Gute Freunde – big brothers

BIG BROTHERs

George Orwell war wohl so eine Art Prophet. Der Nostradamus der Neuzeit. Die Realität hat seine Phantasie aber nun wirklich längst überholt . Unsere amerikanischen Freunde überwachen meinen Schriftverkehr, lesen aufmerksam in Uffnik´s Blog, lauschen, wenn ich telefoniere.

Es ist doch beruhigend zu wissen, daß man nur von Freunden ausspioniert wird. Man stelle sich vor, das wären böse Buben, die so etwas machen. Nein, die Tommy´s sind ja auch unsere Freunde. Die dürfen das also. Sollte man denn wirklich seinen Blog verschluesselndamitdiejuingssorichtigwaszutunbekommenarbeitslossolljaschließlichdurch
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Muß mal schnell unterbrechen, es hat gerade geklingelt, da stehen 3 schwarze Chrysler-SUV´s vorm Haus. Aus ihm stiegen 12 finstere Männer aus. Ich erwarte eigentlich keinen Besuch…….

Deutlich mehr als 1.000.000.000

Mit großen Zahlen sollten Banker ja umgehen können. Ein Gefühl dafür scheint aber abhanden gekommen zu sein. Von 600 Mio wurde die Bausumme für die neue EZB- Zentrale in Frankfurt, anläßlich des ,diese Woche gefeierten Richtfestes, mal ganz locker auf deutlich über Tausend Millionen geschätzt. Bei den geladenen Gästen war keine Reaktion festzustellen.

Es ist ja schließlich nicht deren Geld, was hier so prunkvoll verprasst werden wird. Und wir sind ja schließlich auch noch nicht fertig. Je heftiger die Euro-Krise, desto höher die Baukosten. Vielleicht liegt es daran, daß die stetig wachsenden Forderungen gegen verschiedene Euro-Staaten und demnächst wohl auch noch die wieder einmal mitleidenden Banken besonders stilvoll verwaltet werden müssen.

Mit Folgen für Frankfurts Ostend. Es sind u.a. für diesen Bau (hier sieht man ja nur den himmelsstürmenden Teil) auch die ehemlaigen Markthallen ausgekernt worden. Auch die sind dann Teil der neuen EZB. Es wird wohl ein neues Wahrzeichen für Frankfurt hinzukommen oder vielleicht sogar die seitherigen vergessen machen. Die Bevölkerung hat schon seit geraumer Zeit Verstehensprobleme. Die Mieten kennen nur noch einen Weg;: sehr steil nach oben. Es wird aus dem bürgerlichen Ostend, wo seither Tagelöhner und Illegale vor den Markthallen auf Jobs warteten, wohl eher ein Nobelviertel werden. Und das Kopfsteinpflaster passt natürlich dann auch nicht mehr so recht in das neue prunkvolle Bild. Sicher wird es einen Flüsterasphalt geben, daß die Denker im Palast nur nicht gestört werden.

Von meinen Gassipfaden in Dreieich aus gesehen, ist es das derzeit dominanteste Gebäude im Dunst der Banken-Metropole in ca. 15 km.  So entfernt und abgehoben,  wie meine Position zum Gebäude bei diesem Foto , ist gefühlsmäßig auch der obersten Währungshüter von der Meinung des gemeinen Fußvolkes.

Badetag

„Mann, ich bin pitsche – naß! Dein Bachlauf hat´s in sich.“

„nun hab dich nicht so“.

„Pah! Ich wollte dich mal sehen,,,“

„Na, nun dreh´dich halt wieder um“

„So??“

„Oder so???“

Teil II einer traurigen Geschichte (Aus dem Tagebuch von Sally und Alice)

Nun ist es soweit: Hundesteuer soll die Finanzen retten.

Dreieich ist pleite. Wie bei vielen andere Städte und Gemeinden auch, frisst der Schuldendienst die Pfründe auf. Misswirtschaft und Fehlplanung sind daran schuld. Nicht nur  die Vergangenheit ist daran schuld, aber sie holt uns schneller ein, als damit zu rechnen gewesen wäre. Tolle Geniestreiche gäbe es da zu berichten. Aber die Aufzählung der Unfähigkeiten und Untaten hilft nicht einmal bei der Frustbewältigung. Das Tafelsilber wurde veräußert. Alles von Wert wurde veräußert. Sogar das Rathaus hamm se verkümmelt. Das wäre ja noch ein Hoffnungsschimmer, wenn „die“ sich einfach auch damit aufgelöst hätten. Aber nein, da mußte ein protziger Neubau her, der nun jährlich mehr MIETE kostet, als die Gesamtsumme aller Renovierungen des altehrwürdigen Rathauses gekostet hätte!

