Feldbahn

Das Frankfurter Feldbahnmuseum renoviert, repariert und restauriert alte Schienenfahrzeuge. besonders die kleine Feldbahn ist von großem Interesse, da hier eine befahrbare Strecke, in passender Schmalspur, durch den Rebstockpark angeschlossen ist. Man veranstaltet publikumswirksame kleine Ausfahrten auf einem Rundkurs. Am 1. März 2020 -exakt zum meteorologischen Frühlingsanfang- fand eine solche Veranstaltung statt. Hier ist mein Nachmittag:

Beim Betreten des Parks war das Begrüßungskomitee noch etwas schläfrig.
„Heh, was willste?“ war wohl die Reaktion auf meine Störung der Mittagsruhe.
Wusste wohl genau, dass ich mir keine nassen Füße holen wollte.
Ein leichtes Aufplustern hilft beim Respekt einflößen.
Es ist beruhignd zu wissen, dass sich einheimische Arten auch noch hier aufhalten.
Frühlingsanfang sagt noch nichts über die gefühlten Temperaturen aus, wenn sich die Sonne kurz hinter ein paar Wölkchen versteckt. Der Knabe rechts auf der Bank bat eindringlich darum, ihn doch unkenntich zu machen. Ich hoffe, es ist gelungen.
Und weiter geht es mit dem Spaziergang durch den Rebstockpark. Das fühlte sich fast wie Urlaub an.
Mit einem markanten Pfiff machte das Ziel meiner kleinen Exkursion, auf gegenüber liegenden Ufer, auf sich aufmerksam.
Man richtete kurzerhand eine Bedarfshaltestelle ein, um ein paar Fahrgäste ein- und aussteigen zu lassen.
Die Kormorane inmitten des kleinen Sees kümmerte das wuselige Treiben indes nicht die Bohne.
Die Graugänse fanden das frische Grünzeug auch erhelblich spannender, als die neugierigen Besucher, die sie beim Nachmittags-Snack- beobachteten.
´nen Guten!
Die Sonne kam wieder hervor, als ich die Umrundung des Weihers vollendete. Der Taunus war zum Greifen nah. Die beiden Junioren waren die unverzichtbaren Weichensteller für die Feldbahn.
Und da war auch schon die kleinere der beiden Bahnen, die an diesem Sonntag im Einsatz waren.
Gute Laune, bei den zumeist jungen Passagieren.
Die Lok war Diesel-betrieben. Bestimmt kein Euro 6er.
Der geschlossene Wagen wirkte auf mich etwas befremdlich. Die kleinen Fenster waren vergittert…….
Die Lok eignet sich für klaus­t­ro­pho­bisch veranlagte Menschen eher nicht so gut.
Der wohl schönste Teil der kurzen Strecke führte durch die Schrebergärten-Kolonie.
Schnaubend und zischend kam die Dampflok näher.
langsam näher……
Das ganze Gefährt schaukelt und schlingert etwas.
Top gepflegt .
Und für eine 114-Jährige noch prima in Schuss.
Der Tender war mit einer Kiste beladen. Kohle war weder an Bord noch konnte man den typischen Geruch von Kohle wahrnehmen. Öl. ! Aber wenigstens dampft sie.
Die Joggerin nahm es locker mit dem Bähnchen auf. Die „Endhaltestelle“ war ja auch nicht mehr weit.
Während sich das Dampfrösslein noch entfernte, näherte sich von der anderen Seite wieder das Diesel-Aggregat.
Mächtiges Gewusel an der Hatestelle. Die Zwangspause wurde dazu genutzt, die Weichen von Ästchen und Zweigen zu befreien.
Alles gut!
Und jetzt wieder Kopf einziehen.
Während dessen hat sich die Dampflok vor die seitherige Rückseite des Zuges rangiert und die Rückfahrt kann nun auch beginnen.
und tschüss…..
Es wird Zeit für den Rückweg.
Von den Zeichen des Frühlings lasse ich mich aber gerne aufhalten.
Ein kleiner Teil der Frankfurter Skyline ist auch vom „Rebstock“ aus zu sehen.
Ganz unvermittelt brach beim Federvieh Nervosität aus.
Dei einheimischen Gänse flüchten ins Wasser.
Aber auch die Gäste vom Nil flatterten hektisch davon.
Aber nur, um nach 20 oder 30 Metern wieder zu landen.
Und dann konnte auch ich die Ursache der Störung wahrnehmen. Ein startender Hubschrauber.
Aha, es war Herr Trigema, der mit seinem Schimpanski einen Sonntags-Ausflug unternahm und und sich nun auf den Heimweg machte. ( Oder so…)

