachmittagssonne wurde aber zweifelsfrei der Herbst angekündigt. Der Park macht auch in den Tagen nach den heftigen Unwettern einen sehr gepflegten Eindruck.

Die besonderen klimatischen Bedingungen an der Bergstraße müssen hier, glaube ich, nicht besonders erläutert werden. Es gedeihen hier selbst empfindliche Exoten neben robusten einheimischen Gewächsen. Genau diese Vielfalt und Abwechslung sorgen für eine ungeheure Spannung beim Besucher.

Die rund 36 ha Grundfläche würde ich an diesem Tag nicht im Ansatz einmal überschauen können. Zu weitläufig, zu viel Ablenkung, zu viel Sehenswertes am Wegesrand. Die Besonderheiten und Anlaufpunkte, die man unter keinen Umständen versäumen sollte, sind gut ausgeschildert.

Damit nun niemand einen Krampf in den „Scrollfinger“ bekommt, stelle ich zum Schluß noch eine Diaschau mit allen Fotos ein. Ich liebe Bäume. Gerne auch alte Bäume. Und/oder Exoten. Und davon gibt es im Fürstenlager gerade einmal genug. Eigentlich wußte ich gar nicht, wohin ich die Kamera zuerst ausrichten sollte. Wer es grün mag, ist hier exakt im El Dorado angekommen. Viel Zeit, um alles in sich aufzunehmen, braucht man. Das ist eigentlich schon die Quintessenz meines ganzen Beitrages.

Aber auch historische Gebäude gibt es zu bestaunen. Mit enormen Mitteln, vorwiegend vom Land Hessen, wurde und wird hier ein Park erhalten, der in der Gesamtheit zu den bekanntesten Deutschen Parks und Anlagen zählt. Zu Recht.

Wie so oft, ist die Zeit wieder einmal viel zu schnell vergangen. Die Sonnenstrahlen gelangen nun nicht mehr bis ins Tal. So begebe ich mich noch einmal in Richtung der „neun Aussichten“. Ein schönerer Rundblick bis in die Rheinebene wird allerdings eher am Vormittag möglich sein, als jetzt, gegen die Sonne.

Es wurde diesig und Zeit zurück zu gehen. Die steinigen -zm Teil auch steilen- Wege sind durch die Regenfälle doch etwas ausgewaschen. Mit Motorrad-Stiefeln war das kein wirklicher Genuß.

Aber geschafft! Über die breite (offizielle) Zufahrt geht es, vorbei an einem kleinen Teich

mit romantischer Brücke, wieder zurück nach Auerbach und zum Parkplatz. Gepflegte Fachwerkhäuser, wie sie an der Bergstraße zahlreich noch anzutreffen sind, säumen auch hier teilweise den kurzen Weg. Wieder einmal folgt die späte Einsicht, daß Parkbesichtigungen möglichst nur mit bequemen Schuhwerk und ausreichend Zeit im Gepäck durchgeführt werden sollten.

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Schloßpark in Weinheim

Da sind ja bei Qype  noch keine Bilder drin! Nicht ein Einziges. Man muss sprachtechnisch schon alle Register ziehen, will man dem Schlosspark in Weinheim nur mit Worten gerecht werden. Das entspricht der Beschreibung einer wunderschönen Frau – ohne die Hände zu benutzen.

Mein Ausritt am Sonntag führte mich, geplanter Maßen, nach Weinheim. Dem unhaltbaren Zustand, dass der Tipp ein Geheimtipp bleibt, muss dringend entgegen gewirkt werden. Leichte Kameraausrüstung verstauen und schon geht´s los. Die herbstliche Bergstraße ist gewiss so schön anzusehen, wie die klimatisch bedingte, meist sehr frühe Blütenpracht im Frühling. Zumal an einem dritten Oktober mit Kaiserwetter. Die Sonne gab ihre Herbstgala.   (Bilder zum Vergrößern bitte anklicken)

Farbenprächtig beginnen die verschiedenen Bäume und Sträucher ihr Laub herbstlich zu färben. Es leuchtet fantastisch in der wärmenden Nachmittagssonne. Ein absoluter Genuß mit dem Zweirad. Ohne Hast und Eile geht es dem Ziel entgegen. Läßt man die üblichen Sonntagsfahrer und viele rote Ampeln einmal außen vor, bleibt eine wunderschöne Fahrt übrig. Eine hervorragende Beschilderung und genau solche Parkmöglichkeiten sind erwähnenswert.

