Spendenautomat

Durst fängt zwischen den Ohren an. Je näher Ich dem Ziel meiner Reise kam, desto wilder wurde das Verlangen nach einer überteuerten Mass. Vielleicht klappt es ja auch noch mit einem Wiesenhendel.

Endlich. „Minga“ war erreicht. Arbeit erledigt! Das große Fest auf der Wiesn wartet.  Jetzt nur cool bleiben. Am schnellsten geht’s mit der Tram und dann die U4 oder 5 ab Stachus.
Speziell für Nostalgiefans hat man die Wagen der sagenhaften Linie 8 aus dem Museum geholt und wieder auf die Menschheit losgelassen.

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Zeit für ein Ticket hatte ich nicht mehr. Voller Ungeduld klimperte der Fahrer schon mit der einsilbigen Glocke. Nix wir rein. „Bing“ – der Wagen war besetzt und rollt rumpelnd durch die Stadt.  Gleich eine scharfe Kurve. Ich klammerte mich krampfhaft irgendwo fest. „Oh, Entschuldigung…“. „Iss scho recht….!“

Die Fliehkraft war ganz enorm. Als sich die Situation normalisierte, ging ich zum Ticketautomaten um ein Billett zu lösen. mvg1.jpeg

Passend € 2,60 klimperten hinein. Beim letzten Zehnerle kam mir das 2-Euro-Stück wieder entgegen. Nochmal nachfüttern. Die Kiste spuckte die 50 Cent aus und behielt den Rest. Kein Fahrschein, kein Geld zurück. Nach Rückfrage beim Fahrer wurde mir erklärt, dass es keine Spendenaktion gäbe und das auch nicht der richtige Apparat dazu, gesetzt den Fall, es wäre doch eine Spende.
Ich sollte mir doch die Nummer merken und telefonieren. Es war also doch eher eine Spende, oder sollte ich -nur um den Fahrpreis wieder zu erlangen vielleicht noch einen Tag Aufenthalt anhängen? Nach reiflicher Überlegung verwarf ich diese Verlockung und beobachtete statt dessen das weitere bunte Geschehen am Kassenautomat. Die Dame, die kurz nach mir ihr Glück versuchte, glaubte sicher, sie sei in eine Spielhölle eingesteigen. Schon beim Einwurf ihrer zweiten Münze spuckte die Kiste den Jackpot aus. Meine 2-€uro- Münze. Ich glaubte ein Grinsen bei ihr festgestellt zu haben.

Der Fahrer hatte ob der laufenden Belästigungen die Faxen nun aber doch dick und versah den Münzeinwurf des armlosen Banditen mit einem kräftigen Klebestreifen. mvg4.jpeg

So rumpelte die Tram weiter bis zum Stachus. Meine fotografischen Beweise hielt ich für auskömmlich, um den eventuellen Kontrollettis den Nachweis für meine Zahlungsbereitschaft liefern zu können. Unbehelligt, aber völlig dehydriert erreichte ich mein Ziel :

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Nach der zweiten oder dritten Mass waren die Spende und die Schwarzfahrt vergessen.

Oktoberfest 2011

*Mit offenen Armen*


wird man begrüßt, schreitet man durch durch diesen
prachtvollen Eingang auf die Wiesn.

Besser konnte es gar nicht laufen. Auftrag am Mittwoch in München. Kunde residiert gerade einmal 150 Meter vom Bavaria-Ring entfernt. Schon kurz nach 12:00 Uhr war der offizielle Teil meiner Reise schon erledigt. Ein breites Grinsen war dem Wetter geschuldet, das mit weiß-blauem Himmel zu überzeugen verstand. Noch 50 Meter und ich war auf dem größten Volksfest, das diese Welt zu bieten hat. High-Noon ist offizielle tägliche Eröffnung. Der „Seiteneingang“ war noch nicht so stark frequentiert, was einem Neuling die Übersicht erst einmal ungeheuer erleichtert.
Vor der Ruhmeshalle winkt die Bavaria mit ihrem Kränzchen gönnerhaft zu mir herüber. Ich winke zurück – und erhalte Echos aus den Reihen der Besucher. Jo_mei, die san hier alle gut drauf!

Die ersten Karussells verdienten diese Bezeichnung offenbar auch noch.

Die Fahrten um diese Zeit waren noch etwas schwach besetzt.

Aber bei den meisten Fahrgeschäften gilt aber doch höher, schneller, aufregender, lauter, bunter, skurriler als im der letzten Saison. So übertreffen sich die Schausteller mit Superlativen – und das nicht nur was die Namen der Riesenmixer angeht. Aber das Oktoberfest ist auch ein bisschen Schaulaufen.

Da werden die neuesten Trachtenmoden ausgeführt. Trendsetter sind unterwegs.

Es war Mittwoch und gerade einmal 13 Uhr. Die Wege füllten sich sehr schnell.

Die Sexspänner <img src=“

und die Sechsspänner präsentierten sich in absoluter Höchstform. Sie mussten ihre ruhigen Unterkünfte verlassen und sich sich volksnah präsentieren. Die Streicheleinheiten wurden auch dankbar entgegengenommen.

Alle großen Brauereien waren mit ihren prachtvoll geschmückten Prunkstücken vertreten. Die aufwändigen Geschirre (auch die der Pferde) spiegelten sich in der Sonne.

Überhaupt waren Mensch und Tier in ihrer Eitelkeit harte Konkureten im Wettbewerb ums beste Aussehen.  Bei neutraler Betrachtung fehlten aber doch manchmal die Häkeldecken mit angeformten Ohrschützern bei den Teilnehmern.

Die Zeit vergeht schnell auf dem Oktoberfest. Die harten Jungs

erinnern mich an den eigenen Hunger.  Um nicht mit den Traditionen zu brechen, geht´s zur Nahrungsaufnahme ins Bierzelt



Feste und flüssige Nahrung sah der Diätplan für Mittwoch vor.

Für Abwechslung und Unterhaltung war gesorgt.



Nur die knappe Zeit nicht verbumnmeln. Es gab ja noch unendlich viel zu sehen.

Viel zu schnell ging der Nachmittag vorbei. Bis nach Hause sind es noch gut vier Stunden.

So nehme ich den Abschiedsgruß als Ansporn, nächstes Jahr wieder -mit deutlich mehr Zeit im Gepäck- hier wieder vorstellig zu werden. Eine Spaßfabrik, wie ich sie mir kaum vorstellen konnte. Der Faszination kann sich so schnell kein Besucher entziehen. Die Gute-Laune-Produktion läuft noch bis zum 3. Oktober! Viel Spaß all denen, die ihren Besuch noch vor sich haben.

schnell unterwegs

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