2018

zumindest bei deutschen Weinen ein Ausnahme-Jahrgang. Was bei der allgemeinen Landwirtschaft zu erheblichen Problemen geführt hat, verkehrt sich bei Winzern und Weinbauern ins Gegenteil. Hier gibt es zufriedene bis verzückte Gesichter. In Menge und Qualität gibt es überhaupt nichts zu meckern. Und wenn, dann auf recht hohem Niveau!

Der 2019er ist in Vorbereitung

Eher durch Zufall gerieten wir am 19. Mai 2019 in Kiedrich im wunderschönen Rheingau in die Feierlichkeiten des „Riesling-Festes“.

Feste rund um den Wein kenne ich eher aus dem Sommer und in den „Anbaugebieten“ natürlich auch im Herbst.

Manche nennen es auch „Fest der Kenner und Genießer“. Man wird schnell von der lockeren Athmosphäre vereinnahmt. Schlückchenweise bewegt man sich durch die Vielfalt, bis ein Favorit gefunden ist.

Bevor es dazu kommt, sollten wir uns alte Steine – nicht junge Weine – ansehen.
Weingüter unterschiedlichster Größe und Bedeutung säumen den Weg durch den Rheingau
Es gibt nicht nur Reben im Rheingau.
Hier hofft man auf eine erneute Rekord-Lese

Respekt den Kiedrichern. So früh im Jahr habe ich noch kein Weinfest miterlebt.

Prinzip Hoffnung

Das Thema nervt. Schon 2 oder 3 Jahre beherbergt mein Garten eine üppige Population Blattläuse. Zu erst betroffen, bzw zu erst bemerkt habe ich sie in dieser Saison am Geißblatt. Aber auch an den Rohrkolben und anderen Wasserplanzen im und am Teich sind die ersten Pünktchen oder gar Gruppierungen zu sehen.

Das wuchs seither in prachtvoller Entfaltung an der schattigen Wand der Garage. Seit einigen Jahren jedoch schaffen es die sonst so wundervollen Blüten nicht durch den Mai. Durch die Sauger sind die Blätter und vor allem die Blütenstände schon im sehr frühen Stadium davon betroffen.

Die bekannten Hausmittelchen, wie Spülmittel oder Brennnessellauge haben versagt. Schon wenige Tage nach der Behandlung waren sie wieder da. Auch durch vorsichtigen Umgang mit der Chemie war der Erfolg nur bedingt festzustellen. Zu schwach dosiert reicht es für einige Wochen, zu stark dosiert kann es problematisch für die Planze werden. Ich erinnere mich an einen Beitrag des verehrten Kollegen Philipp Elph , der von einem Besuch im Klostergarten zu Seligenstadt berichtete, bei dem er eine umweltfreundliche Lösung für das Problem um den Buchsbaumzünsler entdeckte. Meine Idee war, dass neben einem Besuch bei schönem Wetter und der wunderbaren Umgebung des Klostgergartens auch noch ein Nutzen zur Schädlingsbekämpfung zu generieren sei.

Auf nach Seligenstadt. Das rentiert sich immer. Die Basilika wirft mächtige Schatten.
Die großen, früh blühenden Tulpen sind längst verschwunden. Salat ziert nun etliche Flächen.

