Das Ende für den Oktober

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Reisen für Musikfreunde

Musik kann man hören. Oder genießen!

Mit dem Auto unterwegs leiert das Radio vom Einsteigen bis zum Fahrtziel. Das Meiste, was so aus den Lautsprechern quillt, registriert man gar nicht. Geräuschkulisse, und eigentlich nur um die Verkehrs- und Blitzermeldungen nicht zu verpassen. (Ausnahmen bestätigen die Regel) Andere brauchen da eher belebende Elemente, die einen 2000-Watt Bass- Bumms voraussetzen. Im Rhythmus meines Herzschrittmachers klopft da jemand so heftig , daß selbst noch etliche Autos hinter mir die Scheiben schon erzittern, wenn sich der Höhrgeschädigte nähert. (Bei der Bundewehr war seinerzeit Selbstverstümmlung streng verboten!)

Nach meiner persönlichen Empfindung läßt sich so etwas nicht in die Kategorie Genuß eingliedern. Musik genießen braucht eine geeignete Stimmungslage, einen guten Rotwein, den Ohrensessel, Kopfhörer und natürlich die große Sammlung an CD´s und DVD´s. So viel Vorbereitung steigert die Vorfreude, ist aber immer noch Stimmungsabhängig. Wenn die Auswahl getroffen ist, kann es losgehen. Nach wenigen Takten blendet sich die Welt aus. Da interessiert kein Rettungsschirm, Bankenkrise 1, 2 oder 3, Rating-downgrade von ganzen Staaten, Ärger mit der, die oder das, oder daß der HSV schon wieder verloren hat. Wie eine Schutzhülle umgibt mich die Musik. Sozusagen blisterverpackt. Konserve also, in immer gleich bleibender, hoher  Qualität.

Die Alternative zur heimischen Musikorgie ist ein Konzertbesuch, Oper oder Operette. Meist sind die Veranstaltungen mit Reisen verbunden. Die „drei Tenöre“ führten uns beispielsweise nach Wien, Budapest und Berlin. Aber auch näher an der Heimatadresse gibt es interessante Veranstaltungen. Im Laufe der Jahre bilden sich eindeutige Hitlisten aus. Sei es für Interpreten, Orte oder Komponisten. Wenn der Ort der Veranstaltung, mit einem Interpreten auf der persönlichen Hitliste treffen, ist die Entscheidung eigentlich schon gefallen. Kommt die dritte Komponente dann auch noch dazu, braucht es keine Überlegung mehr. Und genau das war geschehen.

Frau Uffnik blätterte in der Juli – oder August- Ausgabe des ADAC-Magazins. Nanu, seit wann interessiert sie sich denn für Reifentests. Stauprognosen oder Navigationssysteme? Weit gefehlt. Ihr listiger Gesichtsausdruck machte es mir ziemlich einfach zu erraten: sie hatte etwas entdeckt, was uns beide interessieren könnte. Ich kenne den Gesichtsausdruck.

Sie: „KIM““

ich: „hä?“

sie: „Wookyung Kim

ich: „oohh! Wo?“

sie: „Dresden“ und grinste

ich: „jou!“

sie: „Verdi!“ und grinste breiter

ich: „buchen!“

Am 17. August kam ein Schreiben vom ADAC, Frankfurt. Was wollen die denn? „Die“ bestätigten die Buchung für eine Musikreise nach Dresden. Ein Arrangement für drei Tage, einen Opernbesuch und ein Konzert in der Frauenkirche. ein geführter Stadtrundgang, Museum, Türckische Cammer, und natürlich auch eine erstklassige Unterkunft.

So saßen wir am 30. September im Auto und fuhren nach Dresden. Ausgerüstet mit den vom ADAC zur Verfügung gestellten Unterlagen. Ablaufplan, Eintrittskarten, Hotelgutscheine, Fremdenführer, Landkarten und und und…  Den Stau und gut drei-stündigen Zeitverlust bei Chemnitz, auf der A-4, hatten die Jungs vom ADAC allerdings nicht auf ihrem Plan. Ich eigentlich auch nicht. Wie dem auch sei, den Begrüßungscocktail ließen wir umständlicher ausfallen – dafür schafften wir die Premiere von Verdi´s „Ein Maskenball“  Ein grandioses Erlebnis in der Semperoper. Eine Akustik, von der man lange zehren kann.

Danach erwartete uns das nicht minder beeindruckende 5 – Sterne Grandhotel  Taschenbergpalais nur wenige Gehminuten von der Oper entfernt. Ein glanzvolles Haus, das keine Wünsche offen läßt.

