Bergretttungswache Mehlmeisel

Prosit Neujahr! Das Jahr 2011 war schon einige Momente alt, als auch die letzte Rakete

gezündet war und wir endlich ins Bett fanden. Prima, daß man im Hotel auf Schlafmützen besondere Rücksicht nahm. Frühstück gab es bis 15:00 Uhr. Rollmops, eingelegtes Gemüse und Mineralwässerchen waren auch ausreichend vorhanden, um die eventuellen Verluste der Silvesterfeier auszugleichen.

Als wir unseren Mineralhaushalt einigermaßen wiederhergestellt hatten, stand der übliche Neujahrs-Spaziergang an. Die Fittesten in der Runde verlangten nach mehr „Action“. Aber nein, für´s Skifahren  war es schon zu spät. Bis wir richtig oben sind, reicht es gerade für eine Abfahrt. Verschieben wir das doch auf morgen! Und so hammers auch dann gemacht.

Deutlich ausgeschlafener, erheblich früher beim Frühstück und auch sonst topfit wollten wir nun sowohl den Skifahrern als auch den Rodlern und Spaziergängern unter uns etwas Gutes tun. Mehlmeisel, nur 5 oder 6 Kilometer und eine Ortschaft von unserem Feriendomizil entfernt, schien dafür bestens geeignet. Skipiste, abgetrennte Rodelbahn, Langlaufloipen, geräumte Wege – was will man noch? Der Parkplatz war es bei strammen Minusgraden recht woll.

Aber es herrschte ein ständiges Kommen und Gehen. Wir hatten Glück und konnten direkt einen (kostenlosen) Parkplatz ergattern. Die Ordnung wurde von Mitgliedern der Bergwacht übernommen, die für einen flüssigen Verkehr und staufreie Zu- und Abfahrt sorgten.

Wir konnten es kaum erwarten, bis die Ausrüstung endlich angelegt war. Und los geht´s. Skifahrer rechts, der Rest nach links! Die Skipiste war gut besucht und am Schlepplift gab es zwischen 2 und max. 5 Minuten Wartezeit. Es gibt übrigens gleich zwei Schlepplifte. Für eine relativ überschaubare Piste eine überragende Ausstattung.  Nun, Mehlmeisel ist sicher keine hochalpine Bekanntheit. Die breite und gut präparierte Piste bietet keine Überraschungen.

Vielleicht ist aber eine Baumgruppe mittendrin erwähnenswert. Nach Möglichkeit sollte man die umfahren. Sehr angenehm ist, daß die Rodel, Schlitten, und Bobs nicht auf diese Piste dürfen. Auch dafür sorgen die emsigen Helfer der Bergwacht. Deren Station an der Piste scheint auch recht gut ausgerüstet zu sein, eine große Hütte, mit Garagen und etlichem Gerät waren zu sehen. Leider sollte dies aber auch an diesem Tag zum Einsatz kommen. Wir sahen einen Motorschlitten mitten auf der Piste mit Blaulicht. Und bald darauf setzte sich das Rettungsgefährt mit Anhänger talwärts in Bewegung. Schon nach wenigen Minuten wurde der Verunfallte Skifahrer in die „Erste-Hilfe-Station“ der Bergwacht gebracht. Ein eingespieltes Team macht eine schnelle Hilfe möglich.

Wir kümmerten uns derweil um unsere Rodler. Die Bahn geht direkt hinter der Station der Bergwacht ab. Ein kleines Plateau und ein schneller Hang mit gutem Auslauf sogen bei den Schlittenfans für gute Laune.

Die Minus 16° C sorgten bei den Wartenden für grobe Verstöße gegen das Vermummungsverbot.

Während wir noch den Spaß der Rodelbahn genossen, wurden die Wartenden auf dem Plateau von einem Bergwachtler gebeten, den gesamten Bereich frei zu machen. Der Rettungshubschrauber sei im Anflug. Schnell entfernten sich die Rodler. Es dauerte nur 3 oder 4 Minuten, bis der Helikopter zu hören war. Wieder war es ein Mitglied der Bergwacht, der den Hubschrauber mit gekonnten Zeichen einwies. Vorsichtig näherte sich das Fluggerät.

Und dann war der Heli im aufgewirbelten Schnee verschwunden. Die Rotorblätter standen noch nicht still, als auch schon das Notarztteam ausstieg und zum Sani-Raum eilte.

Es dauerte eine ganze Weile. Dann stand fest, daß der Verunfallte ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Genau so schnell wie gekommen, ging die Verladung in den Heli vor sich. Die Turbine lief hoch und als der Schnee wieder alles einhüllte, verschwand der gelbe Engel gen grauem Himmel in Richtung Bayreuth.

Den Bergwächtlern wünschte ich noch einen ruhigen Tag, was sehr gerne entgegengenommen wurde.

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Schmetterlingspark Neuenmarkt

Stolz und recht hochnäsig begrüßt uns der Paul bei unserem Besuch im Schmetterlingspark, Neuenmarkt. Das übrige Personal war aber sehr freundlich, hilfsbereit und erklärte die Besonderheiten einer jeden Gattung, so man dies wünschte.

