Seelenhund

Seelenhunde hat sie jemand genannt…….

sie sind unvergessen,

weil sie unser Empfinden, Denken, Handeln,

ja das ganz Leben verändert haben.

Selbst nach ihrem Tod leben sie in einem weiter.

Man spürt ihre Anwesenheit, ihre Nähe

Seelenhunde hat sie jemand genannt…….

Jene Hunde, die es nur ein mal gibt im Leben,

die man begleiten durfte, die einen geführt haben

auf anderen Wegen.

Seelenhunde hat sie jemand genannt…….

jene Hunde, die wie Schatten waren und die Luft zum atmen.

Jene Hunde, die uns ohne ein einziges Wort verstehen.

Kein Tag vergeht, ohne daß wir an sie denken müssen

und ohne sie schmerzlich zu vermissen.

Und nur Hundemenschen können verstehen,

wie es sich anfühlt, solch einen Seelenhund zu verlieren.

2012 02 11 061

Heute mußte ich mich von meinem Seelenhund Sally verabschieden.

Neun Monate haben wir gemeinsam gekämpft – und verloren.

Die ganze Familie hat sie bei diesem schweren, letzten Gang begleitet.

Ein Wintermorgen

Der Uffnik treibt im Winterwalde
Die Hundeherde wie ein Hirt


und manch Töle ahnt wie balde,
sie fromm und leinenzwängig wird.

Chef  lauscht hinaus. Den kalten Wegen
streckt er die Ohren hin bereit
Und wehrt dem Frost und geht entgegen
Sally´s Schlammbad –  Peinlichkeit.

 

Gefroren hat es heuer
verdammt, schon festes Eis;
die Sally steht am Weiher
und denkt sich:

„So´n Mist!“

 

Ich wollt es doch mal wagen,
zu baden in der Brüh,

jetzt ist es noch gefroren,

verdammt, wir sind zu früh.

Die Sally stampft und hacket
mit ihren Pfoten rein,
das Eis auf einmal knacket,
doch  bricht´s verflucht nicht ein!

Ein Hund darf nicht auf´s Eise,

was ´ne verfluchte UNGERECHTIGKEIT!

O helft, ich möchte baden
doch nicht in Eis und Schnee!
O helft, müßt ihr noch raten?
im morastig grünen See

Wär nicht ein Uffnik da gekommen,
der Sally´s Sehnen kennt und Gier

der Wunsch vom Hund wird ernst genommen

doch nicht jetzt- und erst recht nicht hier.

Der Rest wäre dann Prosa

das schenken wir uns heut,

weils Dichten doch nur Sinn macht,

wenn´s geschüttelt reimt und d´Leit g´freut.

 

Sally (oben: auf ihrem Weg aus dem Sumpf und Morast) fand das gaanz toll.

Ein freches Grinsen setzt sie immer auf, wenn sie, den Genen gehorchend, die Welt gerettet hat.

Und wie so oft endet die Geschichte in der Dusche……….

Noch einen angenehmen Winter!


Teil II einer traurigen Geschichte (Aus dem Tagebuch von Sally und Alice)

Nun ist es soweit: Hundesteuer soll die Finanzen retten.

Dreieich ist pleite. Wie bei vielen andere Städte und Gemeinden auch, frisst der Schuldendienst die Pfründe auf. Misswirtschaft und Fehlplanung sind daran schuld. Nicht nur  die Vergangenheit ist daran schuld, aber sie holt uns schneller ein, als damit zu rechnen gewesen wäre. Tolle Geniestreiche gäbe es da zu berichten. Aber die Aufzählung der Unfähigkeiten und Untaten hilft nicht einmal bei der Frustbewältigung. Das Tafelsilber wurde veräußert. Alles von Wert wurde veräußert. Sogar das Rathaus hamm se verkümmelt. Das wäre ja noch ein Hoffnungsschimmer, wenn „die“ sich einfach auch damit aufgelöst hätten. Aber nein, da mußte ein protziger Neubau her, der nun jährlich mehr MIETE kostet, als die Gesamtsumme aller Renovierungen des altehrwürdigen Rathauses gekostet hätte!

