2018

zumindest bei deutschen Weinen ein Ausnahme-Jahrgang. Was bei der allgemeinen Landwirtschaft zu erheblichen Problemen geführt hat, verkehrt sich bei Winzern und Weinbauern ins Gegenteil. Hier gibt es zufriedene bis verzückte Gesichter. In Menge und Qualität gibt es überhaupt nichts zu meckern. Und wenn, dann auf recht hohem Niveau!

Der 2019er ist in Vorbereitung

Eher durch Zufall gerieten wir am 19. Mai 2019 in Kiedrich im wunderschönen Rheingau in die Feierlichkeiten des „Riesling-Festes“.

Feste rund um den Wein kenne ich eher aus dem Sommer und in den „Anbaugebieten“ natürlich auch im Herbst.

Manche nennen es auch „Fest der Kenner und Genießer“. Man wird schnell von der lockeren Athmosphäre vereinnahmt. Schlückchenweise bewegt man sich durch die Vielfalt, bis ein Favorit gefunden ist.

Bevor es dazu kommt, sollten wir uns alte Steine – nicht junge Weine – ansehen.
Weingüter unterschiedlichster Größe und Bedeutung säumen den Weg durch den Rheingau
Es gibt nicht nur Reben im Rheingau.
Hier hofft man auf eine erneute Rekord-Lese

Respekt den Kiedrichern. So früh im Jahr habe ich noch kein Weinfest miterlebt.

Prinzip Hoffnung

Das Thema nervt. Schon 2 oder 3 Jahre beherbergt mein Garten eine üppige Population Blattläuse. Zu erst betroffen, bzw zu erst bemerkt habe ich sie in dieser Saison am Geißblatt. Aber auch an den Rohrkolben und anderen Wasserplanzen im und am Teich sind die ersten Pünktchen oder gar Gruppierungen zu sehen.

Das wuchs seither in prachtvoller Entfaltung an der schattigen Wand der Garage. Seit einigen Jahren jedoch schaffen es die sonst so wundervollen Blüten nicht durch den Mai. Durch die Sauger sind die Blätter und vor allem die Blütenstände schon im sehr frühen Stadium davon betroffen.

Die bekannten Hausmittelchen, wie Spülmittel oder Brennnessellauge haben versagt. Schon wenige Tage nach der Behandlung waren sie wieder da. Auch durch vorsichtigen Umgang mit der Chemie war der Erfolg nur bedingt festzustellen. Zu schwach dosiert reicht es für einige Wochen, zu stark dosiert kann es problematisch für die Planze werden. Ich erinnere mich an einen Beitrag des verehrten Kollegen Philipp Elph , der von einem Besuch im Klostergarten zu Seligenstadt berichtete, bei dem er eine umweltfreundliche Lösung für das Problem um den Buchsbaumzünsler entdeckte. Meine Idee war, dass neben einem Besuch bei schönem Wetter und der wunderbaren Umgebung des Klostgergartens auch noch ein Nutzen zur Schädlingsbekämpfung zu generieren sei.

Auf nach Seligenstadt. Das rentiert sich immer. Die Basilika wirft mächtige Schatten.
Die großen, früh blühenden Tulpen sind längst verschwunden. Salat ziert nun etliche Flächen.

Falsch gedacht. Auch die Gärtner, die den Garten des ehemaligen Klosters hegen und pflegen, haben ein Problem mit den Schädlingen. Die Marienkäfer feiern fröhliche Feste und bemühen sich nebenbei die Population der Sauger klein zu halten. Das ist sicher ökologisch, aber eine langwierige Angelegenheit, die Geduld erfordert. In der Nachbarschaft der Basilika St. Marcellinus und Petrus gibt es Hoffnung auf ein gutes Ende für die betroffenen Obsbäume.

Es gibt viel zu tun. Packen wir´s an.
Ein paar Farbklekse mehr, wären schön.
Obstbäume säumen die Wege. Birnen und Äpfel machen den Grpßteil des Bestandes aus.
Aber so richtig gesund sehen die auch nicht aus.
Immer wieder eine Inspiration: der Kräutergarten
Auch wenn es bei unserem heutigen Besuch an wirklichen Höhenpunkten mangelte, die gesamte Anlage fasziniert.