Am nächsten Morgen, nach ausgiebigem Frühstück, erwartete uns der Altstadtrundgang mit sachkundiger Führung. Besser, als mit unserer Begleiterin hätten wir es wohl nicht treffen können. Hauptberuflich war die stolze Dresdnerin beim Bauamt der Stadt beschäftig. Derlei viele Hintergründe und Daten kann nur ein wirklicher Insider parat haben. Neben den üblichen touristischen Informationen blieb uns die nette Dame keine Antwort auf noch so ausgefallene Fragen schuldig. Zu diesem Denkmal, zum Zwinger, Schloß, Kreuzkirche, Brühlsche Terrasse, Hochschule für bildende Künste, Residenzschloß, Grünes Gewölbe, Türckische Cammer und all die anderen Sehenswürdigkeiten der Dresdner Altstadt. Vielen Dank für die begleitete Exkursion.

Es folgen einige Stunden zu freien Verfügung, bevor abends eine Messe von Johann-Sebastian Bach in der Frauenkirche auf dem Plan stand. Wieder mit ganz hervorragenden Plätzen (1. Reihe, Mitte).

Auf dem Rückweg zum Hotel gab es musikalische Begleitung. Die unvermeidlichen Akkordeons mit einbeinigen Bulgaren hintendran, Studenten oder nicht, die mit Geige oder Flöte versuchten den Passanten noch nen Euro aus der Tasche zu locken. Und da gab es noch ein weiteres Konzert, das allerdings so nicht aus dem Programm hervorging.

Die Verfremdung ist den drei Nachwuchskünstlern geschuldet, die darum gebeten hatten. (Die magere Tonqualität: ein SR-Foto ist halt keine Video-Kamera)

Eine weitere Nacht in dem wunderbaren Palais. Ein köstliches Frühstück. Ende des offiziellen Programmes. Aber es lag noch ein ganzer Tag in Dresden vor uns. Und das war ausreichend, um den Appetit auf einen weiteren Besuch zu verstärken.

Wir haben eine wunderbare Reise der Oberklasse mit perfekter Organisation und Ausführung erlebt. Ausgezeichnete Programmpunkte und abwechslungsreiche Besichtigung im richtigen Verhältnis. Die allerbesten Plätze bei allen Veranstaltungen und ein in Dresden nicht zu  toppendes Hotel. Uffniks Rating-Agentur vergibt ein AAA.

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Taschenbergpalais, Innere Altstadt, Dresden (Kempinski )

Für eine anspruchsvolle „Musikreise“ muß auch das Drumherum passen. Unsere Buchung über „ADAC-Musikreisen“ (Beitrag folgt) deckte neben den eigentlichen Veranstaltungen  auch Stadtführung, Besichtigungen, Museumsbesuche und, ganz wichtig, die Unterkunft ab.

5  Sterne beansprucht das Kempinski – Taschenbergpalais für sich und übernimmt damit die Führerschaft in Dresden. Ich hatte das Taschenbergpalais im Urzustand schon vor 19 Jahren zum ersten Mal gesehen. Auf Grund der Traurigkeit dieses Anblicks gibt es -von mir- keine Fotos hierzu. Schlimm, ganz schimm sah das aus. Die Bombenangriffe der Alliierten während  des 2. Weltkrieges hatten ganze Arbeit geleistet. Bis zum Jahre 1992 lagen da Trümmer herum, bevor sich ein Investor der Sache an nahm und das Palais von Grund auf neu aufbaute. Nach alten Plänen, Zeichnungen und Fotos wurde rekonstruiert und geplant, angepasst und auf ein Niveau gebracht, welches das Hotel in die Spitzengruppe der Stadthotels – weltweit – brachte. In Deutschland zählt es zu den „Top-Ten“. Berühmtheiten, Stars und Sternchen, Präsidenten und Adel verweilen bei Ihren Besuchen in Dresden anscheinend ausschließlich hier. Barack Obama, Herr Putin mit seinem deutschen Gasmann Gerhard Schröder, Beatrix Königin der Niederlande, um nur einige zu nennen, wissen das Haus mit dem besonderen Ambiente und Service zu schätzen.