Da es einigen Politikern dann doch zu heikel wurde, schaltete man eine renommierte Beraterfirma ein, die für eine riesige Stange Euros den guten Rat erteilte…… zu sparen. Eine bemerkenswerte Erkenntnis, wie wir mit unserem Hundeverstand erkennen konnten. Vielleicht hätte man sich die Beratung sparen sollen? Sensationell auch der Vorschlag, dass weiteres städtisches Eigentum veräußert werden soll. Das Freibad würde sich hier anbieten. Es sei zwar erst 2010 für zig Millionen saniert worden, aber die laufenden Kosten für den Bademeister und das Kassenhäuschen könnte man dadurch einsparen. Bauplätze könnten aus der riesengroßen Liege- und Spielwiese werden. Der Erlös reicht sicher aus, die Becken, die Wassseraufbereitung und sonstige Baulichkeiten „zurückzubauen“, wie es immer so schön heißt. Beim Sparen sollte einem nichts zu teuer sein. Aber auch Nichtschwimmer würden beteiligt werden. Zum Beispiel junge Eltern, die ihre Plagen im Kindergarten abliefern. Die Gebühr soll drastisch angehoben werden und dafür wird dann Personal abgebaut. Das wäre dann auch schon die dritte Säule bei den sauteuren Erkenntnissen: Erhöhungen. Steuerhöhungen, Gebührenerhöhungen, Erhöhungserhöhungen, Gehaltserhöhungen,  Bonuserhöhungen  – halt die nicht, das waren die Bänker.   Tja, weniger ist manchmal mehr.  Aber das versteht ein dummer Hund ja doch nicht.

Die schwerwiegendste Position aber tangiert uns und unsere Artgenossen doch sehr: die Hundesteuer  soll verdoppelt werden. Ich glaube wir wandern besser aus! Da braucht auch ein Hund doch erstmal frische Luft um über solche Vorschläge nachdenken zu können. Wir hamm unser Chefchen zwecks Frustabbau zum Spaziergang eingeladen.

Eine Weile auf der Wiese herumdüsen hilft den Streß zu reduzieren, den die Holzköppe im Rathaus für unser einen so parat haben. Fluchtreflex heißt man das. Wenn Hund dann wieder etwas ruhiger wird, kann man durchaus auch schon mal die pseudo-winterliche-Natur genießen. Wir hatten Glück und gerade eine längere Regenpause erwischt.

Und so rannten wir über Feld und Wiese, soweit es die alten Knochen noch zuliesen. Sally ist, nach Menschenalter gerechnet, ja nun auch schon über 75 !

Aber dafür benimmt sie sich immer noch reichlich albern. Ab und zu. Wind und Wetter machen einem echten Goldi ja nun mal gar nix aus. Da geht es immer richtig zur Sache.

Auf unserem Weg trafen wir noch mehr gefrustete Mitbürger. Ob für die auch alle eine Steuererhöhung ansteht?

Wie üblich lief Sally voraus. und bremste urplötzlich –  wie zur Salzsäule erstarrt. Aber nur um im nächsten Augenblick mindestens 50 Jahre einfach abzustreifen und hinter sich zu lassen. Sie hatte ihr El Dorado entdeckt.

Vergessen waren Streß, Frust und Wut. Sie hatte entdeckt, wofür die Stadt-Oberen das ganze Geld gebrauchen. Für sie wurde ein riesiges Plantschbecken eingerichtet, was auch bei den schwül-warmen Temperaturen  um gefühlte Null Grad noch ausreichend Erfrischung versprach.

Sie stimmte der Steuermodifikation uneingeschränkt zu. Da hatten die Schlauberger doch wirklich mal eine gute Idee. Schade nur, daß Chefchen nicht auch ein bisschen reinkommen wollte. Der ging eher trockenen Fußes auf seinem Rundweg weiter . Wir wandten uns wieder Richtung Auto. Morgen abba wieder hier- ist das klar?

Kurz bevor wir den Parkplatz erreichten, holte uns doch die Realität wieder ein. Ein riesiger Haufen Pferdekacke ließ uns beide grübeln. 50 Meter Mist.Von der Menge her dürfte der aus dem Rathaus stammen!?

Wofür wird denn Hundesteuer nun eigentlich wirklich verwendet? Die paar Plastiktüten kann ich aus meiner persönlichen Portokasse kaufen. Pro 1400 Hunde gibt es, wenn ich nicht irre,  eine Dog-Station. Das kann die Kosten ja wohl nicht ausmachen. ‚Und warum gibt es keine Pferdesteuer?????????? Das kapiert ein dummer Hund ja doch nicht.