Noch mehr Überwachung

Der Parkplatz an der Autobahn A-9 mit ca. 30 Kameras überwacht.

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Na gut.

Aber nun auch noch das Pinkolatorium??

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Da geht mir ganz allmählich der Humor zur Neige, lieber BND, CIA, NSA….. Oder wie die ganzen Spanner sich schimpfen.

Hat’s denn wenigstens gefallen, was ihr zu sehen bekamt?

Gute Freunde – big brothers

BIG BROTHERs

George Orwell war wohl so eine Art Prophet. Der Nostradamus der Neuzeit. Die Realität hat seine Phantasie aber nun wirklich längst überholt . Unsere amerikanischen Freunde überwachen meinen Schriftverkehr, lesen aufmerksam in Uffnik´s Blog, lauschen, wenn ich telefoniere.

Es ist doch beruhigend zu wissen, daß man nur von Freunden ausspioniert wird. Man stelle sich vor, das wären böse Buben, die so etwas machen. Nein, die Tommy´s sind ja auch unsere Freunde. Die dürfen das also. Sollte man denn wirklich seinen Blog verschluesselndamitdiejuingssorichtigwaszutunbekommenarbeitslossolljaschließlichdurch
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NunfingertauchnopchPutinderschmutzfinkinderSacheherumRedetvomPartnerUSAderdrecksack

Muß mal schnell unterbrechen, es hat gerade geklingelt, da stehen 3 schwarze Chrysler-SUV´s vorm Haus. Aus ihm stiegen 12 finstere Männer aus. Ich erwarte eigentlich keinen Besuch…….

Badetag

„Mann, ich bin pitsche – naß! Dein Bachlauf hat´s in sich.“

„nun hab dich nicht so“.

„Pah! Ich wollte dich mal sehen,,,“

„Na, nun dreh´dich halt wieder um“

„So??“

„Oder so???“

Teil I einer traurigen Geschichte – Das alte Rathaus in (Dreieich) Sprendlingen

„So schläächt wie dem Datz sein Mobbes“

-oder das versilberte Rathaus

Und wieder melden sich heute – außerhalb der Gassipfade – Sally und Alice zu Wort.

Dreieich ist eine Kunstgemeinde und besteht aus 5 Stadtteilen. Der einwohnerstärkste und größte Stadteil ist Sprendlingen. In der Historie war Sprendlingen bekannt als das Dorf der Maurer und Pflasterer.

Also lange bevor Sprendlingen Stadt und schließlich daraus Dreieich wurde. Da war die Welt auch noch in Ordnung. Derbe Späße waren an der Tagesordnung und man erzählt sich Geschichten, die heute unvorstellbar wären. Eine Stadt, die nicht verschuldet ist. Wau, wo gibt´s denn so was? Wo noch jeder den anderen achtete und auch auf ihn achtete.
Der „Pfläster“ Karl M. hatte extrem große Füße. Man sagte ihm nach, seine Schuhe hätten die Größe eine Nummer keiner, als ein „Maabootsche“ (Das sind die kleinen Ruderboote, die man sich in Frankfurt am Mainufer für eine Kahnpartie ausleihen konnte.) Dieser Karl hatte in Frankfurt zu tun und stolzierte über die Einkaufsmeile, die Zeil. Schaufensterbummel. Abgelenkt und geblendet vom großstädtischen Warenangebot achtete er wenig auf seine Umgebung. Und da passierte es. Er trat mit seinen „Maabootschen“ den Schoßhund einer vornehmen Dame platt. Aus die Maus. Zu seiner Entschuldigung sagte der baumlange Handwerker bei der Polizei aus: „Isch honn awwer aach gedenkt, was träät ich ja so mell!“
Da nicht im Entferntesten zu erwarten ist, daß heute noch jemand in der Lage ist, dies zu verstehen, hier gleich die Übersetzung :
„Ich habe mir auch gedacht, als es passiert war, ich trete ja so weich!“
Ja, so waren die Sprennlenger in der guten alten Zeit.
Und diesem Menschenschlag wurde vor wenigen Jahren sogar ein Denkmal gesetzt.

Das steht nun direkt neben dem ehemaligen Rathaus (Dazu später mehr)

Gleich nebenan sitzt ein kleiner Hund, der die Tagesverpflegung für den Plästerer bewacht. Er wollte uns nichts abgeben. Auch sonst ist es ein sehr sturer Kerl. Ich glaube, der hat sich nicht einmal bewegt.
Das muß der Mobbes sein, von dem hier die Alten oft reden.

Wer aber ist ( oder besser war ) denn der Mobbes:

Das ist also geklärt! Mobbes war ein echtes Dreibein. Der freche Spruch, der von ihm abgeleitet wurde: „So schläacht, wie dem Datz sein Mobbes“, der paßt aber auch noch sehr gut in die heutige Zeit. Meint der Spruch doch die Besserwisser, die vermeintlich Superschlauen.

Was sich die Bürger vergangener Zeiten erschufen, hatte leider in der neuen Zeit keinen Bestand mehr und wurde verzockt. Die „Schläächten“ saßen im wunderschönen Rathaus

und überlegten, wie sie die Stadt herunterwirtschaften könnten.