Schon bei der Ankunft wird man sehr aufmerksam begrüßt, um Gepäck und den Wagen muß man sich nicht kümmern. Die Rezeption war freundlich bis verbindlich und schon kurz nach der Unterschrift auf dem Anmeldeformular wurden wir mit vielen Erklärungen und Hinweisen zu den wichtigsten Gegebenheiten und Einrichtungen des Hauses zu unserem Zimmer begleitet. Irgendwelche Gemütsäußerungen, die Überraschung vermuten lassen, konnten wir mühsam unterdrücken. Dennoch, überrascht über ein sehr geschmackvoll eingerichtetes recht großes Nichtraucherzimmer waren wir schon. Da paßte nun wirklich alles zusammen. Und all dies wiederum unbedingt zum Haus. Ein Palais halt. Ein großzügiges Badezimmer mit Wanne und Dusche samt exzellenter Ausstattung runden das Bild harmonisch ab ( oder eher auf! ).

Wir waren durch eine, durch Stau auf der A-4 bedingte, mehr als 3-stündige Verspätung nicht mehr in der Lage alle Annehmlichkeiten auszuprobieren. Die Semperoper befindet sich qausi nur schräg über die Straße. Und das war auch gut so. Nur 5 Minuten vor 19:00 ‚Uhr und dem Gong betraten wir das Opernhaus mit der hervorragenden Akkustik. Es gab eine Premiere zu genießen : ein Maskenball von Herrn Verdi.

Wieder zurück  im Hotel konnten wir mit etwas mehr Zeit, als bei der Ankunft, das Haus inspizieren.

Unaufdringlich aber fast ständig präsent die guten „Geister“ des Hauses in ihren gut sitzenden Livrees. „Haben Sie Fragen? – Kann ich Ihnen helfen?“ Nein danke, wir kommen alleine zurecht.

Es war recht früh, als ich am nächsten Morgen erwachte. Die Beleuchtung des Innenhofes brannte noch.  Der Blick aus dem Fenster, versprach einen wunderbaren Tag.


„Haben Sie gut geschlafen?“ wurden wir gefragt, als wir zum Tisch für das Frühstück geleitet wurden. Es war wirklich eine hervorragende Nacht. Und geschlafen haben wir auch gut. Nun stand aber die Stärkung für den Tag an. Das Buffet ließ keinerlei unerfüllte Wünsche aufkommen. Und was nicht war, wurde gemacht. Spiegelei ohne Spiegel (ohne Eigelb) ? Frisch in der Küche zubereitet. Spezielle Obstsäfte, die nicht sowieso schon vorhanden gewesen wären. alles kein Problem. Der Küche ist exzellent und schnell. Ein Schmaus zur Morgenstunde hat Auswirkung auf den ganzen Tag.

Über den SPA-Bereich kann ich keine Aussage machen, da hierfür einfach die Zeit nicht reichte. Aber wir sind ja auch nicht wegen Streicheileinheiten oder einem Sauna-Gang nach Dresden gekommen.

Die Lage gegenüber von Zwinger und Semperoper ist grandios. Mit wenigen Schritten ist man in der Altstadt und kann sich von der Schönheit Dresdens verzaubern lassen.

Am Tag der Abreise schließlich, wurde das Gepäck auf die Minute genau abgeholt. Bis wir unsere „Nebenkosten“ beglichen hatten, wurde das Auto aus der Garage gebracht und das Gepäck war bereits verstaut. Ein kleines Dankeschön für unsern Besuch fanden wir im Wagen. Sehr aufmerksam, danke.

Fazit: Ein unvergesslicher Aufenthalt. Perfektion bis ins Detail.
Ein Haus, das ich im gehobenen Preissegment uneingeschränkt empfehlen kann. Den 5 Punkten für die Hotelkategorie kann man nur beipflichten.

Dresdner Ausblicke

Der zweite Tag in Dresden. Schon ein vorsichtiger, verschlafener Blick aus dem Hotelfenster, ließ die Hoffnung wahr werden.

Wunderbares Altweiber-Sommer-Wetter. Heute nun Dresden auf „eigene Faust“ – auf geht´s. All die sehenswerten Würdigkeiten, die bei der gestrigen Stadtführung aus Zeitgründen nur im schnellen Vorbeimarsch eine kurze Erklärung erfuhren, standen nun auf der individuellen Wunschliste.

Ganz oben auf der Liste stand, was ganz nach oben gehört: Die Turmbesteigung der Frauenkirche.