Nach einem kurzen Besuch (obligatorisch) der kühlen Kirche, wartet eine ganz andere Art der Abkühlung auf uns: Das angeblich beste Speiseeis der Region. In der großen Maingasse – nicht zu verfehlen.

2 Kugeln auf die Waffel, dann ein Stück den Main entlang
Zurück geht es dann durch die bekannte Altstadt zum Parkplatz. Auch wer schon oft hier war, findet Ecken und Winkel mit neuen Perspektiven.

Ach ja, die Blattläuse! Ich habe sie nicht vergessen. Sobald die bestellten Larven des Marienkäfers eingetroffen sind, geht´s rund! (Prinzip Hoffnung)

Berliner Gebummel

Die Botschaft Anfang November war eindeutig. Steig aus und loof ma wieda.
Es waren waren noch einige Stündchen bis zum Rückflug. Keine Chance über die Warteliste vielleicht doch noch eine frühere Maschine zu bekommen. Aber wer will das schon ernsthaft? Bei fast makellosem Wetter in der Hauptstadt, wenn auch gefühlten Minusgraden. Mit der Halbtageskarte der Verkehrs betriebe für ganz Berlin ist es ein Vergnügen die touristischen Orte der Begierde zu besuchen. Keine Parkplatzsuche und -besonders wichtig- kein Stau durch die zahllosen Baustellen. Der Bauboom scheint ungebrochen zu sein. Zumindest entsteht der Eindruck bei oberflächlicher Betrachtung des Besuchers. So ging es auch schon los, als ich nach einer U-Bahn und S-Bahnfahrt am „ALEX“ das Licht der Welt erblickte. Es was eher ein Blinzeln in die schon tief stehende Sonne.

Der Weg führt mich unweigerlich Richtung Fernsehturm.  Ja klar, drumherum eine einzige Baustelle! Was nicht mindestens 15 Meter in die Höhe ragte, war hinter Büro- und Material-Containern oder Bauzäunen verschwunden.

Alles was sich um den Fernsehturm drängt und kuschelt, war von Abriß, Modernisierung, Sanierung oder Umgestaltung geschädigt und stand dem neugierigen Auge des Betrachters nicht zu Verfügung. Baustellen gibt´s auch in Frankfurt, dafür muß ich nicht bis nach Berlin.

Ein Blick auf die Turmuhr des Berliner Rathauses zeigt, daß nicht mehr allzu viele Sonnenstunden für diesen Tag zu erwarten sind. So führt mich mein weg auch weiter in den gegenüberliegenden Park. Eigentlich nur um das Rathaus auch aus anderer Perspektive abzupixeln. Irgendwie war ich dann aber doch etwas abgelenkt.

Einige Schönheiten aus Südamerika standen und posierten hier für Ihre Herkunftsländer. Besonders det Frolleinschen aus Panama war recht zutraulich.

Für ihre private Einladung an den jungen Mann aus einer kleinen Gruppe, erhielt sie allerdings eine Absage. Was soll der auch um diese Zeit in Panama?

Ach ja, das Rathaus. Mal von der Vorderseite? So wird klar, warum es auch das rote Rathaus genannt wird. Mit politischen Richtungen hat das dann doch nichts zu tun.

Auf die Wiedergabe der Vorbereitung für einen der ungezählten künftigen Weihnachtsmärkte wird verzichtet. Deutlich interessanten erschien mir dagegen die Ausgestaltung des Parks in Richtung St. Marien Kirche.

Die „Särge“ aus Edelstahl-Riffelblech hinterließen bei mir einen eher fragwürdigen Eindruck. Von den dort „Ansässigen“ konnte mir keiner Auskunft geben, was die Blechkisten bedeuten. Ich weiß, ich habe enorme Defizite in Sachen Kultur.

Mein eigentliches Ziel war von dieser Position aus schon zu sehen. Der Dom war nur noch ein paar Querstraßen entfernt.

Nicht jedoch ohne einen Blick zurück. Glaube und Technik.

 

Die obligatorischen Verkaufsstände für „Andenken und Schräges aus Berlin“ stehen an jeder Ecke. Vor dem Dom kann man das wörtlich nehmen.

  

Über mein inzwischen erreichtes Tagesziel möchte ich gerne an anderer Stelle berichten. Es träfen zwei Welten aufeinander, die nicht mit dem schrillen Berlin zusammengehen. 