Falsch gedacht. Auch die Gärtner, die den Garten des ehemaligen Klosters hegen und pflegen, haben ein Problem mit den Schädlingen. Die Marienkäfer feiern fröhliche Feste und bemühen sich nebenbei die Population der Sauger klein zu halten. Das ist sicher ökologisch, aber eine langwierige Angelegenheit, die Geduld erfordert. In der Nachbarschaft der Basilika St. Marcellinus und Petrus gibt es Hoffnung auf ein gutes Ende für die betroffenen Obsbäume.

Es gibt viel zu tun. Packen wir´s an.
Ein paar Farbklekse mehr, wären schön.
Obstbäume säumen die Wege. Birnen und Äpfel machen den Grpßteil des Bestandes aus.
Aber so richtig gesund sehen die auch nicht aus.
Immer wieder eine Inspiration: der Kräutergarten
Auch wenn es bei unserem heutigen Besuch an wirklichen Höhenpunkten mangelte, die gesamte Anlage fasziniert.

Nach einem kurzen Besuch (obligatorisch) der kühlen Kirche, wartet eine ganz andere Art der Abkühlung auf uns: Das angeblich beste Speiseeis der Region. In der großen Maingasse – nicht zu verfehlen.

2 Kugeln auf die Waffel, dann ein Stück den Main entlang
Zurück geht es dann durch die bekannte Altstadt zum Parkplatz. Auch wer schon oft hier war, findet Ecken und Winkel mit neuen Perspektiven.

Ach ja, die Blattläuse! Ich habe sie nicht vergessen. Sobald die bestellten Larven des Marienkäfers eingetroffen sind, geht´s rund! (Prinzip Hoffnung)

Zurück in die Steinzeit

Archäologie heißt suchen und finden. Beweise liegen schon lange vor. Bereits Anfang des letzten Jahrhunderts werden die Artefakte auch einer breiteren Öffentlichkeit präsentiert. Seit 1922 exsitiert ein Verein, der in Unteruhldingen

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist 35731467kf.jpg.

die frühgeschichtliche Epoche der Menschheit einer breiten Öffentlichkeit zugängig macht. Es war ein langer Weg bis zum heutigen Pfahldorf. Es hat sich gelohnt.

Eines unserer fest eingeplanten Besuchsziele während des kurzen Urlaubs am Bodensee war u.a. auch das Pfahldorf in Uhldingen. Schon einige TV-Sendungen hatte ich mir diesbezüglich angesehen. Mit mehr Info wuchs dann auch das Interesse. Einen der wenigen schönen Tage hatten wir ausgewählt, um uns die Pfahlbauten live anzusehen.

Man wird in einer Gruppe durch einen sehr kompetenten Führer in Empfang genommen. Dann geht es los. Zunächst gilt es die virtuelle Steinzeit zu durchschreiten. Das findet in einer Art Multi-Media-Box statt.

Nach dieser sehenswerten Einführung öffnet sich die Tür zur realen Welt der Steinzeit.