Einige großartige Ideen wurden umgesetzt. So auch – wahrscheinlich im Zeichen der Globalisierung, aber deutlich vor der Bankenkrise- mußte ein neues Rathaus her, weil das alte ja alt war. Und außerdem mußten mehr Verwalter verwalten, was mit weniger Verwalter gar nicht erforderlich gewesen wäre. Man brauchte also mehr Platz. Um ein neues Rathaus zu finanzieren, wurde das alte verkauft! Wau. Da wurden die so genannten Rückbauten vorgenommen. Aus den Anbauten der Verwaltung

wurden Wohnungen, Praxen und Büros (natürlich unvermietet). Die Freifläche nutzt ein benachbartes Geschäft als eine Art Straßencafe.


Das Geld reichte aber nicht vorne und keines Falls für hinten. Also hat man neben dem Tafelsilber auch den Goldschmuck verkümmelt. Das Geld reichte halt immer noch nicht. So kam man auf die glorreiche Idee, ein Wahnsinnsgebäude erstellen zu lassen und es zu mieten. Na ja, vielleicht reichte das Tafelsilber und das Gold für die erste Jahresmiete.? Jetzt haben also alle ein schönes Büro und wir die Schulden. Bin gespannt, wann die unsere Hundesteuer erhöhen.
Da die Räumlichkeiten natürlich nicht ausreichten, waren einige Abteilungen ausgelagert worden – oder gleich geblieben wo sie waren.
http://www.qype.com/review/814343

Wauhuuu.
Vielleicht war ja auch nur die Abfindung für die Stadträtin daran schuld.
Wer alles das so angestellt hat? Wir wissen nur wer es nicht war: dem Datz sein Mobbes.

Dieser Beitrag steht seit 27 Juni 2009 bei Qype

Reisen für Musikfreunde

Musik kann man hören. Oder genießen!

Mit dem Auto unterwegs leiert das Radio vom Einsteigen bis zum Fahrtziel. Das Meiste, was so aus den Lautsprechern quillt, registriert man gar nicht. Geräuschkulisse, und eigentlich nur um die Verkehrs- und Blitzermeldungen nicht zu verpassen. (Ausnahmen bestätigen die Regel) Andere brauchen da eher belebende Elemente, die einen 2000-Watt Bass- Bumms voraussetzen. Im Rhythmus meines Herzschrittmachers klopft da jemand so heftig , daß selbst noch etliche Autos hinter mir die Scheiben schon erzittern, wenn sich der Höhrgeschädigte nähert. (Bei der Bundewehr war seinerzeit Selbstverstümmlung streng verboten!)

Nach meiner persönlichen Empfindung läßt sich so etwas nicht in die Kategorie Genuß eingliedern. Musik genießen braucht eine geeignete Stimmungslage, einen guten Rotwein, den Ohrensessel, Kopfhörer und natürlich die große Sammlung an CD´s und DVD´s. So viel Vorbereitung steigert die Vorfreude, ist aber immer noch Stimmungsabhängig. Wenn die Auswahl getroffen ist, kann es losgehen. Nach wenigen Takten blendet sich die Welt aus. Da interessiert kein Rettungsschirm, Bankenkrise 1, 2 oder 3, Rating-downgrade von ganzen Staaten, Ärger mit der, die oder das, oder daß der HSV schon wieder verloren hat. Wie eine Schutzhülle umgibt mich die Musik. Sozusagen blisterverpackt. Konserve also, in immer gleich bleibender, hoher  Qualität.

Die Alternative zur heimischen Musikorgie ist ein Konzertbesuch, Oper oder Operette. Meist sind die Veranstaltungen mit Reisen verbunden. Die „drei Tenöre“ führten uns beispielsweise nach Wien, Budapest und Berlin. Aber auch näher an der Heimatadresse gibt es interessante Veranstaltungen. Im Laufe der Jahre bilden sich eindeutige Hitlisten aus. Sei es für Interpreten, Orte oder Komponisten. Wenn der Ort der Veranstaltung, mit einem Interpreten auf der persönlichen Hitliste treffen, ist die Entscheidung eigentlich schon gefallen. Kommt die dritte Komponente dann auch noch dazu, braucht es keine Überlegung mehr. Und genau das war geschehen.

Frau Uffnik blätterte in der Juli – oder August- Ausgabe des ADAC-Magazins. Nanu, seit wann interessiert sie sich denn für Reifentests. Stauprognosen oder Navigationssysteme? Weit gefehlt. Ihr listiger Gesichtsausdruck machte es mir ziemlich einfach zu erraten: sie hatte etwas entdeckt, was uns beide interessieren könnte. Ich kenne den Gesichtsausdruck.

Sie: „KIM““

ich: „hä?“

sie: „Wookyung Kim

ich: „oohh! Wo?“

sie: „Dresden“ und grinste

ich: „jou!“

sie: „Verdi!“ und grinste breiter

ich: „buchen!“

Am 17. August kam ein Schreiben vom ADAC, Frankfurt. Was wollen die denn? „Die“ bestätigten die Buchung für eine Musikreise nach Dresden. Ein Arrangement für drei Tage, einen Opernbesuch und ein Konzert in der Frauenkirche. ein geführter Stadtrundgang, Museum, Türckische Cammer, und natürlich auch eine erstklassige Unterkunft.