Die Beschreibung auf den Seiten der Stadt Weinheim lassen kaum Fragen offen, weshalb ich mich getrost auf das Vorzeigen einiger Fotos beschränken kann.

Das Schloß war wohl eine ewige Baustelle. von 1537 bis 1725 wurde daran gewerkelt. Es hat sich gelohnt. Vor dem Café stolperte ich doch in eine Weinverkostung. Moped und Allohol? Danke – aber nein, danke!

Konzentrieren wir uns doch auf das Ambiente. Da läßt es sich gut herumtoben. Etliche Familien mit ihren Kindern nutzten das herrliche Wetter Das romantische Entré Zwei Burgen liegen auf den Westhängen des Odenwaldes – gegenüber des Schloßparks.Die unvermeidliche Vogelzucht in der großen Voliere ist selbstverständlich auch vorhanden. Ebenso ein Heilkräutergarten.Der Teich wird von der Sonne der späten Nachmittags kaum noch erreicht. Ein absolutes Highlight ist der so genannte Exotenwald. Heute sind die teils uralten, riesigen Bäume aus vielen fernen Ländern teilweise noch von ihrer ursprünglichen Pflanzung von 1872 zu sehen. So mancher Besucher kommt aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Mir erging das nicht besser. Warum die Kapelle verschlossen ist, wird schnell klar, liest man die HinweistafelNach jeder Biegung des Rundweges ergibt sich ein völlig neues Bild auf die ausgedehnten Flächen des wunderbaren Parks.Und immer wieder kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Mammutbäume von 50 und noch mehr Metern Höhe. Im Osten sind die „Wachenburg“ und die Burgruine „Windeck“ auf den Höhen des Odenwaldes zu erkennen. Beide Burgen sind über ausgebaute Wanderwege gut zu erreichen.BlattgoldAuf der „Rückseite“ des SchlossesHeute befindet sich das Rathaus mit vielen Ämtern in der Schloßanlage.Für den detail-verliebten Betrachter ein echtes Dorado.

Das scheint mir nun aber doch etwas für Politiker. Die richten ihr Fähnchen ja bekanntlich nach dem Wind aus. Was aber, wenn der Wind gleichzeitig aus verschiedenen Richtungen bläst?

Und zum Abschluß noch ein Schmankerl für Exoten-Liebhaber

Wer hat an der Uhr gedreht? Ist es wirklich schon so spät?

Ein feiner Park mit viel „Ah“ und „Oh“!

Massenweise Wissenswertes gibt es>> hier <<

Aero-Club Kreis Bergstraße

Tag der offenen Tür 2010

Es ist nicht mit dem Auflauf zu vergleichen, den der so genannte Home-Run von Formel 1-Star Vettel in Heppenheim verursachte. Der Stau auf der Autobahn blieb ebenfalls aus. Und es ging bedeutend beschaulicher, ruhiger, ja vielleicht sogar familiärer zu, als der Aero-Club-Kreis-Bergstraße zu seinem  alljährlichen Flugplatzfest oder Tag der offenen Tür einlud. Ein Wochenende im Juni war herausgedeutet, um Freunden, Nachbarn, Interessierten und Schaulustigen einen Eindruck über das Geschehen in der Segelfliegerei -explizit im Aero-Club zu vermitteln. Gerne nutzt man diese Gelegenheit auch um Vereinsmitglieder zu werben.

Segelfliegen schon mit 14 Jahren!