Neben der Eintrittskarte erhält der Besucher auch einen äußerst nützlichen Flyer (hier klicken für PDF-Download) mit einem 360° Rundblick mit vielen Erklärungen. Aufwärts ging es für die fälligen 8 Euros zunächst bis zur Innenkuppel mit dem Aufzug. Schnell und ohne Anstrengung kommt man in rund 26 Meter über Grund an. Mehr als 40  Höhenmeter liegen nun vor dem Besucher. Ein paar Treppen und die Turmstürmer gelangen zur Innenkuppel wo sich ein Blick in den Kirchraum anbietet.

Der weitere Weg ist eine relativ steile Schräge entlang der Außenwand der Hauptkuppel. Auffällig waren hier etliche Stellen, an den den Innenputz abgeschlagen war. Hier existiert offenbar ein Feuchtigkeits-Problem.

Auch liegen mehrere Luftentfeuchter herum, die die Schweierigkeiten beseitigen sollen.

Mit jedem Fenster eröffnen sich neue Blickwinkel in das Innere der Kirche und die Kuppel

Das Ende der „schiefen Ebene“ ist erreicht und der weitere Aufstieg setzt sich über – zum Teil – recht schmale Treppen fort. Ist man am so genannten Laternenhals angekommen, windet sich die letzten fünfeinhalb Meter eine Wendeltreppe hoch bis zur Aussichtsplattform. Mein Foto-Rucksack blieb bei aufrechtem Gang schon einige mal hängen. Dann aber war es geschafft.

Die Plattform war sehr stark frequentiert. Offensichtlich wird nicht so sehr darauf geachtet, wieviele Besucher noch auf der Plattform sind und die Aussicht genießen. Unten klingelt die Kasse und der Aufzug schuftet, was die Seile hergeben, schaufelt ständig neue Touris nach oben. Gedränge und Geschubse sind die Folge, bis man an in die vordere Reihe gelangt. Aber der Ausblick versöhnt dann doch wieder mit der Welt.


Der erste Blick gilt der Elbe, die aus nordöstlicher Richtung an der Dresdner Altstadt im großen Bogen vorbei, ihre Aufwartung macht. Ein wolkenloser Himmel und die besondere Wetterlage macht einen Fernblick möglich. Besonders toll wäre es ohne die ständige Rempelei gewesen.

Fröhliche Farbgestaltung machen Plattenbauten erträglich.

Die Hochschule für bildende Künste.

Schwindelfrei sollte man beim Blick nach unten schon sein.

Und dieser Brückenkonstruktion hat man die Aberkennung des Welt-Kultur-Erbe zu verdanken. Ich muß für mich feststellen, daß die Architektur keinesfalls störend ist. Ob es verkehrstechnisch sinnvoll und nötig war, bleibt dahingestelt.

Das Anlegemanöver eines Schaufelraddampfers nimmt meine Aufmerksamkeit in Anspruch.  Es ist die Diesbar, benannt nach einem kleinen sächsischen Weindorf.

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Der Blick geht weiter bis in die „Sächsische Schweiz“ , dem Elbsandsteingebirge mit den imposanten Tafelbergen

Die Dresdner nehmen auch Anfang Oktober das nördliche Elbufer noch zum ausgiebigen Sonnenbaden in Beschlag.

Radebeuel bildet den Horizont nach Westen.

Viel näher ist die Augustusbrücke. Sehr deutlich sind noch die „Schleifspuren“ des 2002er Hochwassers zu sehen. Auf eine derart gründliche Reinigung können die Dresdner gerne verzichten. Rund 8 Meter über dem normalen Pegel reichten aus, sogar den Zwinger noch kniehoch zu überfluten-

Der Blick über die Dächer macht fast atemlos. Der Vergleich mit Florenz drängt sich wirklich auf.  Kaum in Worte zu fassen.

Der „Fürstenzug“ aus ungewohnter Perspektive,

Es wird Zeit. Nach unten geht es komplett auf Schusters Rappen. Zeit genug auch das ein- oder andere Fenster zu inspizieren.

Ein beeindruckender und höchst informativer Höhentrip. Bei klarem Wetter – und das möglichst noch wochentags – besonders zu empfehlen. Ich bin begeistert.


Die Frauenkirche zu Dresden

Frauenkirche Dresden

(Post vom 19. Oktober 2009 – übertragen aus früherem Blog)

 Die Russen:

Schon kurz nach dem Mauerfall ließen wir uns von Freunden zu einem Besuch bei deren Verwandtschaft überreden. Die Nähe zu Dresden war Grund genug uns u.a. auch die Publikumsmagnete von Elb-Florenz anzusehen. Dazu gehörte unbedingt die Ruine der Frauenkirche, die damals noch als Mahnmal in Trümmern herumlag nicht mit einem Wiederaufbau rechnen konnte.

