Kaiserwetter bei -15°

Tatsächlich waren es gerade mal 8 oder 9 Grad unter Null. Durch teilweise heftigen Wind aus vorwiegend nördicher Richtung fühlte sich das aber wie Nordpol an. Innerhalb von wenigen Minuten ließ die Feinmotorik in den verlängerten oberen Extremitäten dann auch bedenklich nach.

Wieder einmal im Odenwlad . Schnee bedeckte zwar die Hänge, aber oft genug zeigte sich auch schon wieder die Grundierung. Den Wolken fehlte es an Motivation. Kaum, dass sie sich in der Ferne zeigten, löste die Sonne sie auch schon wieder auf.

Der Blick nach Westen mit den einzigen ihrer Art
Selbst die langweiligste Landschaft wirkt in dieser Inszenierung freundlich und interessant.
Im leichten Dunst lassen sich die Konturen des Taunus (Feldberg) nur erahnen.
Vor dem Horizont die gut erhaltene Veste Otzberg.
Die Akkus des Kopters leiden stark unter den kalten Temperaturen. Meine Finger auch, deshalb ist jetzt auch Schluß!

Ufos über dem Taunus?

Einigen meiner geneigten Leser ist es vielleicht noch erinnerlich, der große Feldberg im Taunus gehört zu meinen mehrmals im Jahr besuchten Orten. 2020 war ja nun besonders. Nicht besonders schön und nicht besonders erfreulich. Corona vermasselte uns viele geplante Aktivitäten und schränkte sehr deutlich lieb gewonnene Gewohnheiten ein. Bis auf die Alu-Hut-Träger respektieren die Mehrzahl der Bevölkerung die Einschränkungen und Verbote. So manche Regelung mag befremdlich erscheinen, weil sie offensichtlich für Hotspots konzipiert wurde und völlig deplaziert erscheint, steht man in ländlich geprägter Region allein auf weiter Flur.

Also gut, AHA-Regeln plus X. Wat mut, dat mut. Der Frühjahrs- und auch der Sommer-Besuch fielen schon dem ersten Shutdown zum Opfer. Dann kam auch noch ein häuslicher Unfall dazwischen, der mich bis zum heutigen Tag etwas beeinträchtigt. Taunus/Feldberg blieb einfach auf der Strecke. Das war nicht akzeptabel. So machte ich mich kurzentschlossen am 18. November A.D. 2020 auf den Weg den Sonnenuntergang fotografisch auf dem gr. Feldberg auf elektronischem Wege zu konservieren.

Vom mühsam erkämpften Parkplatz aus, humpelte ich mitsamt Ausrüstung zum nord-westlichen Rand des Plateaus, von wo aus man eine herrliche Weitsicht über den „hinteren“ Taunus genießen kann.

An dem besagten Mittwoch allerdings musste man leichte Abstriche hinnehmen. Es war, bedingt durch heftige Winde und niedrige Temperaturen, an diesem sonst sonnigen Nachmittag, nicht so angenehm, wie es den Anschein hatte. Das hielt aber die vielen Besucher nicht ab.

Meine bevorzugte Startposition war leider durch mehrere kleine Gruppen blockiert. Ich musste, um mir einen ersten Überblick zu verschaffen, aus Sicherheitsgründen einen anderen Startpunkt aussuchen, der nicht ständig frequentiert war. Gesagt, gefunden und es konnte losgehen.

deutliche Spuren zeigen den Weg, den E.T. genommen hat.

Schon wenige Meter über den Baumwipfeln blies der Wind noch deutlich heftiger, so dass ich eine permanente Warnmeldung von der Drohne auf mein Display erhielt. Das sollte sich auch nicht mehr ändern.

Blick nach Süden.
Im Westen beginnen sich die Hinterlassenschaften aufzulösen.

So fiel dann die beabsichtigte Zeitraffer-Aufnahme des Sonnenuntergangs aus. Das Gewackel im fertigen Film würde sich dann niemand freiwillig ansehen wollen.

So blieb es bei einigen Fotos, bei denen allerdings eine kleine Besonderheit hervorzuheben ist. Land-auf, land-ab wurden die merkwürdigen Kondensstreifen diskutiert, die an diesem Nachmittag vielerorts zu sehen waren. Die Überreste davon hatte ich unbewusst mit auf verschiedene Fotos gebannt. Waren es wirklich Kondensstreifen? Oder doch eher Chemtrails, oder noch schimmer, sogar Aliens, die in ihren Ufos Germany auszuspionieren?

Wer auch immer diese Himmels-Spuren zu verantworten hat, er hatte mächtig Spaß!