So saßen wir am 30. September im Auto und fuhren nach Dresden. Ausgerüstet mit den vom ADAC zur Verfügung gestellten Unterlagen. Ablaufplan, Eintrittskarten, Hotelgutscheine, Fremdenführer, Landkarten und und und…  Den Stau und gut drei-stündigen Zeitverlust bei Chemnitz, auf der A-4, hatten die Jungs vom ADAC allerdings nicht auf ihrem Plan. Ich eigentlich auch nicht. Wie dem auch sei, den Begrüßungscocktail ließen wir umständlicher ausfallen – dafür schafften wir die Premiere von Verdi´s „Ein Maskenball“  Ein grandioses Erlebnis in der Semperoper. Eine Akustik, von der man lange zehren kann.

Danach erwartete uns das nicht minder beeindruckende 5 – Sterne Grandhotel  Taschenbergpalais nur wenige Gehminuten von der Oper entfernt. Ein glanzvolles Haus, das keine Wünsche offen läßt.

Am nächsten Morgen, nach ausgiebigem Frühstück, erwartete uns der Altstadtrundgang mit sachkundiger Führung. Besser, als mit unserer Begleiterin hätten wir es wohl nicht treffen können. Hauptberuflich war die stolze Dresdnerin beim Bauamt der Stadt beschäftig. Derlei viele Hintergründe und Daten kann nur ein wirklicher Insider parat haben. Neben den üblichen touristischen Informationen blieb uns die nette Dame keine Antwort auf noch so ausgefallene Fragen schuldig. Zu diesem Denkmal, zum Zwinger, Schloß, Kreuzkirche, Brühlsche Terrasse, Hochschule für bildende Künste, Residenzschloß, Grünes Gewölbe, Türckische Cammer und all die anderen Sehenswürdigkeiten der Dresdner Altstadt. Vielen Dank für die begleitete Exkursion.

Es folgen einige Stunden zu freien Verfügung, bevor abends eine Messe von Johann-Sebastian Bach in der Frauenkirche auf dem Plan stand. Wieder mit ganz hervorragenden Plätzen (1. Reihe, Mitte).

Auf dem Rückweg zum Hotel gab es musikalische Begleitung. Die unvermeidlichen Akkordeons mit einbeinigen Bulgaren hintendran, Studenten oder nicht, die mit Geige oder Flöte versuchten den Passanten noch nen Euro aus der Tasche zu locken. Und da gab es noch ein weiteres Konzert, das allerdings so nicht aus dem Programm hervorging.

Die Verfremdung ist den drei Nachwuchskünstlern geschuldet, die darum gebeten hatten. (Die magere Tonqualität: ein SR-Foto ist halt keine Video-Kamera)

Eine weitere Nacht in dem wunderbaren Palais. Ein köstliches Frühstück. Ende des offiziellen Programmes. Aber es lag noch ein ganzer Tag in Dresden vor uns. Und das war ausreichend, um den Appetit auf einen weiteren Besuch zu verstärken.

Wir haben eine wunderbare Reise der Oberklasse mit perfekter Organisation und Ausführung erlebt. Ausgezeichnete Programmpunkte und abwechslungsreiche Besichtigung im richtigen Verhältnis. Die allerbesten Plätze bei allen Veranstaltungen und ein in Dresden nicht zu  toppendes Hotel. Uffniks Rating-Agentur vergibt ein AAA.

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Taschenbergpalais, Innere Altstadt, Dresden (Kempinski )

Für eine anspruchsvolle „Musikreise“ muß auch das Drumherum passen. Unsere Buchung über „ADAC-Musikreisen“ (Beitrag folgt) deckte neben den eigentlichen Veranstaltungen  auch Stadtführung, Besichtigungen, Museumsbesuche und, ganz wichtig, die Unterkunft ab.

5  Sterne beansprucht das Kempinski – Taschenbergpalais für sich und übernimmt damit die Führerschaft in Dresden. Ich hatte das Taschenbergpalais im Urzustand schon vor 19 Jahren zum ersten Mal gesehen. Auf Grund der Traurigkeit dieses Anblicks gibt es -von mir- keine Fotos hierzu. Schlimm, ganz schimm sah das aus. Die Bombenangriffe der Alliierten während  des 2. Weltkrieges hatten ganze Arbeit geleistet. Bis zum Jahre 1992 lagen da Trümmer herum, bevor sich ein Investor der Sache an nahm und das Palais von Grund auf neu aufbaute. Nach alten Plänen, Zeichnungen und Fotos wurde rekonstruiert und geplant, angepasst und auf ein Niveau gebracht, welches das Hotel in die Spitzengruppe der Stadthotels – weltweit – brachte. In Deutschland zählt es zu den „Top-Ten“. Berühmtheiten, Stars und Sternchen, Präsidenten und Adel verweilen bei Ihren Besuchen in Dresden anscheinend ausschließlich hier. Barack Obama, Herr Putin mit seinem deutschen Gasmann Gerhard Schröder, Beatrix Königin der Niederlande, um nur einige zu nennen, wissen das Haus mit dem besonderen Ambiente und Service zu schätzen.