Direkt davor stand ein offener russischer Geländewagen mit 4 Soldaten. Mein Freund verschwand kurz in der Menge und kehrte mit einem Sixpack Bier wieder zurück. Da er absoluter Antialkoholiker ist, waren wir alle sehr gespannt, was mit dem Hopfengebräu passieren sollte. Er machte sich auf den Weg zu den vier Besatzern und überreichte freundlich lächelnd mit einem gekonnten “nastrovje“ das Bier. Er zerstörte – zumindest bei der Geländewagenbesatzung – damit grundlegend und sicher nachhaltig das Feindbild der jungen Burschen. Das war meine erste persönliche Erinnerung an die Frauenkirche.
Solche Erinnerungen aber brennen sich in das Gedächtnis ein. Wann immer im TV ein Beitrag zur Frauenkirche zu sehen war, sah ich auch die verdutzten, sprachlosen, fragenden, ungläubigen aber auch dankbaren Blicke der 4 Bewacher vor dem geistigen Auge.
Der Besuch:
Meine letzte Reise nach Dresden war so geplant, dass mir genügend Zeit bleiben sollte, die Frauenkirche nach dem glanzvollen und vollständigen Wiederaufbau zu besuchen. Kameraausrüstung, Wechselobjektive, Stativ und was man vielleicht sonst so gebrauchen könnte. Alles schleppte ich durch die sehenswerte Stadt.Als ich mich dem Ziel näherte, erinnerte rein gar nichts mehr an die russischen Bewacher und an die Ruine. Auch die Umgebung der Frauenkirche hat sich gewaltig herausgeputzt.
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Und schon wieder (oder immer noch??) wird gebaut, was der gut gepolsterte Stadtsäckel hergibt. Und der gibt viel her. Dresden gehört zu den wohlhabendsten Städten Deutschlands.

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Schon 59 Qyper haben Ihre Eindrücke vor mir wiedergegeben. Es fällt schwer sich nicht doch in Wiederholungen zu ergehen. So bleibt vielleicht ein Wort zu den freiwilligen und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die für Auskünfte, Führungen, Kurzandachten, Seelsorge, Ordneraufgaben und und und zur Verfügung sind.
Noch vor dem Betreten der Kirche stand auf einem großen Hinweisschild der unübersehbare Hinweis, dass Foto und Filmaufnahmen nicht gestattet seien. Der gute Mann daneben ließ auch keine Ausnahme zu, wie ich einer Diskussion entnehmen konnte. Ich übersah den Hinweis und überhörte die Debatte geflissentlich.

Die Kirche zog mich sofort in Ihren Bann. Die prunkvolle Ausstattung

verschlägt mir fast den Atem. Viel schon hatte ich im Fernsehen mir von der Frauenkirche angesehen. Das kann aber nicht den Eindruck vermitteln, den man erfährt, steht man selbst in diesem Gotteshaus.

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Kurz nachdem ich meine Fassung wiedererlangt hatte, bat einer der „Ehrenamtlichen“ um Gehör. Eine Kurzandacht war angesagt. Es folgte abschließend noch einmal die Bitte, dass die Handys doch ausgeschaltet werden und auf das Fotografieren zu verzichten ist. Die Worte waren noch nicht verklungen, als das nächste Handy mit einem rockigen Klingelton auf sich aufmerksam machte und die Blitzerei von etlichen Fotos wieder losging. Eigentlich hatte sie niemals richtig aufgehört.
Ich sprach den gut gekleideten Herren an. Nein, eine Ausnahme für mich, weil ich der „Uffnik von Qype“ bin, die gab es nicht. Aber: er gab mir die Adresse wo ich –sogar schriftlich- eine offizielle Genehmigung erhalten könnte. Und für heute würde er ja wohl auch ´mal für ein paar Minuten in eine andere Richtung schauen können. Ich möchte aber davon absehen Stativ oder Ähnliches zu gebrauchen. Also aus der Hand.

Ich bedanke mich auch auf diesem Wege für das Wohlwollen und bin sicher, keinen ernsthaft Andächtigen gestört zu haben.

Beim nächsten Mal gibt es wohl vorher etwas Rennerei um die Genehmigung zu erhalten. ( Und hier kann man sich durchfragen… )

Die Besteigung des Turmes musste aber wieder einmal aus Zeitgründen verschoben werden. Man darf gespannt, wann das klappt.