Da es einigen Politikern dann doch zu heikel wurde, schaltete man eine renommierte Beraterfirma ein, die für eine riesige Stange Euros den guten Rat erteilte…… zu sparen. Eine bemerkenswerte Erkenntnis, wie wir mit unserem Hundeverstand erkennen konnten. Vielleicht hätte man sich die Beratung sparen sollen? Sensationell auch der Vorschlag, dass weiteres städtisches Eigentum veräußert werden soll. Das Freibad würde sich hier anbieten. Es sei zwar erst 2010 für zig Millionen saniert worden, aber die laufenden Kosten für den Bademeister und das Kassenhäuschen könnte man dadurch einsparen. Bauplätze könnten aus der riesengroßen Liege- und Spielwiese werden. Der Erlös reicht sicher aus, die Becken, die Wassseraufbereitung und sonstige Baulichkeiten „zurückzubauen“, wie es immer so schön heißt. Beim Sparen sollte einem nichts zu teuer sein. Aber auch Nichtschwimmer würden beteiligt werden. Zum Beispiel junge Eltern, die ihre Plagen im Kindergarten abliefern. Die Gebühr soll drastisch angehoben werden und dafür wird dann Personal abgebaut. Das wäre dann auch schon die dritte Säule bei den sauteuren Erkenntnissen: Erhöhungen. Steuerhöhungen, Gebührenerhöhungen, Erhöhungserhöhungen, Gehaltserhöhungen,  Bonuserhöhungen  – halt die nicht, das waren die Bänker.   Tja, weniger ist manchmal mehr.  Aber das versteht ein dummer Hund ja doch nicht.

Die schwerwiegendste Position aber tangiert uns und unsere Artgenossen doch sehr: die Hundesteuer  soll verdoppelt werden. Ich glaube wir wandern besser aus! Da braucht auch ein Hund doch erstmal frische Luft um über solche Vorschläge nachdenken zu können. Wir hamm unser Chefchen zwecks Frustabbau zum Spaziergang eingeladen.

Eine Weile auf der Wiese herumdüsen hilft den Streß zu reduzieren, den die Holzköppe im Rathaus für unser einen so parat haben. Fluchtreflex heißt man das. Wenn Hund dann wieder etwas ruhiger wird, kann man durchaus auch schon mal die pseudo-winterliche-Natur genießen. Wir hatten Glück und gerade eine längere Regenpause erwischt.

Und so rannten wir über Feld und Wiese, soweit es die alten Knochen noch zuliesen. Sally ist, nach Menschenalter gerechnet, ja nun auch schon über 75 !

Aber dafür benimmt sie sich immer noch reichlich albern. Ab und zu. Wind und Wetter machen einem echten Goldi ja nun mal gar nix aus. Da geht es immer richtig zur Sache.

Auf unserem Weg trafen wir noch mehr gefrustete Mitbürger. Ob für die auch alle eine Steuererhöhung ansteht?

Wie üblich lief Sally voraus. und bremste urplötzlich –  wie zur Salzsäule erstarrt. Aber nur um im nächsten Augenblick mindestens 50 Jahre einfach abzustreifen und hinter sich zu lassen. Sie hatte ihr El Dorado entdeckt.

Vergessen waren Streß, Frust und Wut. Sie hatte entdeckt, wofür die Stadt-Oberen das ganze Geld gebrauchen. Für sie wurde ein riesiges Plantschbecken eingerichtet, was auch bei den schwül-warmen Temperaturen  um gefühlte Null Grad noch ausreichend Erfrischung versprach.

Sie stimmte der Steuermodifikation uneingeschränkt zu. Da hatten die Schlauberger doch wirklich mal eine gute Idee. Schade nur, daß Chefchen nicht auch ein bisschen reinkommen wollte. Der ging eher trockenen Fußes auf seinem Rundweg weiter . Wir wandten uns wieder Richtung Auto. Morgen abba wieder hier- ist das klar?