Zeitsprung: Als ich vor die wuchtige Tür des Domes trat, waren die Sonnenstrahlen schon auf dem Rückzug. Nur noch die oberen Etagen kamen noch in den Genuß des wunderbaren Lichtes. Eine richtige Erleuchtung.

Reisen für Musikfreunde

Musik kann man hören. Oder genießen!

Mit dem Auto unterwegs leiert das Radio vom Einsteigen bis zum Fahrtziel. Das Meiste, was so aus den Lautsprechern quillt, registriert man gar nicht. Geräuschkulisse, und eigentlich nur um die Verkehrs- und Blitzermeldungen nicht zu verpassen. (Ausnahmen bestätigen die Regel) Andere brauchen da eher belebende Elemente, die einen 2000-Watt Bass- Bumms voraussetzen. Im Rhythmus meines Herzschrittmachers klopft da jemand so heftig , daß selbst noch etliche Autos hinter mir die Scheiben schon erzittern, wenn sich der Höhrgeschädigte nähert. (Bei der Bundewehr war seinerzeit Selbstverstümmlung streng verboten!)

Nach meiner persönlichen Empfindung läßt sich so etwas nicht in die Kategorie Genuß eingliedern. Musik genießen braucht eine geeignete Stimmungslage, einen guten Rotwein, den Ohrensessel, Kopfhörer und natürlich die große Sammlung an CD´s und DVD´s. So viel Vorbereitung steigert die Vorfreude, ist aber immer noch Stimmungsabhängig. Wenn die Auswahl getroffen ist, kann es losgehen. Nach wenigen Takten blendet sich die Welt aus. Da interessiert kein Rettungsschirm, Bankenkrise 1, 2 oder 3, Rating-downgrade von ganzen Staaten, Ärger mit der, die oder das, oder daß der HSV schon wieder verloren hat. Wie eine Schutzhülle umgibt mich die Musik. Sozusagen blisterverpackt. Konserve also, in immer gleich bleibender, hoher  Qualität.

Die Alternative zur heimischen Musikorgie ist ein Konzertbesuch, Oper oder Operette. Meist sind die Veranstaltungen mit Reisen verbunden. Die „drei Tenöre“ führten uns beispielsweise nach Wien, Budapest und Berlin. Aber auch näher an der Heimatadresse gibt es interessante Veranstaltungen. Im Laufe der Jahre bilden sich eindeutige Hitlisten aus. Sei es für Interpreten, Orte oder Komponisten. Wenn der Ort der Veranstaltung, mit einem Interpreten auf der persönlichen Hitliste treffen, ist die Entscheidung eigentlich schon gefallen. Kommt die dritte Komponente dann auch noch dazu, braucht es keine Überlegung mehr. Und genau das war geschehen.

Frau Uffnik blätterte in der Juli – oder August- Ausgabe des ADAC-Magazins. Nanu, seit wann interessiert sie sich denn für Reifentests. Stauprognosen oder Navigationssysteme? Weit gefehlt. Ihr listiger Gesichtsausdruck machte es mir ziemlich einfach zu erraten: sie hatte etwas entdeckt, was uns beide interessieren könnte. Ich kenne den Gesichtsausdruck.

Sie: „KIM““

ich: „hä?“

sie: „Wookyung Kim

ich: „oohh! Wo?“

sie: „Dresden“ und grinste

ich: „jou!“

sie: „Verdi!“ und grinste breiter

ich: „buchen!“

Am 17. August kam ein Schreiben vom ADAC, Frankfurt. Was wollen die denn? „Die“ bestätigten die Buchung für eine Musikreise nach Dresden. Ein Arrangement für drei Tage, einen Opernbesuch und ein Konzert in der Frauenkirche. ein geführter Stadtrundgang, Museum, Türckische Cammer, und natürlich auch eine erstklassige Unterkunft.

So saßen wir am 30. September im Auto und fuhren nach Dresden. Ausgerüstet mit den vom ADAC zur Verfügung gestellten Unterlagen. Ablaufplan, Eintrittskarten, Hotelgutscheine, Fremdenführer, Landkarten und und und…  Den Stau und gut drei-stündigen Zeitverlust bei Chemnitz, auf der A-4, hatten die Jungs vom ADAC allerdings nicht auf ihrem Plan. Ich eigentlich auch nicht. Wie dem auch sei, den Begrüßungscocktail ließen wir umständlicher ausfallen – dafür schafften wir die Premiere von Verdi´s „Ein Maskenball“  Ein grandioses Erlebnis in der Semperoper. Eine Akustik, von der man lange zehren kann.

