Der Abend des 04. 11. 2010

Verhältnismäßig sanft und ohne spektakuläre Änderung wechselte die trübe Morgenstimmung -ja sogar mit Nieselregen- am Nachmittag in einen freundlichen, überaus warmen Herbsttag. Bei 18° C. war die Jacke schon zu viel. Die Wolken wurden mehr und mehr von der Sonne verdrängt.

Ein zögerlich beginnendes Abendrot, oder eher violett, steigerte sich rasant zu einem grandiosen Sonnenuntergang. Leider war ich mitten in der Stadt nicht besonders gut aufgestellt. Also blitzschnell einen vermeintlich besseren Platz finden…..

Die ersten Aufnahmen aus dem Auto heraus – einfach draufhalten.

schwarz-rot-gold

Nun geht DAS wieder los. Auf Landstraßen und insbesondere Autobahnen liegen sie schon seit etlichen Tagen herum. Schwarz-rot-goldene Fetzen.

Der Empfehlung des Kraftfahrbundesamtes, daß jeder schlechte Autofahrer seine Karosse auffällig mit Wimpeln zu kennzeichnen hat, sind viele freiwillig gefolgt. Es sollen je nach Unsicherheitsstufe auch mehrere Flaggen zulässig sein. Je schlechter die Fahrweise, desto mehr Wimpel müssen montiert werden. Also besondere Vorsicht bei Fahrzeugen mit mehreren Warnhinweisen. Die Positionierung ist dem Wagenlenker selbst überlassen. Auch Pulswärmer für Außenspiegel sind inzwischen oft gesehen. Diese sind aber -laut geplanter Vorschrift- den sehbehinderten Verkehrsteilnehmern vorbehalten.

Da die ganze Aktion derzeit noch auf freiwilliger Basis fußt, wundert es doch, daß so rege an der Sicherheitskampagne teilgenommen wird. Erstaunlich auch, daß insbesondere Verkehrsteilnehmer mit Migrationshintergrund sich nicht scheuen, Ihre eigentliche Herkunft zu offenbaren. Neben dem bevorzugten Land für den Bezug der Sozialleistungen wird unbekümmert auch Flagge gezeigt, was man wirklich fühlt. Wie immer und fast  überall gibt es dennoch solche, die in Ihren Überzeugungen noch nicht endgültig gefestigt sind. Zu erkennen sind solche Verkehrsteilnehmer an den -meist vom Beifahrer- händisch betriebenen Warnern.

Kritisch wird die Situation allerdings, wenn die vorgeschriebene Grundbeflaggung in schwarz-rot-gold völlig fehlt und lediglich fremde Kennzeichnung am Fahrzeug angebracht ist.

Solche -oft Dialekt-behafteten Verkehrsteilnehmer- sind für ohrenbetäubende Hup-Blasrohr- oder -Klingelkonzerte gefürchtet. Es sind halt die Gestrigen.

Es sind keineswegs nur Kraftwagen betroffen. Fußgänger, Radfahrer,

Roller-und Mopedfahrer haben sich ebenfalls angeschlossen. So eine elektrisch betriebenes Akustikwarngerät fehlt, wird hier auch gerne auf Blasrohre und Klingel oder Pfeifen zurückgegriffen. Für besonders sinnvoll halte ich auch die Kennzeichnung von Hunden. Bei frei laufenden Exemplaren sind Fellfärbungen, Halsbänder oder Regencapes ein adäquates Mittel zur Kenntlichmachung.

Bleibt zu hoffen, daß die euphorische Einsicht nicht in ein paar Wochen wieder abflaut und die Kennzeichnung von chaotischen Verkehrsteilnehmern nicht eingestellt wird.

Aber es gibt auch Beratungsstellen, die insbesondere für Unentschlossene. Viele Freiwillige stehen in der eigenen Behausung für tiefenpsycholigische Gespräche zur Verfügung. Auch hier gilt der Grundsatz, je größer, desto….!

Die hier gezeigten Beispiele decken nur eine geringe Bandbreite der selbsternannten  Institute ab, die ohne Überweisung vom Hausarzt das erforderliche Motivationstraining anbieten.

Dort werden oftmals energetische Getränke gereicht und in Gruppengesprächen wird den noch Zögerndern die Flötentöne mit 120 db ins Ohr geblasen.

Kaum, daß der Beitrag eingestellt war, kamen noch erschreckende Nachrichten von der Front:

In solchen Fällen ist allerdings dringend professionelle Hilfe anzuraten. Dringende Warnung an die Heilpraktiker: laßt die Finger davon. Auf Nachfrage wurde soeben auch von der Notärztlichen Zentrale mitgeteilt, daß, aufgrund der steigenden Zahl von Notfällen, die Leistungen für die nächsten 3 bis 4 Wochen um den Fachbereich Psychiatrie erweitert wurde. Dank auch an die AOK!

Schön, daß ich das alles noch erleben durfte.

Diese Diashow benötigt JavaScript.