Kurz bevor wir den Parkplatz erreichten, holte uns doch die Realität wieder ein. Ein riesiger Haufen Pferdekacke ließ uns beide grübeln. 50 Meter Mist.Von der Menge her dürfte der aus dem Rathaus stammen!?

Wofür wird denn Hundesteuer nun eigentlich wirklich verwendet? Die paar Plastiktüten kann ich aus meiner persönlichen Portokasse kaufen. Pro 1400 Hunde gibt es, wenn ich nicht irre,  eine Dog-Station. Das kann die Kosten ja wohl nicht ausmachen. ‚Und warum gibt es keine Pferdesteuer?????????? Das kapiert ein dummer Hund ja doch nicht.

Teil I einer traurigen Geschichte – Das alte Rathaus in (Dreieich) Sprendlingen

„So schläächt wie dem Datz sein Mobbes“

-oder das versilberte Rathaus

Und wieder melden sich heute – außerhalb der Gassipfade – Sally und Alice zu Wort.

Dreieich ist eine Kunstgemeinde und besteht aus 5 Stadtteilen. Der einwohnerstärkste und größte Stadteil ist Sprendlingen. In der Historie war Sprendlingen bekannt als das Dorf der Maurer und Pflasterer.

Also lange bevor Sprendlingen Stadt und schließlich daraus Dreieich wurde. Da war die Welt auch noch in Ordnung. Derbe Späße waren an der Tagesordnung und man erzählt sich Geschichten, die heute unvorstellbar wären. Eine Stadt, die nicht verschuldet ist. Wau, wo gibt´s denn so was? Wo noch jeder den anderen achtete und auch auf ihn achtete.
Der „Pfläster“ Karl M. hatte extrem große Füße. Man sagte ihm nach, seine Schuhe hätten die Größe eine Nummer keiner, als ein „Maabootsche“ (Das sind die kleinen Ruderboote, die man sich in Frankfurt am Mainufer für eine Kahnpartie ausleihen konnte.) Dieser Karl hatte in Frankfurt zu tun und stolzierte über die Einkaufsmeile, die Zeil. Schaufensterbummel. Abgelenkt und geblendet vom großstädtischen Warenangebot achtete er wenig auf seine Umgebung. Und da passierte es. Er trat mit seinen „Maabootschen“ den Schoßhund einer vornehmen Dame platt. Aus die Maus. Zu seiner Entschuldigung sagte der baumlange Handwerker bei der Polizei aus: „Isch honn awwer aach gedenkt, was träät ich ja so mell!“
Da nicht im Entferntesten zu erwarten ist, daß heute noch jemand in der Lage ist, dies zu verstehen, hier gleich die Übersetzung :
„Ich habe mir auch gedacht, als es passiert war, ich trete ja so weich!“
Ja, so waren die Sprennlenger in der guten alten Zeit.
Und diesem Menschenschlag wurde vor wenigen Jahren sogar ein Denkmal gesetzt.

Das steht nun direkt neben dem ehemaligen Rathaus (Dazu später mehr)

Gleich nebenan sitzt ein kleiner Hund, der die Tagesverpflegung für den Plästerer bewacht. Er wollte uns nichts abgeben. Auch sonst ist es ein sehr sturer Kerl. Ich glaube, der hat sich nicht einmal bewegt.
Das muß der Mobbes sein, von dem hier die Alten oft reden.

Wer aber ist ( oder besser war ) denn der Mobbes:

Das ist also geklärt! Mobbes war ein echtes Dreibein. Der freche Spruch, der von ihm abgeleitet wurde: „So schläacht, wie dem Datz sein Mobbes“, der paßt aber auch noch sehr gut in die heutige Zeit. Meint der Spruch doch die Besserwisser, die vermeintlich Superschlauen.

Was sich die Bürger vergangener Zeiten erschufen, hatte leider in der neuen Zeit keinen Bestand mehr und wurde verzockt. Die „Schläächten“ saßen im wunderschönen Rathaus

und überlegten, wie sie die Stadt herunterwirtschaften könnten.