Kein Tippfehler! wirklich schon mit 14 Jahren können Schülerinnen und Schüler das lautlose Fliegen mit Segelflugzeugen erlernen. Es ist ein wahnsinnig tolles Gefühl, mit dem vereinseigenen Fluggerät die Geheimnisse der Aerodynamik selbst zu erfliegen, nachdem man sie zunächst ja nur in der grauen Theorie gebüffelt hat. Es ist nachgewiesen, daß insbesondere die schulischen Leistungen von Jugendlichen sich enorm verbessern, wenn eine Flugausbildung begonnen wird. Bedenken von Eltern, es könnte zu einer Vernachlässigung der schulischen Pflichten kommen, sind also eher unbegründet.

Familienfest am 19. und 20. Juni 2010

Leider hatte ich davon erst ziemlich spät erfahren. Unsere Enkel waren über das Wochenende in unserer Obhut. Es war dann auch minutiös durchgeplant. So stand für besagten Sonntag das Felsenmeer auf dem Programm. Und genau auf der Fahrt dorthin erfuhr ich über das Autoradio -so ganz nebenbei- von der fliegerischen Veranstaltung. So wurde dann die geplante Essensaufnahme einfach zum Segelflugplatz in Heppenheim verlegt. Das hat sich, nebenbei bemerkt auch wirklich rentiert. Die Bratwürste waren hervorragend. Um das leibliche Wohl wurde sich übrigens von Vereinsmitgliedern und/ oder deren Angehörigen gekümmert. Kompliment! Grillen können die! Und wie es sich bei einem Familienfest gehört, waren die Preise sehr moderat. So war neben dem leiblichen Wohl auch für die Unterhaltung bestens gesorgt. Für Jung und Alt. In der Hüpfburg trainierte der Nachwuchs schon einmal das Gefühl der „Null G“ – Schwerelosigkeit. Früh übt sich halt.

Bei der Moderation der einzelnen Vorführungen wechselten sich profunde Sachkenner am Mikrofon ab. Für jede Maschine, jede Kunstflugfigur, Kür oder Pflicht gab es auch für fliegerische Laien (wie mich) passende, verständliche Erklärungen. Sogar die Grundbegriffe der Aerodramatik (eigentlich heißt es ja Aerodynamik) wurden verständlich formuliert. Jetzt weiß ich endlich, warum mein Flieger niemals heruntergefallen ist. Und auch die Pausen waren mit Informationen zu den geparkten Flugzeugen recht informativ. Es bildete sich immer eine kleine Gruppe um den Flieger, so er denn geparkt war.

Hier beispielsweise ein Motorsegler mit versenkbarem Antrieb dem sach- und fachkundigen Publikum genau erklärt. Hat man mit dem ausgeklappten Motor die gewünschte Flughöhe erreicht, verschwindet der Verbrennungsmotor im Rumpf. Klappe zu und nun wird gesegelt.

Vereinsfliegerei

Man muß nicht unbedingt im Lotto gewonnen haben, um Segelflug in einem Verein zu betreiben. Die Kosten hält der Verein durch viel Eigenleistung der Mitglieder auf niedrigem Niveau. Außerhalb der Saison werden Reparaturen und Wartungsarbeiten durchgeführt. Selbstverständlich werden die vorgeschriebenen Wartungsintervalle und Inspektionen auch während der Saison penibel eingehalten. Bei der Sicherheit gibt es keine Kompromisse!

Der Flugtag

Anläßlich des Familienwochenendes wurde selbstverständlich ein Programm geboten, daß mit vielen Gästen aus der Fliegerei mitsamt ihren Maschinen angereichert war. Vom historischen Segelflieger bis zum High-Tech-Gerät reichte die Palette. Aber auch die motorisierte Zunft kam nicht zu kurz. (Ähem!) Mit den Leuten hält man es sich recht gut, auch wenn der traditionsbewusste Segelflieger noch immer der Meinung ist, daß die Fliegerei erst beginnt, wenn der Motor aus ist. Die Motorfliegerei ist aber in jedem Fall dazu Nutze, daß man im Falle von geplanten Streckenflügen -mangels Thermik am Platz- nicht auf die gewünschte Ausgangshöhe kommt – dann muß nämlich der Flugzeugschlepp die Höhe besorgen. Mit der Seilwinde am Platz erreicht der Pilot eine Ausgangshöhe von ca. 300 bis 400 Meter.