Neuenmarkt liegt unweit der Bundesstraße 303 , quasi am Eingang zum Fichtelgebirge. Und noch vor der eigentlichen Ortschaft liegt linker Hand der fast unübersehbare Schmetterlingspark, den wir bei denkbar schlechtem Wetter besuchen wollten. Um es vorweg zu nehmen: mit den großen Schmetterlingsschauen in Deutschland kann er mit rund 600 Quadratmetern Ausdehnung nicht wirklich mithalten. Aber eine willkommene Abwechslung war es dennoch.

Das garstige, naß-kalte Wetter hatte uns zu warmer und wetterfester Kleidung gezwungen. Damit ist der Besuch nicht so sehr zu empfehlen. Im Inneren herrschen tropische Bedingungen. 

Etwa 30° Celsius waren es bestimmt. Und die Luftfeuchtigkeit lag nur wenig vor den 100%.  Das ist gleichzeitig auch das Problem für Brillenträger und die Fotografie. Die Brillen und Objektive beschlagen sofort, wenn durch die Luftschleuse die Tropenhalle betreten wird – gäbe es da nicht einen Heißluftföhn, mit dem man seine Optik schon anwärmen und auf „Betriebstemperatur“ bringen kann.

Trotzdem, daß wir die „überschüssige“ Kleidung an der Garderobe abgegeben hatten, empfing uns eine schwüle, stickige Urwaldluft. Mit diesem einen Schritt  aus der Luftschleuse war man ja auch schon inmitten des Dschungels.

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Die große Vielfalt haben wir an diesem Vormittag leider vergebens gesucht. Im zeltähnlichen Rund der Ausstellung herrschte schwaches, diffuses Licht vor. Die Dachabdeckung filterte das dürftige Tageslicht zudem noch einmal. Das behinderte -zumindest an diesem Tag- die Fotografie doch sehr. Die scheuen und somit auch etwas weiter von den Wegen entfernten Tiere (Schmetterlinge) waren nur schlecht auszumachen und ohne Blitzlicht nicht zu fotografiern. Es rannten einige Kinder umeinander, die für etwas Unruhe unter den Flattermännern sorgten. Schade.

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Eger – wo alles beginnt.

Frohsinn, Dicke-Backen-Musik, Ernst Mosch, Marsch und Polka kommen mir in den Sinn. Breit ist das Grinsen eines Jeden im Publikum und alle klatschen sich im Rhythmus des Blaskapelle die Finger  rot. Die Egerländer Musikanten verstehen es ihr Publikum zu begeistern. Nun ja, es ist Geschmackssache. Und eine Frage des Quantums, mit der man den Frohsinn eingepaukt bekommt, ist es sicher auch. Das Egerland befindet sich zum allergrößten Teil in Tschechien und grenzt an die Oberpfalz im Westen an. Also auch ans Fichtelgebirge.

Wir hatten uns für einen Kurzurlaub eine richtig nasse Woche Ende Mai herausgesucht. Fichtelgebirge! Klingt urwüchsig, romantisch, ohne Massentourismus, gepflegte Gastlichkeit. Und genau das haben wir – vielleicht nur wegen der Nebensaison- vorgefunden. Wenig ausgedehnte  Wanderungen, dafür etliche kleinere Ausflüge rund um unser Urlaubsdomizil waren das Zugeständnis an die eigentlich bettlägerische Wetterlage. Wir befanden uns im Gebiet des Ochsenkopfes, an dessen Nordosthang der weiße Main entspringt. Direkt gegenüber  so betrachtet es zumindest der Flieger in mir) sieht man (bei durchschnittlichem Wetter) den Schneeberg mit seinen 1.051 Metern über NN. Damit ist er der höchste Berg im Fichtelgebirge.

Den Namen bezieht die Eger aber nicht aus dem Fichtelgebirge, obwohl dort,  nämlich vom genau diesem Schneeberg, sich die Quelle der Eger befindet. Der Taufpate und Namensgeber ist vielmehr bei unseren tschechischen Nachbarn zu suchen. Dafür kommt die Stadt CHEB (Eger) in Frage. Hier ist also der Fluß nach der Stadt benannt.

Wider alle Erwartungen verbesserte sich das Wetter an diesem Tag doch noch am späten Vormittag. Ohne Plan und festes Ziel wollten wir unsere -witterungsbedingt- angerosteten Gelenke und Knochen wieder etwas fordern und fuhren einige Kilometer bis zu einem sehr gut ausgebauten Parkplatz am Fuße des Schneeberges, ganz in der Nähe der Bundesstraße 303. Von hier aus ging es quer durch den Wald auf bekannt-gepflegten Wegen, denen auch der anhaltend ausgiebige  Regen der letzten Zeit nichts anhaben konnte.

Erst einmal ging es bergauf. Danach auch. Sanft natürlich, wie es sich gebührt. Auch unsere Hunde hatten ihren Spaß.

Es waren -zumindest auf unserer Route- keine Wanderer oder gar wutrasende Mountenbiker unterwegs. Letztere sind ja eher am Ochsenkopf anzutreffen, wo für diese Zunft sehr viel geboten wird. Alle Schlag ist dort eine Veranstaltung – pardon, Event heißt man das ja heute- rund um die Bergfahrräder – Da hat Wandersmann und Spaziergänger nun wirklich nichts verloren. Aber wir sind ja am Schneeberg und da isses ruhig und friedlich.

Die Stimmen der Vögel wurden zunehmen lauter und kräftiger, als wollten sie den wunderschönen Tag, der er mittlerweile geworden ist, noch zusätzlich anfeuern.