Über 7 Brücken muss man geh´n. Nicht jedem Besucher vermittelt das ein Gefühl von Sicherheit und Zuverlässigkeit.
Der Zahn der Zeit nagt auch im Museums-Dorf heftig an den in den Schlick des Bodensees eingelassenen Pfähle. Alles wurde realistisch -ohne heutige Chemie oder Technik- nachgebaut. Die Haltbarkeit ist daher eingeschränkt. Familie Feuerstein hatte daher in ihrem Leben nicht nur eine dieser Villen mit Seeblick.
Durchdacht und mit viel knoff-hoff umgesetzt.
Die angewandten Techniken des Bauens sind perfektioniert an die Möglichkeiten angepasst.
So wie hier : der Vorläufer eines Sicherheits-Schlosses
Über den Steg gelangt man in die Bronzezeit. So einfach ist das.
Beieindruckend auch, welche Ideen bei Werkzeugen und Hilfsmittel eingesetzt wurden. Sogar Klebstoffe waren bekannt und gebräuchlich.
Gut-nachbarliche Beziehen waren Voraussetzung für das Dorfleben. Viele gemeinsame Bauten (z.B. Versammlungshaus, Lager, Backhaus…..) waren ebenfalls in das Dorf integriert.
Wie schon erwähnt, war die Haltbarkeit einer solchen Siedlung begrenzt. War der Verfall nicht mehr zu stoppen, wurde das Dorf aufgegeben und man zog mit Kind und Kegel weiter. Am Ufer entlang, um eine neue geeignete Stelle für eine Neuansiedlung zu finden.
Die Pfähle für Gebäude, Brücken, Palisaden waren bis zu drei Meter tief in den Schlick „eingedreht“. Einrammen hätte den Untergrund verdichtet und nach einigen Dezimetern wäre es vorbei gewesen. Man drehte also die Stämme und mit wippen oder schaukeln verschaffte man sich wieder Bewegungsfreiheit, wenn der Stamm sich nicht mehr drehen ließ.
Kontrastprogramm
realistische Szenerie. Man sollte darauf vorbereitet sein, wenn man den finsteren Raum betritt.
Der Tod gehörte auch in der Bronzezeit zum Leben. Grabbeigaben belegen spirituelle Bräuche.
Nahrungsbeschaffung war wohl auch innerhalb des Dorfes kein allzu großes Problem.
Das ist Uhldi . Nach dem Vorbild aus dem Ötztal, mit Kosenamen versehen.
Diese Aufnahme entstand 2 Tage nach unserem Besuch. Wir kamen gerade noch vor dem Wolkenbruch von der Blumeninsel Mainau zurück.

Ein Besuch des Pfahlbau-Museums erfordert Zeit. Deutlich mehr Zeit, als wir uns das vorgestellt und eingeplant hatten. Ein hochinteressantes Kapitel der menschlichen Entwicklungsgeschichte, wird hier lebendig und nachvollziehbar. Sollten wir noch einmal die Chance zu einem Besuch haben, nehmen wir diese bestimmt sehr gerne noch einmnal wahr.

hier geht´s zu den Pfahlbauten

Dieselgedanken

PKW und LKW´s sind die größten Sünder

Neue Erhebungen, ständig neue Erkenntnisse, Messungen und Lungenärzte verunsichern die, die wirklich etwas für unsere Umwelt tun möchten. Unter besonderer Beobachtung sind Diesel-Fahrzeuge. Ob PKW oder LKW bleibt sich fast egal, alle gehören sie in den riesigen Topf der Umweltsünder. Fahrverbote für Innenstädte sind die Folge. Ausnahmen für Zulieferer, Handwerker usw. bestätigen jedoch die Regel.

Mein alter Diesel wurde gegen einen neuen ausgetauscht. Der Verbrauch der alten Kiste, 7 Jahre hatte der 7-Sitzer auf dem Buckel, lag bei knapp über 6 Liter. EUro 4-Norm. Mein neuer 5-Sitzer wiegt mehr, ist schneller und frisst, bei meiner noch immer flotten Fahrweise, rund 8,3 Liter je 100 km. Euro 6-Norm. Habe ich nun etwas Gutes getan? Hebt nicht der Mehrverbrauch die angeblich besseren Verbrauchs-Werte wieder auf? Komfort-Verzicht war niemals eine Option. Ich möchte nicht mit einem überdachten Vehikel unterwegs sein, das neben erbärmlichen Leistungen auch noch andere Einbußen mit sich bringt. Ich denke dabei an aktive und passive Sicherheit. Die Meinungen gehen hier vielleicht auseinander. Elektro-Autos sind in der gewünschten Komfort-Zone unerschwinglich. Solange man für einen -nur mit Grundausstattung versehenen- Elektriker fast zwei top-ausgestattete Verbrenner-Varianten bekommt, wird sich daran auch nicht gravierend etwas ändern. Alternative Energieträger (Wasserstoff, Bio-Gase e.t.c.) arbeiten CO² neutral sind aber noch weniger im Angebot und damit auch nicht in die Überlegung der meisten Konsumenten einbezogen.