Um Begehrlichkeiten bei den Enkeln zu vermeiden, habe ich auf einen -übrigens recht preiswerten Rundflüge- verzichtet. Anmeldungen vom Jüngsten für nächstes Jahr habe ich vorgemerkt. ( Der Knilch ist dann gerade mal 3 Jahre 🙂 )

Zu den Attraktionen gehört, wie jedes Jahr, der Hubschrauber der hessischen Polizei. Stationiert in Egelsbach, gehören die Sheriffs der Lüfte  schon zum festen Programmbestandteil. Dementsprechend war der nagelneue Heli auch ständig stark belagert. Als es für die Besatzung wieder nach Hause ging, verabschiedete man sich mit Fliegergruß – ein schneller Vorbeiflug. Vor der wunderschönen Kulisse des Odenwaldes ( die Hänge sind zum Greifen nah und eigenen sich auch hervorglänzend für die Seglefliegerei ) schoß das Gerät an den Zuschauern vorbei und verschwand bald darauf hinter den Baumgruppen.

Ein weiterer Höhepunkt war sicher der Segel-Kunstflug. Mit dem Flugezugschlepp ging es hinauf. Und dann jagte eine Kunstflugfigur die Nächste. Atemberaubend zu sehen, was man ohne Antrieb so alles anstellen kann!

Mit einer kunstvollen Landung des Looping- und Rollen-Spezialisten ging für uns der Tag nun zu Ende. Es bleibt der Vorsatz, 2011 sich etwas früher zu informieren, um mehr (mit)erleben zu können. Die Information dazu bekommen ich genau hier>>.

Vielleicht sehen wir uns?

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Felsenmeer

Die Temperaturen lagen im unteren zwei-stelligen Bereich, der Himmel war bedeckt. Und das sollte so bleiben, wenn man den Wetterfröschen glaubte.

Wir hatten den Job der Großeltern übernommen, ein Wochenende die Enkel zu hüten. Nun will man ja den lieben Kleinen etwas bieten. Nintendo-Meisterschaften werden mit uns nicht ausgetragen. Überschüssige Kräfte sollen die mal schön in der Natur abbauen. Also wurde das Felsenmeer als Ziel herausgedeutet. Welcher Junge klettert denn nicht gerne?

Ein Stück Autobahn, ein gutes Stück Landstraße ( die „Alte Bergstraße“ ) sollte es sein, dann aber Umleitung und das zog sich. Dafür hatten sich aber auch die Meteorolügen leicht verschätzt. Es wurde wärmer als prognostiziert. Und auch die Sonne blinzelte schon ab und zu einmal durch die Bewölkung. Als wir schließlich am Felsenmeer ankamen, war der Parkplatz schon recht gut belegt. Das sich permanent verbessernde Wetter lockte viele Ausflügler an. Alle von der gleichen Idee beseelt, es könnte ja eigentlich nicht so stark besucht sein – bei einer solchen Vorhersage.

Jetzt waren wir da und es war den Enkels ziemlich egal ob leer oder voll. Begrüßt wurden wir von einer Art Wurzel-Sepp.

Der ist dem Informationszentrum zuzurechnen. Für Besucher, die etwas über die Entstehung, die Mythen und Sagen, die sich um das Felsenmeer gewoben haben wissen möchten, können hier ihre Neugierde befriedigen. Nebenan gibt´s für den Wanderer und Kletterer auch Speis´und Trank.  (Dazu später mehr)

Voller Tatendrang rannten die Kleinen den Hang hinauf, um oben etwas außer Puste an der Siegfried-Quelle anzukommen.