Unser Weg kreuzte die Straße, die von der Höhenklinik (an der Bundesstraße) nach Weißenstadt führte. Ziemlich genau am Scheitelpunkt! Auch hier kaum Verkehr, dafür aber ein einsamer Rennradler. Ein roter Radler!

Gegenüber gab es einen Parkplatz mit einer Riesigen Karte.

„Hast du gewußt, daß die Eger hier entspringt?“fragte sie flötend.

„Natürlich, wer weiß das nicht?“ gab der Uffnik zur Antwort. ( Schön, daß die Karte da herumhing) Natürlich mußten wir da hin. Die Hunde hatten bereits Witterung aufgenommen und eilten voraus.

Landschaftstypisch ist die Quelle gefaßt und bietet dem Wanderer Gelegenheit zu verweilen. Und gegf. auch den Durst zu löschen…

Ein klares kühles Wasser sprudelt unentwegt in das alte Becken, dessen Eisenklammern und Armierungen so still vor sich hinrosten.

Des Himmels Bläue  spiegelt sich im Wasser, das vom ausströmenden Wasser eine minimale Bewegung erfährt.

Irgendwie kann ich die Gutelaunemusik jetzt zuordnen.

.Nach der Quelle beginnt aber schon für das schwächliche Rinnsal der Abstieg ins Tal. Beischeiden, sehr zurückhaltend legt das Bächlein die ersten Kilometer zurück. Nur wenige Meter und der Wald wurde dichter, so daß wir nicht weiter folgen wollten. Zurück erst einmal zum Auto. Und dann die Schneebergstraße hinauf und wieder hinunter. 

Sobald man den Wald hinter sich läßt, ist es auch schon ziemlich vorbei mit dem Schneeberg und eine eher hügelige Landschaft tut sich vor einem auf.

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Und wieder einige hundert Meter weiter, erfaßt das Auge schon Weißenstadt (an der Eger).

Dort wollten wir unser Tagewerk beenden und fuhren zum Parkplatz am See.

Jetzt müßte ich eigentlich noch einige Ausführen zu Weißenstadt machen, das aber muß erst noch recherchiert werden…

Tatsache ist, daß die Eger -verstärkt von etlichen weiteren Zuflüssen- dort einen mächtigen See füllt, der für Wassersportler geradezu ideal ist.

.Hier ist der (künstliche) Abfluß über eine Art Staumauer zusehen. Von hier aus geht die inzwischen gekräfitigte Eger dann auf ihre lange Reise

nach Tschechien um schließlich nach rund 300 Kilometer bei Litoměřice (Leitmeritz) in die Elbe zu münden.

Hump tataa, hump tataaa.

Für mehr Infos empfehle ich WIKI .

Felsendingsbums in Wunsiedel

Das Felsenmeer gibt es dem Namen nach ja mehrfach in Deutschland. Das Original ist mit sagenhafter Genauigkeit im hessischen Odenwald zu finden. Dafür stehen die Nibelungen mit ihrem guten Namen.

Als es heute wieder einmal fürchterlich zu regnen begann, erinnerte mich das frappierend an unsern Urlaub im Fichtelgebirge. Wegen des Wetters hätten wir sicher nicht dorthin gemußt. Als ich noch so sinnierte, fiel es mir wieder ein, daß ich eine Information für die Wandersleut unter den Qypern noch schuldig bin. Um dem Wetter am Urlaubsort -Fichtelberg- zu entfliehen, beschlossen wir (wir=meine Frau) nach Waldsassen zu fahren. Dort soll es eine wunderschöne Barock-Basilika geben. Auf halbem Wege dorthin verlangten unsere beiden Hunde nach Bewegung. Wir waren auf der hervorragend ausgebauten Bundesstraße 303 unterwegs und der Abzweig nach Wunsiedel kam da gerade recht. Reichlich Wald gab es ja auch.

Auf gepflegten Wegen ließ es sich trotz der nassen Witterung sehr gut marschieren. Mit noblem Splitt aus Granit waren die Hauptwege auch für unser -an diesem Tage recht leichtes Schuhwerk- bestens geeignet. Schließlich hatten wir keine Wanderung vor, sondern wollten uns einen Ruhetag durch einen Stadtbummel und einige Besichtigungen angenehm gestalten.

Der Hinweis, den ich schon bei der Abfahrt von der Bundesstraße gesehen hatte, fiel mir wieder ein. So machten wir auch schließlich kehrt und mit dem Auto ging es noch ein kleines Stück am Wald entlang. Ein großer Parkplatz präsentierte sich uns mit gähnender Leere. Das Gebäude war der  Ticketverkauf für die Wunsiedeler Festspiele, die seit 1914 auf der wunderbaren Naturbühne stattfinden.

Nur wenige Meter weiter

dann schließlich der Wegweiser zum Felsenlabyrinth. Ich wollte nun doch den Unterschied zwischen dem (fast) heimischen Felsenmeer und dem hiesigen Labyrith ergründen.

Oh ja, Unterschiede gibt es. Gewaltige sogar. Was als Erstes auffällt, ist die elektronische Information in einer Felsnische.

Das ist ja sowas von daneben, daß ich mir das Wunderwerk der Technik noch nicht einmal angesehen habe. (Trotz meines sonst recht ausgeprägten Interesses für innovative Techniken) Wie wäre es denn mit ein paar landestypischen Holztafeln??