Einige großartige Ideen wurden umgesetzt. So auch – wahrscheinlich im Zeichen der Globalisierung, aber deutlich vor der Bankenkrise- mußte ein neues Rathaus her, weil das alte ja alt war. Und außerdem mußten mehr Verwalter verwalten, was mit weniger Verwalter gar nicht erforderlich gewesen wäre. Man brauchte also mehr Platz. Um ein neues Rathaus zu finanzieren, wurde das alte verkauft! Wau. Da wurden die so genannten Rückbauten vorgenommen. Aus den Anbauten der Verwaltung

wurden Wohnungen, Praxen und Büros (natürlich unvermietet). Die Freifläche nutzt ein benachbartes Geschäft als eine Art Straßencafe.


Das Geld reichte aber nicht vorne und keines Falls für hinten. Also hat man neben dem Tafelsilber auch den Goldschmuck verkümmelt. Das Geld reichte halt immer noch nicht. So kam man auf die glorreiche Idee, ein Wahnsinnsgebäude erstellen zu lassen und es zu mieten. Na ja, vielleicht reichte das Tafelsilber und das Gold für die erste Jahresmiete.? Jetzt haben also alle ein schönes Büro und wir die Schulden. Bin gespannt, wann die unsere Hundesteuer erhöhen.
Da die Räumlichkeiten natürlich nicht ausreichten, waren einige Abteilungen ausgelagert worden – oder gleich geblieben wo sie waren.
http://www.qype.com/review/814343

Wauhuuu.
Vielleicht war ja auch nur die Abfindung für die Stadträtin daran schuld.
Wer alles das so angestellt hat? Wir wissen nur wer es nicht war: dem Datz sein Mobbes.

Dieser Beitrag steht seit 27 Juni 2009 bei Qype

Reichstag -touristisch betrachtet

Reichstag

Baulicher Substanzwert ***** Was du ererbt von deinen Ahnen, erwirb es, um es zu besitzen.
Umbau Architektur *** Trotz Glaskuppel keine Erleuchtung
Insassen ** Viele haben lebenslang
Arbeitsleistung ** Kaum erkennbar-außer bei Steuererhöhungen und revoluzzerischen Kostenpauschalen sowie weitere Angriffen auf die Pfründe der arbeitenden Untertanen. „Mit Pfründe (lateinisch beneficium) wird das Recht bezeichnet, aus den Erträgen einer bestimmten Vermögensmasse ein festes, ständiges Einkommen zu beziehen.“
Akzeptanz * stark eingeschränkt
Führung * Welche Führung?
Repräsentation im Äusseren ** Kann sich nur steigern
Bewirtung und Bauch-kraulen von Bänkern ********** Die armen Notleidenden, denen tut das ja auch mal gut!
Volkes Stimme ** Was ist Volk??
Vorschläge : ************ Verhüllt war´s Klasse
Touristische Attraktivität ******** Viele wollen dem Debattierclub auf den Kopf steigen. Entsprechendes Gedränge beim Einlaß.
Fernblick ****** Vom Dach aus ja. Aber leider keine Weitsicht im Gebäude selbst.
Kampf um Pöstchen * Gar nicht mal so ausgeprägt. Anstehende Neubestzungen werden durch Umbettungen vorgenommen.Durch die kombinierte multi-poly-doktorale-omni-Qualifikationen unserer Abgeordneten sind die Fachbereiche eher nebensächlich -insbesondere bei der Führungsebene (sprich Minister+innen). Universell einsetz- und verwendbar. Ein Resortwechsel ist so problemlos ohne Einarbeitung spontan möglich.

 

Qype kuscht

Dies ist der gesicherte Text meines ursprünglichen Beitrages in Qype zum Internet- und – Telefonanbieter 1 und 1.

Vierzehn Beiträge in Qype sind eigentlich genug, wenn sich zudem die Autoren so einig sind, wie zu diesem Thema. Trotzdem möchte ich meine Erfahrung mit dem Laden hier einmal zum Besten geben.

Ihr könnt ja gerne schmunzeln, aber mir war es damals wirklich nicht gleichgültig.