Natur pur in der Wetterau

Wenn man das Thema von einer anderen Seite angeht, steht die Frage an, was wäre vermeidbar. Zum Beispiel im Hobby- und Freizeitbereich, Urlaub und Vergügen. Lustbarkeiten, wie Kreuzfahrten, Urlaub auf der anderen Seite des Globus, Billigflüge – mal schnell übers Wochenende nach Belfast, Porto, Valencia, Rom, Warschau, Nord-Afrika (kost´ja fast nix) sind heute nicht mehr wegzudenken. (Ein Bekannter, ein Grüner durch und durch, protestiert gegen das Fällen eines Baumes und im Urlaub geht es für 3 Wochen nach Afrika. Rundreise mit Flieger, Schiff, Auto und wieder Flugzeug.) Von unserem Fiskus werden steuerlich Erleichterungen und Prämien für alte Autos gewährt. Nicht nur für Verschrottungen. Auch für den Erhalt der veralteten Technoloigie Ein H-Kennzeichen ist das Ergebis für geduldiges Fahren ohne Kat oder Filter und mit Wahnsinnsverbräuchen.

Am Wochenende war eine nostalgische Veranstaltung des Eisenbahn-Museums, Hanau angesetzt. Anläßlich eines „Bahnhof-Festes“ irgendwo in der Wetterau. Es wurden, nicht nur in Hanau, alte Dampfloks wieder aus dem Schuppen geholt und auf die Strecke gebracht. Gewiss ein schönes und nostalgisches Bild, wenn man das Stahlroß durch die Landschaft fahren sieht, das Zischen der Dampfmaschine hört und den Rauch der Steinkohle riecht.

Für nicht einmal 50 km wird mehr Feinstaub in die Landschaft geblasen, als mein alter Diesel es bis zu seinem oder meinem Lebensende jemals geschafft hätte.

Als Nostalgie-Fan würde ich mich jetzt nicht unbedingt bezeichnen, aber faszinierend finde ich es schon, wenn eine viele Jahrzehnte alte Technologie auch heute noch ihre Zuverlässigkeit unter Beweis stellt. Zwei Seelen in der Brust melden mir a) muss das sein? Sollte man den vermeidbaren Schadstoffausstoß nicht einfach bleiben lassen? b) wie toll, dass ich das noch einmal sehen kann.

Ich folge b) und habe nicht die Spur eines schlechten Gewissens einen neuen Diesel zu fahren.

Printmedien oder wer braucht denn noch Papier?

Das physikalische Ende einer Nachkriegs-Erfolgs-Story

Es war einmal…….
Seit 1945
Insolvenz im November 2012
Abrißbirne, Bagger und Planierraupe beseitigen die ehemalige Groß-Druckerei.
Zuletzt wurde hier, in Neu-Isenburg, lediglich noch das „Handelsblatt“ gedruckt.
Bald ist alles aus dem Auge – aber auch aus dem Sinn?

Spannende Details, wie immer, bei Wikipedia

Die neue Alte

Frankfurt hat sich etwas gegönnt. Eine Altstadt. Eine neue Altstadt.

Schon unter OB Petra Roth wurde die Idee konkretisiert. Und der nachfolgende OB Feldmann kam mit etwas Verzögerung dann auch auf den Geschmack. 200 Millionen hat man offiziellen Darstellungen zufolge in das Projekt gesteckt. Und obendrauf eine Party für 1,5 Mio €uro.