Na gut. Na schön. Am Kassenhäuschen bemerkte ich, daß die Saison schon begonnen hatte. Das allerdings muß für die Beteiligten doch relativ überraschen gekommen sein. Es gab einen unübersehbaren Hinweis, daß die Routen noch nicht vollständig hergerichtet waren. Außerdem fand ich den Tipp der Dame mit dem einnehmenden Wesen recht hilfreich, daß der Weg für Hunde nicht wirklich gut zu bewältigen sei. Gitterroste, Brücken und Stege, machen es nicht einfach, einen Hund zu führen. O.K. Ich ging alleine. Meine Frau stillte direkt gegenüber ihren Kaffeedurst auf einer überdachten Terrasse des Restaurants/Hotels.

Ich machte mich alleine mit meinen Salonpumps auf den Weg. Und der ging auch gleich hinter dem Eingang richtig zur Sache. Das noch nasse Laub bekam zusätzliche Schmierung durch kleine Regenrinnen, die die Menge an Wasser nicht fassen konnten.

Ja, das ist der Weg ins Felsenwirrwarr. Über Stock (Wurzeln) und Stein (Felsen) – sprichwörtlich.

Wunderbar, wie sich die starke Natur, trotz Tourismus und sonstigen Eingriffen doch behaupten konnte. Ja sogar zurück eroberte Sie so manchen Felsblock und bedeckte ihn zunächst mit Moosen.

Die nächsten Meter waren ein Klacks. Auch mit leichtem Schuhwerk problemlos. Und meine Tölen hätten es sicher genossen. Es sollte aber schon noch etwas anspruchsvoller werden.

Die ersten Treppen und Übergänge standen an und spätestens bei den Metallgittern wäre wohl Schluß gewesen. Besser so! Wohin man nach ein paar weiteren Minuten auch schaut, der kunstvolle Bewuchs an Sträuchern und Bäumen auf den Granitfelsen ist gewaltig imponierend. Welche Kraft Wasser, Frost und das Wurzelwerk der Bäume besitzen, wird hier durch Terrassen, Risse und Absprengungen sichtbar.

So, jetzt nur keine Müdigkeit vorschützen. Hier muß ich durch. Oh jeh.

Aber es ging ja gut. Den Rucksack hätte ich aber genau so gut auch unten lassen können. Es steigerte sich nun doch.

Und das sind dann auch die weiteren Unterschiede zum Felsenmeer. Im Odenwald hat es keine Aufstiegshilfen, Treppen, Stiege, Übergänge. Ich muß aber einräumen, daß ich für diese Hilfe recht dankbar war, zumal es mir an alpiner Erfahrung mangelt.

Wie lange der Aufstieg gedauert hat, weiß ich nicht mehr. Vielleicht 30 Minuten? Vielleicht eine 3/4 Stunde! Und daß mir niemand auf die Idee kommt, dies auf die schlechte Kondition zurückzuführen. Es waren einzig die mehr als 100 Fotos, die ihren Zeittribut forderten.

Trotzdem war ich froh, das Dach der Wunsiedeler Welt erreicht zu haben.

Luja sog i. Da waren doch tatsächlich noch eine handvoll Unverdrossene unterwegs. Die hatten offenbar sich für den noch steileren Weg entschieden. Die winzige Hütte kam mir gerade recht. Schweißtreibend war der Aufstieg. Mußte man doch die Regenjacke immer schön geschlossen halten, damit der Foto darunter kein Wasser abbekommt. Also erst einmal entblättern, bevor es an die Aussicht geht. So sehr viel Hoffnung brauchte ich mir nicht zu machen; die Wolken waren etwa auf dem Niveau, daß auch Spatzen nur zu Fuß unterwegs waren.

Aber schon wenige Minuten später lichtete sich das Szenario, wie vorbestellt.

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Etliche Aufnahmen später schlich sich der Gedanke bei mir ein, daß mein Weib sicher schon im Koffeinrausch sein müßte. Es war Zeit an den Abstieg zu denken. Dieser führte auf einer anderen Route nach unten. Man kam an neuen Formationen vorbei.

Und auch abwärts gab es wieder Brücken,Treppen, die kunstvoll in den Fels eingebaut sind. Hatte ich schon erwähnt, daß das Felsenmeer eher naturbelassen ist?

Je weiter man wieder nach unten kam, desto gemäßigter wurde auch die Strecke. Alles in Allem war es eine anregende Tour, die den Alpinisten oder auch nur den Gebirgswanderer vor keine unlösbare Aufgabe stellt.

Die Ebene und meine 3 Mädels hatten mich wieder.

1 Sekunde Bad Berneck

Die Region für unseren Urlaub hatten wir mit Bedacht gewählt. Es sollte ein Wander-Erhol-Seele-baumeln-lassen-Urlaub werden. Das Fichtelgebirge stand niemals zuvor auf unserem Wunschzettel und wir wollten es kennenlernen. Sonderlich viel Vorbereitung konnten wir wegen der sich verschlechternden Wetterverhältnisse nicht treffen. Also eher Planung vor Ort.