Schon bei der Ankunft wird man sehr aufmerksam begrüßt, um Gepäck und den Wagen muß man sich nicht kümmern. Die Rezeption war freundlich bis verbindlich und schon kurz nach der Unterschrift auf dem Anmeldeformular wurden wir mit vielen Erklärungen und Hinweisen zu den wichtigsten Gegebenheiten und Einrichtungen des Hauses zu unserem Zimmer begleitet. Irgendwelche Gemütsäußerungen, die Überraschung vermuten lassen, konnten wir mühsam unterdrücken. Dennoch, überrascht über ein sehr geschmackvoll eingerichtetes recht großes Nichtraucherzimmer waren wir schon. Da paßte nun wirklich alles zusammen. Und all dies wiederum unbedingt zum Haus. Ein Palais halt. Ein großzügiges Badezimmer mit Wanne und Dusche samt exzellenter Ausstattung runden das Bild harmonisch ab ( oder eher auf! ).

Wir waren durch eine, durch Stau auf der A-4 bedingte, mehr als 3-stündige Verspätung nicht mehr in der Lage alle Annehmlichkeiten auszuprobieren. Die Semperoper befindet sich qausi nur schräg über die Straße. Und das war auch gut so. Nur 5 Minuten vor 19:00 ‚Uhr und dem Gong betraten wir das Opernhaus mit der hervorragenden Akkustik. Es gab eine Premiere zu genießen : ein Maskenball von Herrn Verdi.

Wieder zurück  im Hotel konnten wir mit etwas mehr Zeit, als bei der Ankunft, das Haus inspizieren.

Unaufdringlich aber fast ständig präsent die guten „Geister“ des Hauses in ihren gut sitzenden Livrees. „Haben Sie Fragen? – Kann ich Ihnen helfen?“ Nein danke, wir kommen alleine zurecht.

Es war recht früh, als ich am nächsten Morgen erwachte. Die Beleuchtung des Innenhofes brannte noch.  Der Blick aus dem Fenster, versprach einen wunderbaren Tag.


„Haben Sie gut geschlafen?“ wurden wir gefragt, als wir zum Tisch für das Frühstück geleitet wurden. Es war wirklich eine hervorragende Nacht. Und geschlafen haben wir auch gut. Nun stand aber die Stärkung für den Tag an. Das Buffet ließ keinerlei unerfüllte Wünsche aufkommen. Und was nicht war, wurde gemacht. Spiegelei ohne Spiegel (ohne Eigelb) ? Frisch in der Küche zubereitet. Spezielle Obstsäfte, die nicht sowieso schon vorhanden gewesen wären. alles kein Problem. Der Küche ist exzellent und schnell. Ein Schmaus zur Morgenstunde hat Auswirkung auf den ganzen Tag.

Über den SPA-Bereich kann ich keine Aussage machen, da hierfür einfach die Zeit nicht reichte. Aber wir sind ja auch nicht wegen Streicheileinheiten oder einem Sauna-Gang nach Dresden gekommen.

Die Lage gegenüber von Zwinger und Semperoper ist grandios. Mit wenigen Schritten ist man in der Altstadt und kann sich von der Schönheit Dresdens verzaubern lassen.

Am Tag der Abreise schließlich, wurde das Gepäck auf die Minute genau abgeholt. Bis wir unsere „Nebenkosten“ beglichen hatten, wurde das Auto aus der Garage gebracht und das Gepäck war bereits verstaut. Ein kleines Dankeschön für unsern Besuch fanden wir im Wagen. Sehr aufmerksam, danke.

Fazit: Ein unvergesslicher Aufenthalt. Perfektion bis ins Detail.
Ein Haus, das ich im gehobenen Preissegment uneingeschränkt empfehlen kann. Den 5 Punkten für die Hotelkategorie kann man nur beipflichten.

Alte Oper – Brunchen mit Stil

*Obs edler im Gemüt, die Stern´ und Punkte

vier oder fünf, das ist hier die Frage.*

Sonntagsbrunch ist eigentlich nicht mein Ding. Viel zu bequem ist man geworden. Sonntag= ausschlafen ohne daß ein Wecker stört, Frühstück mit Plausch und einem Kaffee extra. Kuchen. So, oder so ähnlich sieht das Standard-Szenario aus, auf das man sich nach einer stressigen Woche freut.

Nun meinte es jemand besonders gut und verpasste uns einen Gutschein für einen Bruch in der alten Oper. Der blieb naturgemäß erst ein paar Wochen liegen, bevor man der Sache sich vorsichtig nähern mochte. Internet – mal durchgooglen, was die Gemeinde da so weiß – und natürlich auch zu Qype. Bis 2008 reichen hier die gemachten Erfahrungen zurück. Von notorischen Nörglern einmal abgesehen, pendelt sich das Niveau so bei 4 bis 5 Sternchen ein. Das war ja auch wichtig für die Anzugordnung. Turnschuhe oder Schmoking? Ein gutes Mittelmaß sollte angemessen sein.
Meine Erfahrungen mit Restaurants, die sich mit gehobenen Ambiente umgeben, waren nicht immer die allerbesten. Klangvolle Namen geben nicht auch gleich eine Garantie für anspruchsvolles Essen, was den Namen verdient hätte. Mit anderen Worten: ich war durchaus kritisch eingestellt, zumal ich auch noch auf den ausgiebigen Sonntags-Kaffee verzichten sollte.