Danach erwartete uns das nicht minder beeindruckende 5 – Sterne Grandhotel  Taschenbergpalais nur wenige Gehminuten von der Oper entfernt. Ein glanzvolles Haus, das keine Wünsche offen läßt.

Am nächsten Morgen, nach ausgiebigem Frühstück, erwartete uns der Altstadtrundgang mit sachkundiger Führung. Besser, als mit unserer Begleiterin hätten wir es wohl nicht treffen können. Hauptberuflich war die stolze Dresdnerin beim Bauamt der Stadt beschäftig. Derlei viele Hintergründe und Daten kann nur ein wirklicher Insider parat haben. Neben den üblichen touristischen Informationen blieb uns die nette Dame keine Antwort auf noch so ausgefallene Fragen schuldig. Zu diesem Denkmal, zum Zwinger, Schloß, Kreuzkirche, Brühlsche Terrasse, Hochschule für bildende Künste, Residenzschloß, Grünes Gewölbe, Türckische Cammer und all die anderen Sehenswürdigkeiten der Dresdner Altstadt. Vielen Dank für die begleitete Exkursion.

Es folgen einige Stunden zu freien Verfügung, bevor abends eine Messe von Johann-Sebastian Bach in der Frauenkirche auf dem Plan stand. Wieder mit ganz hervorragenden Plätzen (1. Reihe, Mitte).

Auf dem Rückweg zum Hotel gab es musikalische Begleitung. Die unvermeidlichen Akkordeons mit einbeinigen Bulgaren hintendran, Studenten oder nicht, die mit Geige oder Flöte versuchten den Passanten noch nen Euro aus der Tasche zu locken. Und da gab es noch ein weiteres Konzert, das allerdings so nicht aus dem Programm hervorging.

Die Verfremdung ist den drei Nachwuchskünstlern geschuldet, die darum gebeten hatten. (Die magere Tonqualität: ein SR-Foto ist halt keine Video-Kamera)

Eine weitere Nacht in dem wunderbaren Palais. Ein köstliches Frühstück. Ende des offiziellen Programmes. Aber es lag noch ein ganzer Tag in Dresden vor uns. Und das war ausreichend, um den Appetit auf einen weiteren Besuch zu verstärken.

Wir haben eine wunderbare Reise der Oberklasse mit perfekter Organisation und Ausführung erlebt. Ausgezeichnete Programmpunkte und abwechslungsreiche Besichtigung im richtigen Verhältnis. Die allerbesten Plätze bei allen Veranstaltungen und ein in Dresden nicht zu  toppendes Hotel. Uffniks Rating-Agentur vergibt ein AAA.

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Dresdner Ausblicke

Der zweite Tag in Dresden. Schon ein vorsichtiger, verschlafener Blick aus dem Hotelfenster, ließ die Hoffnung wahr werden.

Wunderbares Altweiber-Sommer-Wetter. Heute nun Dresden auf „eigene Faust“ – auf geht´s. All die sehenswerten Würdigkeiten, die bei der gestrigen Stadtführung aus Zeitgründen nur im schnellen Vorbeimarsch eine kurze Erklärung erfuhren, standen nun auf der individuellen Wunschliste.

Ganz oben auf der Liste stand, was ganz nach oben gehört: Die Turmbesteigung der Frauenkirche.

Neben der Eintrittskarte erhält der Besucher auch einen äußerst nützlichen Flyer (hier klicken für PDF-Download) mit einem 360° Rundblick mit vielen Erklärungen. Aufwärts ging es für die fälligen 8 Euros zunächst bis zur Innenkuppel mit dem Aufzug. Schnell und ohne Anstrengung kommt man in rund 26 Meter über Grund an. Mehr als 40  Höhenmeter liegen nun vor dem Besucher. Ein paar Treppen und die Turmstürmer gelangen zur Innenkuppel wo sich ein Blick in den Kirchraum anbietet.

Der weitere Weg ist eine relativ steile Schräge entlang der Außenwand der Hauptkuppel. Auffällig waren hier etliche Stellen, an den den Innenputz abgeschlagen war. Hier existiert offenbar ein Feuchtigkeits-Problem.