Nach der Tour zur der Quelle des Mains ( weißer Main) mußten wir für die untrainierten Muskeln erst einmal einen erholsameren Tag einlegen. So machten wir uns auf, um dem weiteren Verlauf des Main ein paar Kilometer zu folgen. Unser Endziel sollte Bad Berneck sein.

Auf einer der Webseiten, die sich für Bad Berneck ins Zeug legen, heißt es: „Idyllisch im malerischen Tal der Ölschnitz [Zufluß zum weißen Main] gelegen, eingebettet in die waldreichen Erhebungen des Fichtelgebirges und in unmittelbarer Nähe der weltbekannten Festspielstadt Bayreuth, [so nah ist Bayreuth ja auch nicht- aber wenn´s schee macht.. !] präsentiert sich das Kneipp-Heilbad „Bad Berneck“ als „Das versteckte Paradies“ seinen Gästen. Seit Jahrzehnten schon als „Naturapotheke“ bezeichnet, verdient sich der Luftkurort heute diesen Namen mehr denn je und verfügt über das Prädikat „Bad“ bereits seit 50 Jahren. Seit über 70 Jahren hat sich die „Perle des Fichtelgebirges“ auf die Heilverfahren nach Sebastian Kneipp spezialisiert. Heute offeriert Nordbayerns einziges Kneipp-Heilbad seinen Kurgästen eine höchst effiziente und moderne Therapieform, die wissenschaftlich und medizinisch den neuesten Erkenntnissen entspricht. Ob Sie zur Kur, als Feriengast oder Kurzurlauber nach Bad Berneck kommen, bei uns fühlen Sie sich wohl. Der Ort bietet viele Kostbarkeiten, z.B. den historischen Marktplatz, Kurpark, Kolonnaden, Ruinen, Freilichtbühne, Dendrologischen Garten, herrliche Spazierwege und vieles mehr.“

Als wir uns dem „Paradies“ näherten, sahen wir zunächst die verletzten, abgetragenen Berge, die Bad Berneck begrenzen.

Dem oberflächlichen Betrachter – also uns- bietet sich im Steinbruch ein Bild geschäftigen Treibens. Es werden u.a. verschiedene Größen von Edelsplitt gefertigt, der auch für die vielen gut ausgebauten Wanderwege der Region genutzt wird.

Nach historischen Aufzeichnungen wurde der Steinbruch schon zur Hälfte ausgebeutet. Es kann sich dann ja wohl nur um ein auslaufendes Modell handeln.

Also eine Frage der Zeit bis hier die letzte Ladung abgeholt sein wird. So richtig will der Steinbruch mit seinem staubigen Gewerk und dem derben Aussehen nicht in das Bild einer Kurstadt passen. Eine paradiesische Skizze würde ich auch nicht so beginnen.

Aber das ist ja auch nicht das, wofür Bad Berneck wirklich bekannt ist. Es ist immerhin ein Luftkurort. Auf gerade einmal 400 Meter über NN gelegen, haben wir bei tristem Wetter einen ebensolchen Eindruck von dem traditionsreichen Städtchen am Rande des Fichtelgebirges.

Eingegrenzt von massiven Felsen kuschelt sich das traditionsreiche Städtchen dem Lauf des weißen Mains entlang in das sich öffnende Tal. Enge Gässchen

mit alten, stilvollen Häusern säumen unseren Weg entlang der Hauptstraße Richtung Marktplatz.

.Was uns auf dem Weg begegnete, verhagelte uns bei trostlosem Wetter die noch immer vorhandene Urlaubsstimmung. Unzählige leerstehende Wohnungen und Häuser, Hotels mit langer und teil glorreicher Tradition stehen leer, glotzen aus den gardinenlosen Fenstern zu uns herüber.

Einfache Geschäftshäuser und Wohnungen – einfach aufgegeben.

Die maroden Fassaden zeugen von einer besseren Zeit.

Und noch immer führt uns der Weg zum Marktplatz, der auf der Web-Seite der Stadt ja als besonders wunderprächtig hervorgehoben wird. Die kleine Kolonnade mit einem öffentlichen WC

ist zwar ganz hübsch anzuschauen und für Bad Berneck sicher eine ganz tolle Innovation, aber den Gesamteindruck rettet das nun auch nicht. Gegenüber versuchen einige Gewerbetreibende der Hauptstraße noch einen renovierten Eindruck zu verleihen, was das Szenario vielleicht etwas freundlicher erscheinen läßt.

.Aber auch hier: wirken die leeren Wohnungen wie eine unausgesprochene

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.Doch sofort erfährt der Betrachter seinen nächsten Dämpfer.

.Schaut man sich das -von einem wohlhabenden Bürger des letzten Jahrhunderts gestiftete- Kurhaus etwas näher an, wird spätestens am angerosteten Turm die ganze Misere offenbar. So oder so kann man keine Touristen beeindrucken. Und Almosen gibt ja auch niemand.