Die enge Einfahrt zur Tiefgarage hat, wie die Spuren vermuten lassen, so manchem Reifenhändler und Karosseriebauer neue Aufträge beschert. Kurz vor „High Noon“ parke ich wohlbehalten direkt gegenüber des Ausgangs. Nicht viel los, an diesem Sonntag. Raus aus der von der Sommerhitze noch gut geheizten und stickigen Garage. Die Wendeltreppe hinauf.

Erst einmal frische Luft schnappen – so viel Zeit muß sein. Der wunderschöne Platz vor der „Alten Oper“ war um die Mittagszeit nur spärlich besucht.

Es war kühl geworden in Deutschland. Trotz sonniger Abschnitte läßt der Herbst schon schön grüßen. Durch den Seiteneingang gelangt man zu den Aufzügen und zur Treppe. Oben angekommen, wurden wir freundlich begrüßt und zum reservierten Tisch geführt. Ohne Reservierung geht beim Brunch übrigens gar nichts. Kurz darauf erschien auch schon ein nettes Frollein, die uns ein Glas Prosecco oder O-Saft offerierte, was im Preis des Brunch-Buffets enthalten war.

Sehr zum Wohle!

In Ruhe umschauen, Ambiente aufsaugen, wirken lassen.

Meine Krawatte hatte ich passend gewählt.

Vorspeisen sichten stand als nächstes an. Die Auswahl war reichhaltig und gut abgestimmt.

Salate, italienische Antipasta, Lachs frisch, Lachs geräuchert, frisch aufgeschnittener Parma-Schinken, Salami, köstlicher Salm, Matjes, prima Salm, Krabben, viele verschiede Brotsorten und Brötchen. Hatte ich schon den Salm erwähnt? Uiiii, war der lecker. Nicht zu erwähnen braucht man die vielen Dressings, und Saucen, die dem Ganzen noch mehr Pfiff verpaßten.

Die Bedienung ist sehr aufmerksam. Der Prosecco war Geschichte und so viel Fisch soll schwimmen. Nun kommt es dann doch zum vermeidbaren Punktabzug schon während die Vorspeise. Es gibt kein Shakespear; nicht einmal Bier vom Fass! Das wurde durch die gehabten Umbaumaßnahmen entschuldigt. Nein, Flaschenbier – das wollte ich nicht. Also bleibe ich im Lande und nähre mich redlich: einen offenen Rheingauer Riesling dann! Das ging in Ordnung. Was da gebracht wurde, war durchaus brauchbar, wenn auch eine Spur zu kalt. Aber das läßt sich reparieren.

Die gelungene musikalische Untermalung übernahmen zwei Virtuosen auf der akustischen Gitarre. Irgendwo habe ich die Kameraden schon gesehen? Verdammt, mein Gedächtnis läßt nach. Wirklich herausragend, was die Beiden da ihren Klampfen entlockten. Und die Stimme des Behüteten war auch nicht ohne. Das paßte alles recht gut zusammen.(Leider ist die Tonqualität des Handys nicht die allerbeste)

Mal sehen, wie das am warmen Buffet weitergeht. Vorsondierung der Höhepunkte. Ich entschloß kurzfristig erst noch einen Abstecher zum Vorspeisen-Buffet zu machen, da Gulasch , Kasseler und Co. zu Hause auch nicht selten gereicht werden. Und gar nicht schlecht, will ich angemerkt haben. Also vielleicht dann noch erst etwas Salm? Eigentlich hätte ich durchaus dabei bleiben können, zumal bei diesem zweiten Gang gerade für frischen Nachschub gesorgt wurde. Bedenkenlos rückte ich dem Burschen zu Leibe – oder besser zu Rücken, denn davon mundet es besonders gut.

Unser Ober war mit unserer bisherigen Leistung ganz zufrieden, als er uns aufforderte, doch einmal bei den Hauptgängen nach dem Rechten zu sehen. Es fällt schwer sich zwischen der Gemüse-Lasagne, etlichen Kartoffelgerichten, Reis, sowie Fisch und/oder Fleisch nebst Beilagen richtig zu entscheiden. Meine Erziehung wirkt noch immer. Was du auf dem Teller hast, wird auch gegessen! So sei es! Wir haben es nicht nur gegessen, weil es irgendiwe auf dem Teller gelandet war. Wir haben es genossen, denn es war vorzüglich! 
Mindestens so besonders war auch das Dessert-Buffet. Dominiert vom unverzichtbaren Schokoladenbrunnen, fiel die Auswahl auch hier recht schwer.

Irgendwann geht nichts mehr rein. Und diese Marke war sicher bald erreicht. Also nur etwas „dies“ und vielleicht noch „das“ oder von „dem da“. Uff. Nix von den köstlichen Eisvariationen und auch das Gebäck hatte wirkliche eine reale Chance auf den Teller zu kommen. Der Cappuccino dazu war geschmacklich ebenfalls in Ordnung, die Milch schön stabil. Es fehlte eigentlich nur ein klein wenig ( nur ein ganz klein wenig ) Deko.