Auch liegen mehrere Luftentfeuchter herum, die die Schweierigkeiten beseitigen sollen.

Mit jedem Fenster eröffnen sich neue Blickwinkel in das Innere der Kirche und die Kuppel

Das Ende der „schiefen Ebene“ ist erreicht und der weitere Aufstieg setzt sich über – zum Teil – recht schmale Treppen fort. Ist man am so genannten Laternenhals angekommen, windet sich die letzten fünfeinhalb Meter eine Wendeltreppe hoch bis zur Aussichtsplattform. Mein Foto-Rucksack blieb bei aufrechtem Gang schon einige mal hängen. Dann aber war es geschafft.

Die Plattform war sehr stark frequentiert. Offensichtlich wird nicht so sehr darauf geachtet, wieviele Besucher noch auf der Plattform sind und die Aussicht genießen. Unten klingelt die Kasse und der Aufzug schuftet, was die Seile hergeben, schaufelt ständig neue Touris nach oben. Gedränge und Geschubse sind die Folge, bis man an in die vordere Reihe gelangt. Aber der Ausblick versöhnt dann doch wieder mit der Welt.


Der erste Blick gilt der Elbe, die aus nordöstlicher Richtung an der Dresdner Altstadt im großen Bogen vorbei, ihre Aufwartung macht. Ein wolkenloser Himmel und die besondere Wetterlage macht einen Fernblick möglich. Besonders toll wäre es ohne die ständige Rempelei gewesen.

Fröhliche Farbgestaltung machen Plattenbauten erträglich.

Die Hochschule für bildende Künste.

Schwindelfrei sollte man beim Blick nach unten schon sein.

Und dieser Brückenkonstruktion hat man die Aberkennung des Welt-Kultur-Erbe zu verdanken. Ich muß für mich feststellen, daß die Architektur keinesfalls störend ist. Ob es verkehrstechnisch sinnvoll und nötig war, bleibt dahingestelt.

Das Anlegemanöver eines Schaufelraddampfers nimmt meine Aufmerksamkeit in Anspruch.  Es ist die Diesbar, benannt nach einem kleinen sächsischen Weindorf.

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Der Blick geht weiter bis in die „Sächsische Schweiz“ , dem Elbsandsteingebirge mit den imposanten Tafelbergen

Die Dresdner nehmen auch Anfang Oktober das nördliche Elbufer noch zum ausgiebigen Sonnenbaden in Beschlag.

Radebeuel bildet den Horizont nach Westen.

Viel näher ist die Augustusbrücke. Sehr deutlich sind noch die „Schleifspuren“ des 2002er Hochwassers zu sehen. Auf eine derart gründliche Reinigung können die Dresdner gerne verzichten. Rund 8 Meter über dem normalen Pegel reichten aus, sogar den Zwinger noch kniehoch zu überfluten-

Der Blick über die Dächer macht fast atemlos. Der Vergleich mit Florenz drängt sich wirklich auf.  Kaum in Worte zu fassen.

Der „Fürstenzug“ aus ungewohnter Perspektive,

Es wird Zeit. Nach unten geht es komplett auf Schusters Rappen. Zeit genug auch das ein- oder andere Fenster zu inspizieren.

Ein beeindruckender und höchst informativer Höhentrip. Bei klarem Wetter – und das möglichst noch wochentags – besonders zu empfehlen. Ich bin begeistert.


Die Frauenkirche zu Dresden

Frauenkirche Dresden

(Post vom 19. Oktober 2009 – übertragen aus früherem Blog)

 Die Russen:

Schon kurz nach dem Mauerfall ließen wir uns von Freunden zu einem Besuch bei deren Verwandtschaft überreden. Die Nähe zu Dresden war Grund genug uns u.a. auch die Publikumsmagnete von Elb-Florenz anzusehen. Dazu gehörte unbedingt die Ruine der Frauenkirche, die damals noch als Mahnmal in Trümmern herumlag nicht mit einem Wiederaufbau rechnen konnte.