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  • Einwohner: 4.579
  • 2.241 Männer
  • 2.338 Frauen
  • Fläche: 33,56 km²
  • Postleitzahl: 95460
  • Vorwahl: 09273
  • Kennzeichen: BT
  • Höhe ü. NN: 393 m
  • Arbeitslose: 169

Bei einem kleinen Imbiss hatten wir Gelegenheit mit dem Wirt zu sprechen. Der hatte ohnehin sonst nichts zu tun. Keine Kundschaft! Die Worte des Mannes wirken bei uns wie eine Grabrede. Der Niedergang, so meinte er, begann mit den Kürzungen der Kuren. Urlauber, wie wir, seinen eine Rarität geworden. Nachdem uns vor Jahren dann auch noch die Bahn die Freundschaft gekündigt und die Bahstrecke eingestampft hat, ist es zudem noch einmal sehr viel ruhiger geworden. Nur ein ausgeschlachtetes Streckensignal erinnert noch daran, daß hier einmal die „Eisenbahn“ fuhr. Etliche mußten fortziehen, weil es keine Arbeit mehr gab. Früher, so berichtet er, waren hier 5 Metzgereien am Ort. Heute ist es nur noch EINE!. Ein großer Markt liebt jetzt die Lebensmittel. Den Individualisten lies er keine Chance. Dafür ist das Käuferpotential zu klein.

Meine seitherigen Städtebetrachtungen unter dem Motto

„1 Sekunde ….“ ,

die immer nur ein Blitzlicht des Erlebten waren, hatten alle eines gemeinsam: ich durfte von Städten berichten, deren wirtschaftliche Entwicklung eindeutig in die positive Richtung zeigten. Einmal etwas steiler, ein anderes Mal etwas gemächlicher. Städte die am untersten Niveau angekommen waren und sich zu erholen beginnen. Hier aber ist das Gegenteil der Fall. Bad Berneck lebt nicht nur von der Vergangenheit

sondern auch in der Vergangenheit.

Und hier noch schnell das Prunkstück des versteckten Paradieses.

Ich gebe der Hoffnung Ausdruck, daß dies kein Omen für die ganze Region sein mag. Was hier fehlt ist das Wunder für Bad Berneck. Ich kann es nur wünschen…

Die Quelle(n) des Main

De Maa“ (nasal betont) heißt der durch und durch deutsche Fluß, wenn man einen Frankfurter danach fragt. Je nach Region hat der Main viele Namen. Von Maa bis Mee reicht die Ausdrucksweise, ja nach Sprachbegabung. An allem sind nur die Kelten schuld. Die gaben dem Fluß den Namen „MOIN„. Das wurde später von den Römern zu „Moenus“ .

Für Urlaub braucht es keinen bestimmten Grund. Für das Reiseziel aber sehr wohl. Da gilt es viele Parameter unter einen Hut zu bringen. Viele Wunschziele schließen sich aus, wenn alle Kriterien passen sollen. Hauptaugenmerk mussten wir auf unsere beiden Golden Retriever haben. Eine Flugreise zu irgendwelchen Traumstränden scheidet aus. Lange Fahrten mit dem Auto sind anstrengend und zeitaufwändig, legt man genügend Pausen einlegt.  Wie an anderer Stelle schon erwähnt, ist es eher schwierig eine Bleibe für den Urlaub zu bekommen, bringt man 2 große Hunde ins Gespräch. So reist man mit einem Kompromiss. Wir wollten es aber so, deshalb auch gleich zwei von den Kampfschmusern. Der Zeitplan war vorgegeben, weil abgestimmt. Mit Spaziergängen und Wanderungen sollte es vereinbar sein, Wasser brauchte es unbedingt. Es brauchte nicht lange und das Ziel war klar. Dieses Jahr erkunden wir den Ursprung des Main. Die Quelle ist im Fichtelgebirge, so viel ist aus der Schulzeit noch hängengeblieben. Aber war da nicht noch eine Besonderheit? Klar! Es gibt zwei Quellen. Einen weißen Main und den roten Main.

Nach erfolgreicher Zimmersuche wollte ich eine minutiöse Planung durchführen und googelte mich so durch. Je näher der Urlaub kam, um so klarer wurde, daß uns das Wetter in der Urlaubsregion einen Strich durch die Kalkulation machen wird. Regen, Regen, Regen. Wir entscheiden also von Fall zu Fall und je nach Möglichkeit. Planung für die Papiertonne!

Die Wetterprognosen bestätigten sich. Schlimmer noch, das Antiurlaubswetter prolongierte ungefragt für fast die ganze Woche. Eigentlich spielte es keine Rolle, wann wir uns auf die Suche nach der Weißmainquelle machen. Naß wird es auf jedem Fall. Warum also nicht heute? Regenklamotten, Wanderstiefel, vorsichtshalber Hut, Stock, Schirm und Gesangbuch. Kamera nicht vergessen.

So gerüstet machten wir uns auf den Weg. Zunächst über hervorragend ausgebaute und mit luxuriösem Granit-Splitt

bedeckte Wege bis zum Ochsenkopf. Immer der gut sichtbaren „Q“ -Markierung  nach.  So schafften wir den längsten Teil der Strecke, begleitet von regelmäßigen Schauern, in guter Zeit. Es gibt keine größere Herausforderungen zu bestehen, bis wir uns schließlich dem Ochsenkopf näherten. Richtung Quelle ging es mit deutlicher Steigung nun nach oben. Die Jacke wurde zugunsten der besseren Belüftung geöffnet. Schon nach kurzer Pause wieder einsetzender Regen gab dem Wald einen ganz besonderen Reiz.

Es tropfte heftig von den Bäumen und verstärkte damit den Nieselregen.

Wir kamen immer höher und befanden uns offenbar schon in den sehr niedrigen Wolken, was ja wie Nebel anmutet.