Im Tal der Ahnungslosen

Vor mehr als einem Jahr habe ich den Telefonanbieter gewechselt. Von der Telekom zu 1und 1. Was sich in der Werbung und ach beim “Powerseller” so toll angehört hat, entwickelte sich im Laufe von fast 4 Monaten zum Desaster. Der Telekom wollte ich eigentlich aus Kostengründen entfliehen. DSL, Telefongrundgebühren und teilweise erhebliche Minutenpreise waren die Gründe. Als “Wenigtelefonierer” waren die hohen Grundpreise die eigentliche Herausforderung. Durch den EDV-Fuzzi in der Firma kam ich auf 1&1. Dort funktionierte es zur damaligen Zeit problemlos. Sogar mit DSL 16000. Das war schon beeindruckend gegen mein lahmes T-Modell. Der Vertrag war schnell abgeschlossen und die Kündigung bei Telekom übernimmt der neue Vertragspartner ohnehin. Von der Seite sollte es eigentlich keine Probleme in der Abstimmung oder der Technik geben. Dachte ich. So weit so schlecht. Mein Hauptfehler lag offenbar darin, dass ich den Gesamten Anschluss an die Luschen in Montabaur übertragen habe. Die T-Leute haben pünktlich abgeschaltet. Was dann fehlte, war die Neuaufschaltung mit der alten Rufnummer. Das allerdings entwickelte sich zu einer Horror-Story aller erster Güte. Abgenabelt von der Außenwelt ohne Telefon, Internet und E-Mail war ich für fast 4 Monate im Funkschatten der Welt. Fast vier Monate hat es nämlich gedauert, bis sich in meiner Leitung etwas rührte. Das heißt es klingelte zwar ab und an, aber ein Gespräch kam niemals zu Stande. Ganz schön bedrückend, dass ich ziemlich genau in dieser Zeit versuchte mich zu verselbständigen. Das Telefon, das Fax und insbesondere E-Mail waren Voraussetzung, dass es überhaupt erst einmal los gehen konnte. Dem Herrgott sei Dank, dass im Hause noch Sohnemann wohnt, der dem Althergebrachten treu geblieben ist. So konnte ich wenigstens die e-mails abschicken, die an 1&1 gerichtet waren. Im Laufe der rund 4 Monate ohne direkten Kontakt wurden insgesamt 418 Nachrichten verschickt. Von mir! Antworten darauf kamen auch. Ungefähr drei!

Aufregend waren die telefonischen Exkursionen ( mit dem Handy ) in die Tiefen der computerisierten 1&1-Welt. Es grenzt an Wunder, dass die Sache mich nicht verschluckt hat. Man hat über die Abzockernummern der verschiedensten Servicestellen ausführlich Gelegenheit fremdartige Geräusche kennen zu lernen. Da gibt es zum Beispiel einen total bekifften DJ, der immer wieder behauptet, dass mein Anschluss funktioniere. Und schon jammert wieder eine indische Sita los – weil ich am Anfang der sprachgesteuerten Auskunftei gelandet bin. Viele Dutzende Male bin ich so hin und her und da und dort gewesen. Man kommt schon weit rum, wenn man versucht einen Telefoncomputer Marke 1und 1 zu überzeugen, dass man gerne einen menschlichen Kollegen vom “Ding” gesprochen hätte. Man sollte halt eine passende Portion Humor parat haben, wenn solche Sorgen drücken. Sarkasmus und schließlich gar Zynismus helfen auch. Zumindest haben das meine Kritiker so gesehen, denen ich jeweils eine Kopie des doch sehr umfangreichen elektronischen Schriftverkehrs zugeschickt habe. Auf meine Kosten haben sich doch da tatsächlich etliche Leute bestens unterhalten lassen und amüsiert. So war das alles nicht geplant. Mein Traum von der Selbständigkeit konnte ich getrost einmotten. Ohne, dass eine Erreichbarkeit gegeben ist, kann man ein solches Vorhaben nicht realisieren. Persönlicher Kontakt , zumindest aber menschlicher Kontakt, wenn es um Telephonie geht, ist halt nicht zu ersetzen. Das sollte sich auch 1&1 merken. Tun die aber nicht. Deshalb auch meine vielen Mails. Ich habe jede Nachricht mit der exakten Minutenzahl versehen, die seit der ersten Meldung “Ihre Leitung ist geschaltet und kann genutzt werden” von mir verschickt wurde. ( Excel rechnet das so hervorragend aus, dass ich diese Umrechung unbedingt weiterempfehle, wenn es um einen Überblick für verlorene Zeit mit Telefonanbietern geht ) Alleine der Aufwand was Fehlersuche ( bei mir selbst, auf meinem Rechner, in der Fritz-Box, Software + Hardware, Einstellungen u.s.w ) an Zeit verschlungen hat, kann eine Großfamilie ernähren, wenn man nur 5 Euronen die Stunde ansetzt. Es kamen immer einmal neue Gedanken ins Spiel. So könnte es die Telekom gar nicht so gerne gesehen haben, dass schon wieder einer abgesprungen ist. “Dem zeigen wir ´mal wo der DSL-Hammer hängt” könnte die Devise gewesen sein. Aber nein…. Die mussten sich auf verspätete Anforderung von 1&1 ja um die Sache kümmern. Die Westerwälder machen nämlich keinen eigenen Finger krumm. Die lassen wursteln. Und genau so war auch die Anmutung, als sich die mehrfach angekündigten Sachverständigen tatsächlich einmal blicken ließen ( obwohl ja eigentlich immer jemand zu Hause war, der halbstündlich die Leitung überprüfte, ob sich denn doch etwas getan haben könnte. Zur Beruhigung aller, die es jetzt vor Spannung nicht mehr aushalten: “Telekom ist unschuldig” sagte zumindest ein Vertreter dieser Gattung. Damit war der Status erst einmal festgestellt. Und so bliebe das auch für einige Wochen. Und täglich grüßt das Murmeltier… mit rund 10 (inzwischen) verautomatisierten E-Mails an den neuen “Geschäftspartner”. Dieser glänzte durch Ignoranz. Ha ! Da gab es ja noch den Power-Seller, der sich die Taschen mit der Provision für meinen Auftrag vollgestopft haben musste. Anruf 1 bis ca. 50 waren fruchtlos. Rückruf erfolgte zwar meistens – aber nur mit dem Zwischenbescheid, man habe noch keinen Zwischenbescheid. An Kündigung hatte ich schon längst gedacht. Pech für den, der Kleingedrucktes nicht lesen kann. Wer viel Zeit hat und eine Brille sei Eigen nennt,  ist klar im Vorteil. Denn so ein Jurastudium sollte man schon absolviert haben, bevor man sich auf Streitereien mit privaten Telefonanbietern einlässt. Und da gibt es keine Ausnahme.Auch wenn die vollmundige Werbung sagt, daß Vertrag ja von Vertragen kommt.