Das Restaurant in pompöser Umgebung, mit großem Balkon (bei 17° Celsius aber heute nur etwas für die Hardcore) hat uns nicht enttäuscht. Im Gegenteil. 

Sobald ein gutes Bier wieder aus dem Zapfhahn fließt, vergebe ich auch noch den fehlenden Stern. Und das wird hoffentlich schon bald sein. Ich freue mich darauf.

Schlaf eines Handlungsreisenden oder die Leiden des alten Uffniks

Kapitel 1)

Fährst du noch, oder staust du schon?

Geschäfts- und Dienstreisen dienen weder der Unterhaltung noch dem Vergnügen. Getreu diesem Motto, also streng nach den einschlägigen Vorschriften unserer Finanzverwaltung, trat ich meine Reise in den Hohen Norden an. Ferienzeit in der Hauptsaison. Alle Bundesländer befinden sich im Ausnahmezustand. Auch unsere europäischen Nachbarländer klagen über drastischen Einwohnerschwund und schier hoffnungslose Überfremdung durch die nicht enden wollende Touristenflut. Und alle, die nicht sinnvoller Weise zu Hause geblieben waren, mussten unbedingt über die A 5 und die A7 nach Norden!

Ich hatte versprochen das schöne Wetter aus der Mitte der Republik mitzubringen. Das gelang erstaunlicher Weise auch recht gut. Es war angenehm warm, kaum bewölkt. Sommer eben. Aber nur für die nächsten beiden Tage. Das reichte mir ja auch. Länger konnte ich nicht bleiben, ohne daß es doch zu einer Vergnügungsreise mutieren würde. Steigende Temperaturen im Laufe des Tages sorgten dafür, daß die Klimaanlage heftig zu tun bekam. Die Nerven scheuerten sich allmählich blank, bei dem zunehmenden Verkehr durch Urlauber. Für die Saison hatte das Verkehrsministerium noch für einen besonderen Gag gesorgt. Die gesamten Baustellenkilometer auf den Autobahnen wurden zum Vorjahr einfach mal verdoppelt! Solide Planung. Ich war hellauf begeistert. Derart kann man auch schon bei der Fahrt so richtig den Urlaub genießen. Das erste Extra des Tages. Die Sonntagsfahrer durften mit Sondergenehmigung nun auch am Dienstag uff die Gass. Und natürlich alle links. Das war zwar nicht Bedingung – das ergab sich so. Die Mitte war nur äußerst schwach besucht. Die rechte Spur war offenbar gesperrt und nur für Uffniks reserviert. So viele davon waren aber gar nicht ´mal unterwegs. Einen hatte ich gezählt. Bei den unvermeidlichen Bremsmanövern der blöden Linken, erntete ich immer wieder neidische Blicke. Ich genoss auch das freundliche Zuwinken der linksdralligen Gesamtfraktion, sobald ich die Kiste noch ausrollen ließ, wenn es auf der hochfrequentierten Spur wieder einmal hart auf die Eisen ging. Die Linken sollten sich aber angewöhnen die Hand beim Winken zu öffnen. Sieht nochmals freundlicher aus. Aber nicht zu weit, sonst werden sie sehr leicht mit den ganz Rechten verwechselt. Das aufgeregte Schnattern der ältlichen Berlinerin im dicken Daimler entbehrte schon optisch jeder Nettigkeit, während der zugehörige Gemahl verkrampft ins Lenkrad biss. Ich hoffte, daß die Gebisse der beiden das mitmachen. Für Kurzweil war also gesorgt, mein Amüsement war perfekt.

Kapitel 2

Duschst du schon, oder spähst du noch?

Das Ziel meiner Anfahrt war eine Empfehlung meines Kunden. „Großartiges Restaurant, kein Billigladen – aber das Geld bereut man auch nicht.“ Das sagte nun wenig über die Hotelqualitäten aus. Trotzdem buchte ich das letzte verfügbare Bettchen.
700 Kilometer und gut zwei Stunden Stauerei hatten ihre Spuren hinterlassen. Jetzt eine erfrischende Dusche. Zuerst aber die sehr freundliche Begrüßung. Und der Dank für das importierte Wetter. Danach wurde mir mein Zimmer gezeigt. Tür auf und…. uiiii war das warm. Ein großes Doppelzimmer tat sich vor mir auf. Schon etwas in den Jahren, aber sauber. Ein Fenster suchte ich vergebens. Statt dessen gab es eine Balkontür (!).

Die frisch importierte Sonne schien am frühen Abend noch sehr intensiv und sorgte für die schnuckeligen Temperaturen. Tür auf! Der Luftaustausch konnte beginnen.
Wer keine Probleme hat, macht sich welche. Vom Bett bis zur Kreuzung der Bundesstraße waren es schlappe 10 oder 12 Meter. Was mir da alles durch den Kopf schoss. Daß ein Mensch überhaupt zu solchen Gedanken fähig war…schon erstaunlich! Trotzdem hatte ich  nun keinen Plan zur Hand, wie ich gleichzeitig ausgiebig Duschen und die geöffnete Balkontür im Auge behalten konnte , ohne gesteigertes, öffentliches Interesse zu wecken. Man will ja als Gast nicht unbedingt den Neid der Landbevölkerung verursachen.