Nach den Feierlichkeiten rund um die feierliche Einweihung besuchten wir die neue Mitte Frankfurt´s. Das Ergebnis nehme ich schon mal vorweg. Es hat sich gelohnt! Trotz der üblichen Kostenüberziehung, und heftigen Diskussionen u.a. um den Abriss des „technischen Rathauses“ lassen sich durchweg zufriedene Besucher und Bewohner testieren. Am Tage nach der deutschen Einheit waren alle gut drauf. Auch die unvermeidlichen Pantomimen, eine Abordnung der Don-Kosaken und wer da auch immer noch um Aufmerksamkeit buhlte.

Die Bauzäune verschwanden mit einiger Verzögerung im Laufe des Jahres und gaben denjenigen schon mal einen Blick frei, die es gar nicht mehr erwarten konnten. Kommentare, wie Legoland für Erwachsene waren verstummt. Zumindest bei unserem Besuch. Statt dessen waren alle von der Vielfalt der mittelalterlichen Replikate angetan. Vereinen Sie doch einige der Zerstörung des Krieges entgangenen Original-Zierteile, traditionelle Handwerkskunst und innovative Fertigungsmethoden.

Der Einstieg natürlich über die „Gut Stubb“, den Römerberg.

Es war beim besten Willen nicht möglich Fotos aufzunehmen, ohne fremde Personen mit auf das Bild zu bannen.

Die für Altstadt-Verhältnisse sehr großzügig bemessenen Straßen sind nicht nur für die Touristen-Flut geplant, sondern vielmehr der Sicherheit geschuldet. Enge, kuschelige Gässchen wären zwar stilecht, aber so geht´s auch.

Und hier trafen wir auf eine Abordnung der Feuerwehr. Holztreppen, Balustraden, Geländer, Dächer ….. alles aus Holz. Und das im „Hinterhaus“ sind schon eine Herausforderung für den Brandschutz.

Dieses, auf der Rückseite verspiegelte Portal fand sofort mein Interesse.

So mancher Fertigstellungstermin des Innenausbaus der schmucken Häuser hatte es nicht bis zur offiziellen Einweihungsfeier geschafft. In ein paar Monaten denkt wohl sicher niemand mehr daran.

„Hier“, so erklärte ein alter Herr seinen Besuchern, „genau an dieser Anschrift wohnte schon meine Großmutter“ ! Ein echter Frankorder!

Und hier gibt es die neue Altstadt im Miniatur-Format zum Mitnehmen.

Lebende Statuen vergaß ich zu erwähnen. Die fehlten natürlich nicht.

Und hier am Römerberg endet unser Rundgang auch wieder. Schee war´s. Ich wünsche der neuen Mitte, dass sie möglichst lange Zeit überdauern möge. Ohne Zerstörung, Chaos, Schmierereien. Patina sollte ausschließlich dem Alter geschuldet sein. (ach ja…. und lasst die Hunde nicht gegen den jungfräulichen Sandstein pinkeln, das gibt dauerhafte Flecken, wie man sich schon jetzt überzeugen kann.)

Point Alpha (2)

Nur ca. 5 Minuten zu Fuß vom ehemaligen Lager entfernt, wurde ein auffälliges Museum errichtet.  Hier wird primär das Thema Freiheit abgehandelt.

Dabei beschränkt man sich nicht nur auf die deutsche Geschichte und versucht Parallelen aufzuzeigen.

Schade, dass diese Einsicht unter dem aktuellen Oberbefehlshaber nicht durchsetzen konnte.

Und vor der Tür? Der exakte Grenzverlauf  wurde hier erhalten. Die Skulpturen sind beim Spaziergang ständige Erinnerung an Gewaltherrschaft und begangenes Unrecht.

Ein Besuch, der bleibende Eindrücke beschert.

 

POINT ALPHA (1)

Es war Anfang der 80er, als ich das erste Mal mit der innerdeutschen Grenze in direkten Kontakt kam. Grausame Wirklichkeit gegen anonyme Bildchen aus Presse und Fernsehen. Ein Bekannter wohnte damals nur wenige hundert Schritte vom  Deutschland trennenden „Schutzwall gegen die imperialistischen Mächte des Westens“ entfernt. Point Alpha war auch ganz in der Nähe. Damals halt noch aktiv „bewirtschaftet“. Als freiheitsgewohnter Westler war es wie eine verdammt kalte Dusche.

