Printmedien oder wer braucht denn noch Papier?

Das physikalische Ende einer Nachkriegs-Erfolgs-Story

Es war einmal…….
Seit 1945
Insolvenz im November 2012
Abrißbirne, Bagger und Planierraupe beseitigen die ehemalige Groß-Druckerei.
Zuletzt wurde hier, in Neu-Isenburg, lediglich noch das „Handelsblatt“ gedruckt.
Bald ist alles aus dem Auge – aber auch aus dem Sinn?

Spannende Details, wie immer, bei Wikipedia

Der Jakobiweiher im Winter

Alle Beiträge von Qypern sind voll des Lobes für dieses Fleckchen im Grüngürtel Frankfurts. Die Erfahrungen stützen sich auf Besuche vom Frühjahr bis Herbst.

Und im Winter? Mindestens so sehenswert ist der kleine See auch zur kalten Jahreszeit. Wenn Stein und Bein vor Frost zerbricht…… so war es zumindest noch bis Mitte Februar. Nach vielen Tagen strengen Dauerfrostes, sollte auch der durch Wald geschützte Jakobiweiher zugefroren sein. Es war Samstag und zwar Vormittag. Nur wenige Besucher hatten um diese Zeit schon Lust auf ein eiskaltes Vergnügen. Der Parkplatz vor der Straßenbahnhaltestelle fast leer. Hunde raus aus dem Auto und erst einmal an die Leine; man weiß ja nie. Nachdem wir die Gleise überquert hatten, auf denen wenige Augenblicke zuvor die städt. Fahrschule einen Straßenbahnzug – trotz Notbremsung – die Haltestelle überfuhr und erst mitten auf dem Überweg zu Halten gebracht hatte, durften die Felligen wieder frei laufen. Der erste Weg führte uns zunächst etwas tiefer in den Wald. Das Königsbrünnchen hatte ich zuletzt vor knapp zwei Jahren besucht. Trotz heftigen Frostes von bis zu minus 22° Celsius plätscherten die Bächlein noch munter vor sich hin.

Auch über diese Brücke mussten wir geh´n, um an das Königsbrünnchen zu gelangen.

Eis und Schnee im Kontrast zum Wasser

Pures Gold glitzerte mir in der tiefen Wintersonne entgegen. Ein eigentümliches Licht, in dem Eisenoxid zu Gold wird.

Sally hatte sofort ihre Sympathien für den Bachlauf entdeckt und nur wenige Minuten später war ihr Fell an den Pfoten bretthart gefroren. Vom Brünnchen ging es zum Brunnen. Die haben eigentlich nichts gemein – außer der Ähnlichkeit des Namens. Nicht einmal das Wasser, das im Königsbrunnen schon lange nicht mehr zu sehen ist. Ein Abfallbehälter sieht dagegen richtig aufgeräumt aus.

 

Das gleißendes Licht, vom wenigen Schnee noch reflektiert, wies uns den Weg zum Weiher. Kaum ein Spaziergänger und nur ein einziger mutiger Radfahrer waren anzutreffen.

Fröhliche Kinderstimmen empfingen uns am Weiher.

Die spärliche Besucherzahl war schon am Parkplatz zu erkennen. Uns störte das nicht. Ganz im Gegenteil. So konnte ich die Hunde frei laufen lassen. Das taten auch noch andere Hundebesitzer. Einige der Vierbeiner mußten sich auf dem Eis beweisen und entwickelten ganz erstaunliche Techniken, wie sie doch noch rechtzeitig bremsen konnten, um das Stöckchen oder den Ball zu schnappen.

Der Rundweg um den Weiher war, dem Frost sei´s gedankt, hart gefroren und gut zu begehen. Bei Tauwetter oder bei Regen ist das sicher nur mit etlichen Einschränkungen möglich.

Dem Namensgeber hat man inzwischen auch einen Gedenkstein gewidmet.

 

Vorwiegend Familien tummelten sich auf der Eisfläche. Blank polierte Rutschbahnen forderten hin und wieder einen Boden – oder besser Eiskontakt. Hunde rannten den Bällen hinterher, die ersatzweise – in Ermangelung von echten Pucks – beim Eishockey eingesetzt wurden. Die Spannungen im Eis entladen sich gelegentlich mit recht lautem Knacken und einem kräftigen „TSOINGGG“, was über die gesamte Eisfläche wie Querschläger zwitschert. Ängstliche Naturen bewegen sich dann meist recht hektisch Richtung rettendes Ufer.

Trainerstunden für die verschiedenen Leistungsklassen :

Der Rundweg ist mit einigen Gags aufgelockert:

Auch die schickste Eule  – im Normeger-Pullover  – des gesamten Frankfurter Grüngürtels gibt es hier zu bestaunen.

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Augen auf und gelegentlich auch mal nach oben sehen…..

Wenn es dem Hund zu wohl wird, geht es auf´s Eis. Chefchen geht auch mit.

(ich kapiere das nicht mit dem Hockey!)

„Dann nehmen wir den Schläger halt als Brennholz mit. Der Winter soll noch dauern.“

Auch im Winter ist der Jakobiweiher ein lohnendes Ziel für einen Spaziergang.Aber Vorsicht: ich konnte kein Schild, keinen Hinweis entdecken, daß das Eis irgendwie überwacht wird. Freigabe oder Sperrung liegen offenbar im eigenen Ermessen.

Kritikpunkt sind startenden Flugzeuge des nahen Rhein-Main-Airports. Bei westlichen Winden, wenn die Start- und Landerichtung wechseln, ist der Lärm entscheidend geringer, als bei Ostwind.