Der Sage nach, ist hier der Nibelungen-Held von Hagen von Tronje hinterrücks gemeuchelt worden.

Nun steht die eigentliche Herausforderung an. Das erklimmen des Geröllfeldes. Der älteste der Bengel rannte los und erklomm Fels um Fels – wie eine Bergziege. So viel Begeisterung durch ein paar Granitblöcke. Vergessen die Autorennen und fiktiven Abenteuer auf Nintendo und Computer. Natur ist halt live und nicht durch Irgendwas zu ersetzen. Seine Brüder – deutlich jünger – bemerkten das Verschwinden nicht einmal. So beschäftigt und fasziniert waren auch sie.

Viele deutlich ältere Besucher konnten sich ebenfalls der euphorischen Stimmung nicht entziehen und versuchten sich als „Reinhold Messner des Odenwaldes“.

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Immer stärker frequentiert und beklettert war das beliebte Ausflugsziel. Das Wetter verbesserte sich minütlich. Nicht alle Besucher waren jedoch für Klettertouren ausgerüstet. Ich sah Etliche, die mitten im Geröllfeld mit Sandalen oder Flip-Flops unterwegs waren. Leichtsinn! Für solche Leute gibt es links und rechts von der Felsenansammlung einen Weg, auf den man deutlich bequemer die Strecke zurücklegen kann. Festes Schuhwerk ist aber auch hier anzuraten.

Ach ja, für Hunde nur sehr bedingt geeignet!

Was macht überhaupt unser Kletterkünstler? Den hatten wir längst aus den Augen verloren. Ein scharfer Pfiff durch die Finger und alle hielten inne. Kein Muskel bewegte sich auf dem ganzen Hang. Auch der Kletter-Enkel blieb stehen. Als er mich – viel weiter unten- entdeckte, winkte er, drehte sich um und rannte weiter den Berg hinauf. Die übrigen Neugierigen setzen sich auch wieder in Bewegung. Da es den beiden Kleinen allmählich zu viel wurde, mußte ich den Vorauseilenden schnellstmöglich einholen. So nahm ich den steileren der beiden Fußwege – mit Naturstufen ausgebaut. Als ich wieder in seiner Nähe war, ein erneuter Pfiff und eindeutiges Handezichen zum Abstieg. Keine Reaktion. Noch ein Versuch mit taktischen Handzeichen: „Sammeln“ und zwar „Marsch, marsch“! Erfolglos, er hatte noch nicht gedient!

Die Kommunikation per Zuruf war dann das letzte Mittel. Als mir aber dann auch noch der absolute Befehl zur Rückkehr hinterfragt wurde, drehte ich mich um und begab mich wieder auf dem Weg nach unten. Einfach nicht darauf reagieren. Bei meinen Hunden hilft´s immer. Hier auch !

Und prompt setzte er sich talwärts in Bewegung. Er wollte partout nicht auf dem Weg gehen und so verabredeten wir uns im Imbiss / Cafe des Info-Zentrums.

.Dort veranstalteten die Früh-Rückkehrer ein Festival in Pommes. Klettern macht hungrig.

Während der Pommes-Orgie gab es noch einmal Gelegenheit die herrliche Landschaft des Odenwaldes zu genießen

Dann kam auch der Klettermax. Völlig geschafft, mit hochrotem Kopf. Meine Sicherheitsinstruktionen hatte er befolgt. „Niemals bergab rennen!“ Das war sein Grund für das spätere Eintreffen. Trotzdem, Pommes mußten auch für ihn geordert werden, obwohl für das Abendessen ein Tisch bei Francesco reserviert war. Es blieben ein paar Kartoffel-Stäbchen liegen. Inzwischen völlig kalt. Eines davon hatte gereicht. Geschmackstest nicht bestanden!

Trotzdem ein ein schöner Tag mit viel Action und drei schlafenden Enkeln auf der Weiterfahrt. Den Tisch da Francesco haben wir abgesagt. Schlaft gut! Wir wecken dann in Heppenheim.