Nach der Grenzöffnung, es muss wohl Mitte der 90er Jahre gewesen sein, kamen wir eher zufällig wieder an den besagten Kontrollpunkt in der Nähe von Irgendwo. Damals scherte sich wohl niemand so richtig um die Hinterlassenschaften der DDR und der menschenverachtenden Methode, die eigenen Bürger einzuzäunen.  Graffiti und Zerstörung bestimmten das traurige Bild. Vielleicht war es die Wut auf die Vergangenheit.

Point Alpha

ist heute mit erheblichen Mitteln wieder auferstanden um uns zu mahnen. Es wurde ziemlich viel Geld in die Hand genommen, um für die Besucher die Zeit noch einmal zurück zu drehen. Ein Mahnmal für die Generationen danach. Geschichtsauffrischung für alle, die es vergessen oder verdrängt haben. Grundwissen für die Leugner.  Unser Rundgang begann im US-Camp.

Das Staunen, dass es gelungen ist, Wachstuben, Unterkünfte, Waffen, Ausrüstung aller Art in der gezeigten Vielfalt zusammenzutragen, sollte nicht enden.

Ob die Wächter von ihrem Turm aus auch Sinn für die landschaftlichen Reize hatten?

Im Lager selbst war alles vorhanden was für ein weitgehend autarkes Einsatzkommando erforderlich war.

Wenn es mal so ↓  aussieht, hat entweder die Verteidigungsministerin gepennt, oder die Menschheit hat ihre blöden, kleinlichen Streitereien endlich hinter sich gelassen. Derzeit spricht alles gegen die Flinten-Uschi.

Die meisten Ausstellungsstücke sind noch mit voller Ausstattung hier aufgebaut. Auch dem Bundesgrenzschutz wurde mit einem Hubschrauber gedacht.

Für manchen Besucher mag die Nähe zu den Kriegswaffen schon respekteinflössend sein:

In der „Baracke“ sind eine ganze Reihe von Uniformen und Ausrüstungsgegenständen gezeigt. Auch ganz spannend, der „Ami“ mit italienischen Wurzeln und dem Namen, der deutscher eigentlich nicht sein konnte. Er und seine Kameraden waren die Kernbesatzung und Garant, dass es zumindest an dieser Stelle der Grenze keine Scharmützel oder gar einen größeren Zwischenfall  gab.

Die Besucher heute waren ein sehr interessiertes, bunt gemischtes Publikum. Viele US-Bürger waren zu Besuch. Veteranen aus anderen Kriegen, deren Familien und Kindeskinder. Dieser hier wollte mit Krieg rein gar nichts zu tun haben, streichelte statt dessen die Lagerkatze. Der junge Mann aus Virginia (Adresse zum Zwecke der Übersendung von Fotos ausgetauscht) war der personifizierte Pazifist.

Das gibt Hoffnung.

Kreisverkehr

In meiner Heimatstadt werden Kreisel gebaut, als gäbe es kein Morgen oder einen Preis dafür. Letzteres tut es ja auch. Zuschüsse der EG und des BMVi ( das „i darf keinesfalls fehlen, sonst tritt Flinten-Uschi mit ihren paar Mannen auf den Plan) gibt es offenbar völlig problemlos und in Hülle und Fülle. Ohne finanzielle Zuwendungen könnten wir uns das sicher nicht leisten. (Siehe Rettungsschirm, Spassrhaushalt und sowas)

Kreisverkehre sind sooo cool.

Aber das geht dann doch zu weit.

(Ich entschuldige mich, da es mir nicht nur heute an der erforderlichen Ernsthaftigkeit fehlt.)