Wenn Probleme auftreten, dann aber richtig! Zwischendurch muß hier schon einmal eine Warnung ausgegeben werden. Wenn Sie sich völlig von der Telekom trennen, gelangt auch Ihre angestammte Rufnummer unter die Räder. Bei mir waren fast 50 Jahre Erreichbarkeit unter der gleichen Nummer in Gefahr. Also nur, wenn Sie im Falle eines Falles viel Zeit haben, die alte Nummer zurückzuklagen, wenn es mit dem Privatanbieter nicht mehr weiter geht. Vielleicht sollte ich die Sache doch stark verkürzt darstellen: Nach fast 4 Monaten regte sich bei mir das Telefon nach gefühlten 4 Jahren Enthaltsamkeit. Es kam auch ein ziemlich einseitiges Gespräch zu Stande. Völlig sprachlos nickte ich ins Telefon. Das Sprechen fiel mir – mangels Training – schon recht schwer. All dies ist nun schon lange her und fast vergessen. Alleine ein dicker Ordner im PC erinnert mich an den Schwank.

Heute nun geht es um ein Upgrade von DSL 2000 auf 6000 mit Handyflat ( zu null Euronen ) für´s gleiche Geld. Das ist laut Internet problemlos möglich. Antrag gestellt und Absage erhalten. Später dann Antrag gestellt und Absage erhalten. Technische Probleme seien der Grund. Entschuldigen Sie bitte den jetzt übernommenen Telegrammstil Die Geschichte läuft nämlich erst seit 5 Monaten. Für einen ausführlichen Bericht ist noch nicht genügend passiert. Man lernt ja schließlich dazu und lasst es ruhig angehen. Irgendwann wird sich der Vorgang beschleunigen und ich kann gerne weiter berichten, wie das so weiter gegangen ist.

Schaumermal.

Da Qype mit der Löschung des Beitrages gedroht hat, werde ich meine Aktivitäten dort wohl -oder eher übel- einstellen. Eine solche Lügerei ist nichts für Uffniks!

Es wäre nachzuvollziehen, wenn persönliche Diffamierungen oder Unwahrheiten zu lesen wären. Aber das Gegenteil ist der Fall . Man kann die 4 Monate währende Apokalypse in Einzelheiten -ohne eine Buch zu verfassen- gar nicht in einem solchen Forum breittreten.