Die größer werdenden Granitblöcke sagten uns, daß wir richtig waren. Nein, nicht weil sie da herumlagen, sondern weil ab und zu das markante „Q“ aufgemalt war. Allesamt waren stark vermoost und auf vielen wuchsen Büsche, Sträucher und sogar Bäume.  Die brachten es mit ihrem Wurzelwerk dann auch fertig, daß ein solch massiver Block zerbrach oder zumindest aufgesprengt wurde, wodurch die Verwitterung dann noch schneller vonstatten geht.

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Allmählich verengte sich der Weg und die Spuren der Zivilisation wurden seltener.

Schließlich ging es über Stock und Wurzel. Stein sowieso.

Es wurde bei 8 oder 9 Grad dann doch allmählich warm. Warum habe ich nur das 2-Kilo-Tele-Objektiv gekauft und nicht das kleine, Kompakte ? Gut 6 bis 7% von meinem Gesamtgewicht machte der Fotorucksack aus.

Festes Schuhwerk war sehr hilfreich. Durch den Regen war der Weg, je weiter und höher wir kamen, dann doch etwas schwieriger geworden.

Wir waren am Ziel! Die Quelle des weißen Main war erreicht. So ähnlich mußte sich auch Sir Edmund Hillary gefühlt haben. 😉

.Sally hat schon mal gekostet und die Echtheit zertifiziert.

.Diese ehemals weiße Graniteinfassung ist letztlich für die Namensgebung verantwortlich. Ich kann aber nun im Umkehrschluss nicht behaupten, daß der rote Main aus einer roten Granitplatte sprudelt. Egal, vielleicht klären wir das in einem anderen Urlaub.  Ich muß gestehen, daß ich von der doch sehr mageren Austrittsmenge etwas enttäuscht war. So mächtig wie er sich in Frankfurt gebärdet – und dann so ein Rinnsal?

Wie dem auch sei, die Quelle ward gefunden und die Geister derselben waren nun sicher besänftigt, wo wir doch so geschwitzt haben. Und naß vom Regen waren wir auch.

Eine kleine Schutzhütte, die wir gerne in Anspruch nahmen um die Jacken etwas zu trocknen. Unsere goldigen Retriever hatten vom Regen keinesfalls genug. Sie prügelten sich derweil vor der Hütte herum.

Von meiner Frau wurde ich etwas merkwürdig – unterlegt von deutlichem Räuspern- angeschaut, als wir für den Rückweg dann direkt wieder einen breiten, gut geschotterten Weg „fanden“. Der sich bestimmt auch bergauf hätte ganz bequem nutzen lassen. „Sieh´ es doch mal so: was hätten wir alles nicht gesehen, wenn wir diesen breiten Weg gegangen wären.“  Zur Strafe durfte ich dann doch nicht mehr auf den Gipfel des Ochsenkopfes. Vielleicht zweifelte sie ja an meinen navigatorischen Fähigkeiten. Aber sicher völlig unbegrüdet. Schließich habe ich gedient! Und das 18 Monate! Nicht wie die Weicheier heutzutage mit lächerlichen 3 Monaten. Das sollte denen am Jahresurlaub abgezogen werden! Es ging bergab. In weiten Bögen zog sich der Weg um die Hänge der Berges. Ständig gab es neue Hinweise auf Quellen, kleine Bachläufe und Brunnen zu sehen. Am Wegesrand oder auch einmal etwas abseits. (Das kann allerdings bei solchem Wetter durch auch schon ´mal nasse Füße geben.

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Sally ging freiwillig als Scout voraus und warnte auf ihre Art vor gefährlichen Untiefen.

Das sind so die gefährlichen Stellen. Im Moos sinkt man bis zu 20 cm ein. Da hilft auch kein Wanderstiefel mehr. Lassen wir es doch bei dieser kleinen Auswahl. Sicher ist, daß viele dieser Brunnen, Quellen und kleinen Bächen, dem weißen Main schon am nach wenigen hundert Metern nach der Quelle zu einer beachtlichen Größe verhelfen. Je weiter wir ins Tal kommen, desto unübersehbarer wird das noch unbändige Wasser.Gelöste Mineralstoffe und nicht zuletzt auch die Farbstoffe aus Mooren und Moosen verleihen dem weißen Main im gesamten Qellgebiet eine bräunliche Färbung. Sieht fast aus, als hätten die ihr Schwarzbier ausgeschüttet.

Eigentlich wollte ich die gesamte abgewanderte Strecke (an 4 verschiedenen Tagen) in einen Bericht zusammenfassen. Das wird aber für Schreiber und Leser doch zu strapaziös. Demnächst also ein Zweiter Bericht, beginnend am Fuße des Quellberges OCHSENKOPF.

Basilika Waldsassen

Es war einer der verregneten Urlaubstage. Muskelkater vom den vorigen Exkursionen durch das Fichtelgebirge machte das Wandern beschwerlich. Die Stiefel waren noch feucht. Und so richtig verlockend erschien die Aussicht auf neuerliche Naturduschen dann ja auch nicht. Bei der Suche nach Alternativen einigten wir uns auf Waldsassen. Was gibt´sn da? Eine Basilika aus der Zeit des Hochbarock!

Das klang interessant und so machten wir uns auf den Weg. Kaum, daß wir die dunklen Wälder des Fichtelgebirges verlassen hatten hörte der Regen auf. Es blieb aber leider bei einer 100 %-igen Bewölkung.