Direkt davor stand ein offener russischer Geländewagen mit 4 Soldaten. Mein Freund verschwand kurz in der Menge und kehrte mit einem Sixpack Bier wieder zurück. Da er absoluter Antialkoholiker ist, waren wir alle sehr gespannt, was mit dem Hopfengebräu passieren sollte. Er machte sich auf den Weg zu den vier Besatzern und überreichte freundlich lächelnd mit einem gekonnten “nastrovje“ das Bier. Er zerstörte – zumindest bei der Geländewagenbesatzung – damit grundlegend und sicher nachhaltig das Feindbild der jungen Burschen. Das war meine erste persönliche Erinnerung an die Frauenkirche.
Solche Erinnerungen aber brennen sich in das Gedächtnis ein. Wann immer im TV ein Beitrag zur Frauenkirche zu sehen war, sah ich auch die verdutzten, sprachlosen, fragenden, ungläubigen aber auch dankbaren Blicke der 4 Bewacher vor dem geistigen Auge.
Der Besuch:
Meine letzte Reise nach Dresden war so geplant, dass mir genügend Zeit bleiben sollte, die Frauenkirche nach dem glanzvollen und vollständigen Wiederaufbau zu besuchen. Kameraausrüstung, Wechselobjektive, Stativ und was man vielleicht sonst so gebrauchen könnte. Alles schleppte ich durch die sehenswerte Stadt.Als ich mich dem Ziel näherte, erinnerte rein gar nichts mehr an die russischen Bewacher und an die Ruine. Auch die Umgebung der Frauenkirche hat sich gewaltig herausgeputzt.
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Und schon wieder (oder immer noch??) wird gebaut, was der gut gepolsterte Stadtsäckel hergibt. Und der gibt viel her. Dresden gehört zu den wohlhabendsten Städten Deutschlands.

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Schon 59 Qyper haben Ihre Eindrücke vor mir wiedergegeben. Es fällt schwer sich nicht doch in Wiederholungen zu ergehen. So bleibt vielleicht ein Wort zu den freiwilligen und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die für Auskünfte, Führungen, Kurzandachten, Seelsorge, Ordneraufgaben und und und zur Verfügung sind.
Noch vor dem Betreten der Kirche stand auf einem großen Hinweisschild der unübersehbare Hinweis, dass Foto und Filmaufnahmen nicht gestattet seien. Der gute Mann daneben ließ auch keine Ausnahme zu, wie ich einer Diskussion entnehmen konnte. Ich übersah den Hinweis und überhörte die Debatte geflissentlich.

Die Kirche zog mich sofort in Ihren Bann. Die prunkvolle Ausstattung

verschlägt mir fast den Atem. Viel schon hatte ich im Fernsehen mir von der Frauenkirche angesehen. Das kann aber nicht den Eindruck vermitteln, den man erfährt, steht man selbst in diesem Gotteshaus.

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Kurz nachdem ich meine Fassung wiedererlangt hatte, bat einer der „Ehrenamtlichen“ um Gehör. Eine Kurzandacht war angesagt. Es folgte abschließend noch einmal die Bitte, dass die Handys doch ausgeschaltet werden und auf das Fotografieren zu verzichten ist. Die Worte waren noch nicht verklungen, als das nächste Handy mit einem rockigen Klingelton auf sich aufmerksam machte und die Blitzerei von etlichen Fotos wieder losging. Eigentlich hatte sie niemals richtig aufgehört.
Ich sprach den gut gekleideten Herren an. Nein, eine Ausnahme für mich, weil ich der „Uffnik von Qype“ bin, die gab es nicht. Aber: er gab mir die Adresse wo ich –sogar schriftlich- eine offizielle Genehmigung erhalten könnte. Und für heute würde er ja wohl auch ´mal für ein paar Minuten in eine andere Richtung schauen können. Ich möchte aber davon absehen Stativ oder Ähnliches zu gebrauchen. Also aus der Hand.

Ich bedanke mich auch auf diesem Wege für das Wohlwollen und bin sicher, keinen ernsthaft Andächtigen gestört zu haben.

Beim nächsten Mal gibt es wohl vorher etwas Rennerei um die Genehmigung zu erhalten. ( Und hier kann man sich durchfragen… )

Die Besteigung des Turmes musste aber wieder einmal aus Zeitgründen verschoben werden. Man darf gespannt, wann das klappt.

Es hat geklappt. Genau zwei Jahre hat es gedauert. Hier geht es zu meinen Eindrücken zur Turmbesteigung.