Unter Verzicht auf die eigentlich dringend erforderliche weitere Frischluftzufuhr, wurde die Tür gekippt und der Vorhang geschlossen. Langsames heran tasten an die für Warmduscher gerade noch erträgliche untere Temperaturschwelle. Wasser marsch! Noch ein bis zwei Grad runter, und ich kann mich bei Germanys next Topmodel anmelden.

Das war richtig erfrischend und die Strapaze der Anreise waren fast vergessen. Und nun? Ich wollte die Ostsee sehen. Der Wegbeschreibung meines Kunden folgend, ging es die „paar Meter“ an die Flensburger Förde. Schleswig Holstein ist doch erheblich größer, als gedacht. Zwischen zweimal links und einmal rechts abbiegen lagen doch etliche Kilometer. Der Tank war voll, was sollte also passieren? In Höhe von Westerholz (- oder war es doch OsterHolz?) traf ich auf dem „gebirgigem“ Gelände endlich auf die See.

Das Brackwasser der Förde versprühte in der Abendsonne einen besonderen Reiz und eine beruhigende Atmosphäre.

Ein leichtes Lüftchen sorgte für den Rest.
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Von der Reise noch dehydriert und total hungrig, mußte ich mich aber dringend um mein leibliches Wohlergehen kümmern. Schöner Strand hin oder her. Nein eine Imbissbude sollte es nicht sein.

Mein Streben galt einem Restaurant in Langballig.

Kapitel 3

Guckst du noch oder schlemmst du schon?

Direkt an dem kleinen Yachthafen gibt es für Uffniks viel zu sehen. Schiffsche, Böötsche und ausgesprochen schöne Segelyachten gaben sich hier ein Stelldichein.

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Nein, nicht so wie an der Côte d’Azur. Aber etwas Schaulaufen war schon dabei. Manche Skipper hatten es sich auf der Terrasse der Hafenbar gemütlich gemacht und genossen nicht nur ihren Drink in der angenehmen Abendsonne. Sie sonnten sich auch in der Bewunderung der Landratten für ihre Kähne. Na gut, die paar Meter Landungsbrücke schaffe ich auch noch vor dem Essen. Und da gab es Möwen! Reichlich Möwen…..

Auch die Jungvögel mußten ihre Flugkünste unter Beweis stellen, wollten Sie noch ein freies Plätzchen erwischen.

Und immer wieder Möwen. Vor der 18. Reschtschreiprevorm nannte man die frechen Räuber auch „Möven“.

                    

Ein Anlegemanöver der Küstenwache.    Verdammt, ich hab´ Hunger. Und der duldete keinen Aufschub los. Gnadenlos knurrte der Magen.

Das gesuchte Restaurant hat zwei Ebenen. Unten ein Bistro und im Oberstübchen das besagte Restaurant. Mit großem Balkon. Blick direkt auf den kleinen Hafen, die Förde und vielleicht auch einen schönen Sonnenuntergang. 

Die überaus nette Bedienung war flott unterwegs. Sie erkannte wohl meinen kritischen Zustand. Sehr zügig erhielt ich mein After-BAB-Bier. Natürlich ein Flens! Und noch ne Buddel Wasser. Jetzt ging es mir schon erheblich besser und es war möglich, daß ich mich auf den Hunger konzentrierte. Das gelang so vorzüglich, daß ich gleich eine ganze Schlemmerplatte bestellte. Während der kurzen Wartezeit stellte ich fest, daß wohl mit einem netten Sonnenuntergang zu rechnen sei. Ich muß dies offensichtlich vernehmlich ausgesprochen haben, denn das nette Frolleinchen meinte im Vorbeigehen: „wie? was?“. „Wir bekommen bestimmt einen hübschen Sonnenuntergang zu sehen“, entgegnete ich. „Ach, das registrieren wir schon gar nicht mehr…“. Bestimmt schade!

Noch ein paar Minuten später war es soweit. Nein, noch nicht SUNSET, sondern die Schlemmerplatte wurde aufgefahren!

Was bleibt da noch zu sagen? Das schmeckte so, wie das Foto es vermuten läßt. Fisch en gros!

Bis auf die besonders knusprigen, roten  (äußeren) Teile wurde die ganze Platte geplündert. Joiii – das war lecker!

Kapitel 4

Knipst du schon, oder staunst du noch?

Mir konnte niemand ein schlechtes Gewissen machen. Schließlich hatte ich mich den ganzen Tag auf den Fisch konzentriert und jegliche Nahrungsaufnahme verweigert. Dessert ? Nein danke! Schon glaubte ich, daß mir höheren Orts jemand den Sonnenuntergang nicht gönnt. Die Wolken wurden dichter. Wie sich herausstellen sollte, tat es der Gesamtstimmung aber keinen Abbruch.

Es wurde Zeit für die „goldene Stunde“. Die Vorstellung hatte schon begonnen.

!

Kapitel 5

Zählst du noch, oder schläfst du schon?

