Dont pay the ferryman – oder besser doch….

Am schönen Rhein gibt es mehr Fähren als Brücken.

Zumindest zwischen Worms und Koblenz. Und das ist wohl auch die romantischste Strecke überhaupt. Jede Brücke würde das Bild zerstören. Wir brauchen hier kein zweites Dresden.

Wasserstands-Anzeiger vom 18.05.2010

Aktuell ausgelesene Werte:
Pegel Oestrich

Von: 12:00 Uhr

Pegel: 224 cm

Differenz
zum Vortag: -6

Zum Schwimmen war es noch zu kalt, zum Durchwaten zu tief!

Am Sonntag war meine ganze Mischpoke zum Rhein unterwegs. Eine Parade von alten Traktoren und historischen Schleppern wollten wir unseren Enkeln zeigen. Wenigstens einer davon ist momentan auf dem Trecker-Trip. Die angestrengten Überlegungen führten uns zu dem Ergebnis, daß in Oestrich-Winkel sicher kein Parkplatz mehr zu bekommen ist, zumal wir auch -wieder einmal- spät dran waren. Bis die Plagen alle gebändigt und verschnürt sind, das dauert halt. Also fahren wir doch besser linksrheinisch und setzen mit der Fähre über, das ist noch ein Kick extra für die lieben Kleinen.

So düsten wir mit dem Grand-Schnickschnack im Gefolge linksrheinisch nach Ingelheim. Parkplatzsuche in der Nähe der Fähre völlig ohne Probleme. Kinder und Hunde an die Leine. Und auf ging es zum Rheinufer.

(Fotos anklicken!)

Das Wasser übt eine magische Anziehungskraft auf Mensch und Tier aus. Aber beide Sorten hatten wir fest im Griff.

Bei der Futtersuche sind die dort lebenden Gefiederten sämtlicher Rassen schon sehr stark auf den Menschen geprägt.

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Natürlich hatten wir die Fähre gerade noch abfahren sehen, als wir uns näherten.

Warten war angesagt. Nach dem Plan sollte es 30 Minuten dauern.

Die Wartezeit bis der Kahn im Turnus wieder auf unserer Seite festmachte und seine Fuhre Autos, Zweiräder ( mit und ohne Motor) sowie Fußgänger ausspuckte war aber eher unterhaltsam und kurzweilig. Da waren gefiederte Surfer unterwegs, die geschickt die Strömungen im Uferbereich ausnutzten,

Da fand ein Bootsrennen statt, das durch ein atemberabendes Fotofinish entschieden wurde.

letztlich hatten die 4 im Dienste ihrer Majestät die Nase vorn und der Hellblaue das Nachsehen.

Da rauschte auch schon die Fähre heran.

und machte automatisch mit lauten Getöse an der Anlandestelle fest. Die beiden kräftigen Bolzen fielen in die Raster und hielten die Fähre unverrückbar fest. Die vielen Pferde der Autos scharrten bereits mit dem Hufen. Jeder wollte der erste sein. Aber -allen Befürchtungen zum Trotze- lief alles völlig ruhig und zivilisiert ab.

Genau so wie das Verladen der wartenden Schlange bestehend aus etlichen Autos, Fahrrädern, mindestens 5 Fußgängern, 3 Enkel und zwei Hunde. Kaum war der Letzte an Bord, hob sich auch schon die Rampe und „MICHAEL“ legte ab. Auf der Brücke konnte ich das ganz gut beaufsichtigen (Grins).

Mensch, paß doch auf, da kommt noch ein Frachter längs…..

Der Kollege beherrschte sein Handwerk. Er brauchte meine Anweisungen gar nicht. Geschickt brachte der Steuermann mit Hilfe der vier Propeller die Fähre in richtige Fahrwasser und ließ die Fähre gegen die Strömung in Richtung einer schmalen Durchfahrt einer Inselkette stampfen.

Wenn man den Chef freundlich genug bittet, läßt er gerne eine Ausnahme zu und einen Neugierigen in den Kommandostand.

Meine Sippschaft stand derweil unten und genoß das leichte Schwanken in den Wellen, die das Frachtschiff hinterließ. 

Die vierzig Jahre alte und sehr gepflegte Fähre fuhr nun mit flotter Fahrt auf genannte Durchfahrt zu. Die rund 52 Meter Schiff vermitteln einen sicheren und sauberen Eindruck. Da kann man sich auch mit guter Kleidung mal unbesorgt anlehnen. Vier Motoren sorgen dafür, daß die Fahrt schnell und problemlos von Statten geht. Ein beruhigendes Gefühl.

Genau an dieser Stelle verläuft -mitten im Strom die Landesgrenze zwischen Rheinland-Pfalz und Hessen.

Nach einem schwungvollen Wendemanöver der rund 260 to plus Ladung war es geschafft.  Wir hatten festen, rechts-rheinischen, hessischen Boden unter den Füßen und machten uns auf nach Oestrich-Winkel.

Bis später – bei der Rückfahrt!