Die verkehrsberuhigte Zone in unmittelbarer Nähe der Basilika hatte Parkplätze in freier Auswahl.

Sehr großzügig angelegt und wirksam restauriert oder renoviert wirkt der Platz und die abgehenden Wege und Straßen sehr einladend.

Die Bedienung in der Eisdiele hat bei mageren 12 Grad Mittagstemperaturen stressige Dauerpause.

Den Brunnen aus Granit (natürlich aus der Region) hat man geschickt in die Außenbestuhlung einbezogen

Die Situation strahlte Ruhe aus.

Fast unwiderstehlich zieht das monumentale Bauwerk mit den zwei Zwiebeltürmen den Betrachter an. Schade, daß der zum Kloster zählende Seitenbau in Gerüst und Plane gehüllt war. Das aber beeinträchtigte den Magnetismus, der von diesem Komplex ausging, nur gering.

Vor fast 900 Jahren nämlich Anno Domini 1133 fanden Zisterzienser aus Volkenrode (Thüringen) hier ein neues Zuhause. Die erste Kirche soll im Jahre 1179 entstanden sein.

Den Grundstein für das heutige Gotteshaus legte man im Jahre 1685. Knapp zwanzig Jahre später wurde eingeweiht. Die Angaben auf der Pfarrei-eigenen Website sind da etwas „FLEXIBEL“. Bauzeit: 1681 – 1704 wird auch genannt. Das aber wäre vor der Grundsteinlegung. Man nimmt es hoffentlich nur mit den Daten des Bauwerks nicht so genau. Am Bau und Ausbau waren u.a. auch italienische Meister des Stucks beteiligt. Die Malerei (Fresken) powerd by Jakob Steinfels aus Prag. Beschwerden von damaligen Ministranten sind in den Geschichtsbüchern übrigens nicht verzeichnet.

Selbstverständlich sind Innenaufnahmen verboten. Aber was ist in katholischen Kirchen nicht alles verboten und wird doch praktiziert? Da sollte sich doch erst einmal ein Offizieller wagen, mich auf meine Fotoperversion anzusprechen.  Die Antwort hatte ich mir schon wohl formuliert zurecht gelegt. Also nur keinen Streit vermeiden, wenn es sich umgehen läßt.

Und deshalb:

Ich wollte niemand stören und wartete, bis sich die Kirche leerte. Das bedurfte keines langen Wartens. Ein Paar verließ schon bald den Luxustempel des Glaubens und wir waren allein.

Ein prachtvoller Barockbau. Über und über mit Ornamenten, Säulen, Kapitälchen und Rosetten verziert, um nicht überladen zu sagen. So erwartet man es ja wohl auch von einer Barockbasilika.

Das Auge des Betrachters wird von der Vielfalt sehr stark abgelenkt. Nur nichts versäumen.

Die vielen figürlichen Darstellungen sind echte Kunstwerke. Ob lebensgroß in Stuck (oder größer) oder auch in Marmor dafür etwas bescheidener in der Größe. Oder wie wäre es mit reichlich Goldüberzug?..

Und hier nun ein Teil des Meisterwerks böhmischer Freskenmalerei:

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.Auch die Holzarbeiten in der gesamten Kirche sind eine wahre Pracht. Es ist kaum möglich die Details in sich aufzunehmen. Gut, daß es Fotos gibt!

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Jener hätte wohl besser einen Zahnklempner aufgesucht, statt sich noch ein Steinchen in den Frack nähen zu lassen.

.Etwas zu spät las ich den Hinweis, daß sich im goldenen Mittelpunkt des Altars die gesamte Kirche abbildet.

Als besonderes Glanzstück kann Zweifels ohne die Hauptorgel hervorgehoben werden.

Eine der größten Instrumente ihrer Art in ganz Europa. Fünf Manuale bieten allen Virtuosen kaum ausschöpfbare Vielfalt der Klangbilder von enormer Kraft. Es finden etliche Konzerte statt, die hier zu buchen sind.

Auch an und auf der Orgel eine große Zahl von Putten.

Die weiteren Details zu Orgel gibt es hier!

Von grenzenlosem Reichtum zeugt die Ausstattung mit wertvollen Schnitzereien, Gold – so weit das Auge reicht – Marmor und immer wieder Gold. Da fiel mir doch gleich der (kirchliche) Kindergarten meines Enkels ein, wo man sich ohne die Hilfe der Eltern nicht einmal die Erneuerung des maroden Spielplatzes leisten konnte.

Auch in Waldsassen denkt man über Renovierung und Sanierung nach. Das erste Ergebnis sieht man bereits im Klosterhof.

Daß bei dem Gebäude im Hintergrund, der Platzgestaltung und dem Brunnen richtig Geld in die Hand genommen wurde, muß nicht betont werden. Dabei ist die direkt an das Barock angrenzende Architektur so geometrisch, daß es fast schon wieder als schöner Kontrast durchgeht.  Teuer wird es sicher auch noch hier,

was aber nur der zu sehen bekommt, wer die Touristenpfade verläßt und kurz  hinter die Fassade schaut. Einen Sponsor gibt es auch:

Eine löbliche Investition, will ich meinen.

Ein lohnender Ausflug. Nicht nur für Fans antiker Baustile oder Sakralbauten.