Je näher ich dem Hotel kam, um so krauser die Stirn. Ich mußte an die eigentümliche und unterentwickelte Belüftung des Zimmers denken. „Terrassen“-Tür auf – und man war mitten auf der Kreuzung. Tür zu – und mein Schicksal war besiegelt. Man würde mich mit verzerrtem Gesicht, heraushängender Zunge am nächsten Morgen finden, wenn ich nicht zum Frühstück erschien. Erstickt! Das Testament ist ja in Ordnung, aber sollte das wirklich schon das Ende sein? Um die nötige Bettschwere zu erlangen, genehmigte ich mir noch ein Flens am Tresen. Das half zwar nicht unbedingt gegen die warme Luft im Zimmer, war aber recht erfolgreich bei der Beseitigung von Bedenken und  genierlichem, beschämenden,  peinlichem , peinsamen,  verklemmten,  genanten Getue. Also Tür auf!

Ein minimaler Lufthauch war zu spüren. Als sich die Innen- und Außen-Temperaturen angeglichen hatten – so bei 26° C, hörte das mit dem Hauchen auch auf. Die landwirtschaftlichen Betriebe der gesamten Region nutzten das von mir mitgebrachte optimale Wetter. Bis kurz vor Mitternacht wurde geschuftet. Die riesigen Schlepper rasten auf der Bundesstraße an meiner Kreuzung vorbei. Schweres Gerät im Gefolge. Das ratterte, polterte und brummte, dröhnte, schepperte und donnerte. Ich bringe niemals wieder irgend jemanden schönes Wetter mit! So bettete ich mein Haupt auf ein großvolumiges Kissen und versank darin. Der sich ergebende wärmende Effekt war eher unerwünscht. So flog das Kissen bald auch ins Nachbarbett. Nun konnte ich mich wieder ganz der Verkehrssituation widmen. Schäfchen zählen ist in einem Landgasthof neuerer Zeitrechnung absolut out. Heutzutage zählt man Fahrzeuge. Ich beschloß mit mir zu wetten, daß ich die Automarken erraten könnte, bevor die Lichter sichtbar wurden und mein Gemach hell erleuchteten. Schon die zweite Wette hatte ich gewonnen. Es war ganz klar ein Porsche. War ja auch ganz einfach. Unverkennbar das pfeifende Geräusch des luftgekühlten Sexylinder-Boxers. Hach, luftgekühlt…. das wäre was gewesen….  Ich wollte mir gerade auf die gewonnene Wette einen ausgeben, als ich feststellen mußte, daß außer einem null-dreier-Fläschle Mineralwasser nichts Trinkbares zu finden war. Wie hieß doch gleich wieder das bösartige Auto bei Stephen King doch gleich? Christine! Der 58er Plymouth Fury war ein Killer. Ich glaube nicht, daß hier so ein Modell herumdüst. Ich hätte also beruhigt schlafen können, wenn ich gekonnt hätte. Nach einer Pause im Verkehr von mindestens drei Minuten (!) erschien mir die schrullige Berlinerin, die mir die Ohren vollsabbern wollte. Ihr Gebiss hatte wohl doch nicht der Beanspruchung des Sprechdurchfalls standhalten können. Oder die Haftcreme hat schmählich versagt. Ist ja auch egal. Auf alle Fälle laberte sie auf den Felgen  Ich schaltete einen Gang höher und meinen Tinnitus ein. Problem gelöst. Und wach war ich auch wieder . So konnte ich auch gerade noch das Taxi sehen, das dem leicht schaukelnden Fahrradfahrer kurz vor meiner Balkontür noch ausweichen mußte. Schon ganz schön spannend, was da so alles abgeht – in meinem Schlafzimmer, in einem Landgasthof, in Streichmühle, in Schleswig-Holstein, in der Ferienzeit.

Irgendwann danach bin dann wohl doch noch eingeschlafen. Aber nur um gegen 6+1 (für die Sommerzeit) schon wieder von den Treckern geweckt zu werden. Völlig schlaftrunken, als hätte ich jede Wette um die Automarken gewonnen und auch eingelöst, taumelte ich dem Badezimmer entgegen. Nun wurde es mir klar. Es ist nur logisch. >>

Das sehr große Badezimmer war behindertengerecht eingerichtet. Ein rutschhemmender Mosaik-Boden, begeh- und befahrbare Dusche. Griffe hier, Halter da, Bügel dort. Die Besitzer müssen wohl Erfahrung mit dem Zimmer haben. Es war auf jeden Fall recht hilfreich. Nach einer dreißigminütigen Duschorgie war ich halbwegs wieder hergestellt. Eigentlich sah ich sogar einigermaßen fit aus. So passabel sogar, daß sich die freundliche Bedienung beim Frühstück getraute nach meiner Nachtruhe zu erkundigen. „Welche Ruhe?“ Wir sind, um die Diskussion abzukürzen, so verblieben, daß ich beim nächsten Besuch Anspruch auf eine Buddel KÖM (oder gleichwertig) habe, um alle meine  gewonnenen Wetten doch noch einzulösen.

Das reichhaltige und schmackhafte Frühstück versöhnte mich halbwegs mit der Welt. Für die bevorstehende Rückfahrt ( 700 km + Stau) war es eine gute Grundlage.