Nach fast zwei Stunden manchen wir uns auf den Rückmarsch. Der Parkplatz hat sich deutlich gefüllt,  High Noon war schon vorbei.

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Frankfurts südlicher Stadtwald im Winter

Neu-Isenburgs Wälder sind vom Frankfurter Forst knallhart durch die Autobahn A-3 getrennt. Dieser Abschnitt der A-3  ist zu großen Teilen mit riesigen Lärmschutzwänden versehen. Sowohl die Neu-Isenburger als auch die Jogger, Spaziergänger und nicht zuletzt auch das Rollkommando mit ihren Mountainbikes sollten davon partizipieren.

Auf der Suche nach etwas Abwechslung bei unseren täglichen Gassi-Routen, sind wir von Neu-Isenburg aus schließlich im Frankfurter Stadtwald gelandet. Wenn wir gerade vom „Landen“ reden: Der Flughafen „Rhein-Main-Airport “ macht überdeutlich auch hier auf sich aufmerksam. Die Großwetterlage beschert uns ein stabiles Kälte-Hoch namens Cooper, mit eisigen Grüßen aus Rußland. Kein Mini-Cooper. Ausgewachsen und brutal. Saukalt mit Ostwind. Und genau letzterer trägt dazu bei, daß aus der An- oder Ein-Flugschneise des Flughafens eine Abflugstrecke wird. Und das ist ganz entschieden heftiger, als landende Maschinen.

Wie so oft war ich völlig alleine mit meinen Goldis unterwegs. Ich mag das. Niemand, der sich mit seinen Problemen aufdrängt, oder auch nur unterhaltsam wirken möchte. Zeit und Muse den eigenen Gedanken nachzuhängen. Trotz der Lärmschutzmaßnahmen ist die BAB nicht zu überhören. Der Geräuschpegel ist in unmittelbarer Nähe nicht einmal so heftig. In einiger Entfernung jedoch, sind die Schutzwände offenbar nahezu wirkungslos. Fast so, als wären sie nicht vorhanden. Irgendwie gelingt es dem Wind offensichtlicht , den Lärm des Freeways über die Lärmschutzmaßnahmen zu tragen.  Ah… Moment bitte…..

…. da düste gerade ein A-380 im Tiefflug über uns hinweg. Für einige Augenblicke verstummte die Autobahn. Nicht, daß der Verkehr innehielte, lediglich der Lärmpegel wurde vom Jet nach Tokio übertroffen. Sollten die Protestanten doch Recht haben? Die sind mit ihren Trillerpfeifen und Trommeln, Gebrülle und Sprechchören gewiss noch einige Dezibel lauter als der startende Riese. Flugzeuge besitzen  schon eine sehr eigene Anziehungskraft für einen Uffnik.

Es war ja der Wald als Naherholungsgebiet, den ich erkunden wollte. Die Parkplätze entlang der Darmstädter Landstraße sind begrenzt, was den Zustrom von Wandersleut schon etwas eingrenzt. Aber die Witterung mit realen minus 12° und gefühlten -18 ° C scheint heute die Sportler fernzuhalten. Lediglich die Stadtreinigung war zu Fuß unterwegs und erledigte ihren Job mit winterlichem Elan.

Sehr gut ausgebaute Spazier- und/oder Radwege machen das Gehen auch für Fußkranke zu einer entspannten Angelegenheit. Zumindest im Winter. Die Waldränder sind, wie dies inzwischen schon üblich ist, in künstliches Chaos gehüllt. Naturbelassenheit soll das wohl vermitteln. Außerdem wird so das Verlassen der Wege eindeutig erschwert. Die Schwarzkittel allerdings stört es bei ihren Streifzügen nicht im Geringsten.

Mein erstes Ziel war der

Moment bitte………

So, nun ist die Autobahn wieder zu hören.

Am Rundweg sind einige Bänke aufgestellt, die sicher eine nette Rast erlauben. Aber Sekunde bitte…….Wohin mag der unterwegs sein? Linkskurve nach Norden.

Der Weiher ist nicht sonderlich groß, so daß man zügig schon in wenigen Minuten einen weiteren kleinen See erreichen kann. Das ist der

Wer hier Spektakuläres vermutet wird im Winter wohl enttäuscht. Bis auf das für Enten freigehaltene …… Augenblick mal bitte………

……

Wasserloch im Eis gab es nur noch die ganz kleine Vögel zu bestaunen, die fluchtartig auf´s Eis gehechtet waren, als sich zwei Retriever näherten.

Für den Elektro-bebikten Ü-70er war meine Reaktionzeit viel zu langsam. Er näherte sich mit einem anschwellenden „Sssssst“ und ritt, im professionellen Winteroutfit, geduckt vorüber. Zu schnell um vom Radarstrahl noch erfasst zu werden. Ich glaube der Akku glühte.

Irgendwie gelangte ich mit einigen gewollten Umwegen, vorbei an der

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wieder zum Parkplatz zurück.

Wer sich in diesem Teil des Grüngürtels Entspannung, Erholung oder gar Ruhe erhofft, wird wohl vergebens danach suchen. Sollte ich meine Einstellung zur Fliegerei doch mal auf den Prüfstand packen? Ich fliege einfach nicht bei Ostwind! Ohne Flugverkehr würde es ja eigentlich auch gehen. Aber wer will schon 7 bis 10 Stunden im Zug verbringen? Ich nicht. Und die Opposition? Alles Nichtflieger? Kein Urlaub auf Malle? Niemals in die Karibik oder Türkei für 369 €uros pro Woche bei all-inclusive? Kein Geschäftsflieger mal schnell nach NY oder London? Den Beweis bleiben die mir schuldig.

Die Autobahn ist einfach zu laut!