Point Alpha (2)

Nur ca. 5 Minuten zu Fuß vom ehemaligen Lager entfernt, wurde ein auffälliges Museum errichtet.  Hier wird primär das Thema Freiheit abgehandelt.

Dabei beschränkt man sich nicht nur auf die deutsche Geschichte und versucht Parallelen aufzuzeigen.

Schade, dass diese Einsicht unter dem aktuellen Oberbefehlshaber nicht durchsetzen konnte.

Und vor der Tür? Der exakte Grenzverlauf  wurde hier erhalten. Die Skulpturen sind beim Spaziergang ständige Erinnerung an Gewaltherrschaft und begangenes Unrecht.

Ein Besuch, der bleibende Eindrücke beschert.

 

Der Charly vom Checkpoint

Es ist ohnehin nur ein Nachbau der ursprünglichen Holzbaracke, die den Checkpoint Charlie heute ausmacht. Das Wachhäuschen steht aber noch immer inmitten der Friedrichstraße. Der vorwiegend touristisch motivierte Verkehr tobt drumherum.

„Charlie“ entstammt dem militärischen Funk-Alphabet, was man in der Nachkriegszeit auch als Nato-Alphabet kennt. Dies ist aber auch z.B.  in der zivilen Luftfahrt durchaus gebüffelte, gängige Praxis. Von den westlichen Alliierten wurden verschiedene Grenzübergänge kontrolliert. Unsere amerikanischen Befreier benamten sie Alpha ( in der Nähe von Helmstedt ) und Bravo (das war Dreilinden) an dem allerdings nur die Polit-Prominenz verkehren durfte.

Und dann war da eben noch Checkpoint Charlie.

Die Mauer ist verschwunden. Nun ist Charlie eigentlich nicht mehr das „Loch“ in der Mauer, sondern nur noch eine Touristenattraktion. In QYPE steht geschrieben, daß man da unbedingt hin muß. Solch unbedingten Befehlen kann ich mich als mehrfach gestrafter Qyper nicht widersetzen. Von der U-Bahn raus und schon hat man, den Checkpoint in Sichtweite.  Mitte uff de Gass.

Ist das nicht der Fall, hilft meist eine 180° Kehrtwende. Zusammen mit weiteren Neugierigen mache ich mich auf den Weg. Das Begrüßungskomitee  bestand aus etlichen eigens importierten Straßenhändlern, die hier versuchten ihre billigen Imitationen von militärischen Andenken zu verkümmeln.

Aber auch die ganz großen nutzen das massive Auftreten der Info-Dürstenden-Touri-Kolonnen schamlos aus. Hinter dem mit chronologisch angeordneten Bilddokumenten bestückten Bauzaun verbirgt sich u.a. auch:

Man liest eigentlich alle Namen der großen Wirtschaftsunternehmen. Das Relikt des kalten Krieges verkommt mehr und mehr zur schnöden Tourifalle. Wie leicht sich das Geld dort scheffeln lässt sich nur erahnen, wenn man die aufgerufenen Preise für ein Erinnerungsfoto mit Carly vom Checkpoint (das ist der links-hinter Fahne) kennt.

Zwei €uros werden fällig. Und die schwarze Umhänge-Börse hatte laufend zu tun.

Schade, daß die vielen geschichtlichen Aspekte des kalten Krieges so dem Kommerz weichen müssen. Wenige der Fotowütigen wissen um die spektakulären Fluchtversuche, die häufig genug mit dem Abtransport eines leblosen Körpers endeten. Oder wer weiß denn noch, daß sich hier Ost und West mit ihren Panzern gegenüberstanden? Mit scharfer Munition – geladen und entsichert.1961!

Bitte recht freundlich

oder

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