Es hat geklappt. Genau zwei Jahre hat es gedauert. Hier geht es zu meinen Eindrücken zur Turmbesteigung.

مؤذّن Muezzin – Cat

Viel zu lange war der Beitrag in Vorbereitung. Er kann nicht vollendet werden.

So, oder so ähnlich wurden Gäste begrüßt. Ob das immer ein „HERZLICH WILLKOMMEN“ war, kann bezweifelt werden.

Nun ist das Video nur noch ein Nachruf. Gerade einmal vier Monate dauerte das Dasein des kleinen Katers. Ein Schlupfloch im Gartenzaun und ein vorüberfahrendes Auto waren sein Ende. Sicher erkundet er nun die Regenbogenbrücke.

Premiere „Ein Maskenball“ von Giuseppe Verdi – Semperoper, Dresden


Ein Maskenball von Giuseppe Verdi

Oper in drei Akten, Textbuch von Antonic Somma.
Originaltitel.- Un ballo in maschera Originalsprache: ltalienisch
Personen: Richard, Graf von Warwick, Gouverneur von Boston (Tenor), Rene, Offizier, sein bester Freund (Bariton), Amelia, dessen Gattin (Sopran), Ulrica, Zauberin (Alt), Oscar, Page (Sopran), Silvano, Matrose (Bariton), Samuel und Tom, Verschwörer (Bässe), ein Richter (Bariton), Diener, Wachen,
Masken, Volk.
Ort und Zeit: Boston, Beginn des 17. Jahrhunderts.

Handlung:
Das Orchestervorspiel nimmt Motive der Oper voraus: die Liebesmelodie des Grafen, den Chor der Verschwörer, das Ensemble der Höflinge. Diese beiden letzteren Themen, in engem Kontrapunkt, leiten die erste Szene ein, die im Saale des Gouverneurs spielt. Würdenträger, Beamte und Offiziere enrvarten ihn, unter ihnen auch zweiVerschwörer, Samuel und Tom, mit einigen Männern ihrer Gruppe. lhre haßerfüllten Worte kontrastieren mit der einschmeichelnden Melodie, zu der des Grafen Freunde seine Gerechtigkeit und Güte besingen. Graf Richard erscheint und beginnt seine Tagesarbeit. Der Page legt ihm eine Liste der Gäste vor, die zum Maskenball im Palaste geladen werden sollen; zu seinem Entzücken entdeckt er darauf auch den Namen Amelias, der Frau seines besten Freundes Rene, die er heimlich liebt. ln einer melodiösen Arie läßt er seinen Gefühlen Lauf. Dann wird ihm vom Richter ein Verbannungsurteil zur Unterschrift vorgelegt; es betrift die Wahrsagerin Ulrica. Der Page ergreift ihre
Partei, der Fall erscheint zweifelhaft. Mit plötzlichem Entschluß lädt Richard die Anwesenden ein, ihn heute Nachmittag verkleidet in die Hütte der Zauberin zu begleiten, um selbst einen Eindruck zu gewinnen. Rene wird, wie stets, an der Seite des Freundes sein, den er von einem Komplott bedroht weiß.
Die folgende Szene spielt in Ulricas ärmlicher Hütte nahe dem Hafen. ln einer geheimnisumwitterten Zeremonie beschwört die Zauberin die Geister. Dem jungen Matrosen Silvano verheißt sie Geld und Beförderung. Belustigt verwandelt der unerkannt anwesende Graf die Prophezeiung sofort in Wirklichkeit, indem er einen Beutel mit Goldstücken und ein Offizierspatent in Silvanos Taschen gleiten läßt. Dann fordert Ulrica alle Anwesenden auf, sich zurücl<zuziehen, da eine vornehme Dame sie allein zu sprechen wünsche. Die Menge entfernt sich, aber Richard gelingt es, sich zu verstecken. Und so wird er Zeuge von Amelias Unterredung mit der Zauberin. Amelia sucht Ruhe für ihr gequältes Herz, das sich in Liebe zum Grafen verzehrt. Ulrica verordnet ihr ein seltenes Kraut, das um Mitternacht auf der Richtstätte vor der Stadt gepflückt werden müsse. Richard beschließt, die Geliebte dorthin zu begleiten. Als Amelia sich zurückgezogen hat und die anderen Besucher zurückkehren, nähert der Graf sich der Wahrsagerin und erbittet ihre Prophezeiung. Erschrocken kündet Ulrica ihm den Tod. Er müsse durch die Hand dessen sterben, der sie ihm als erster entgegenstrecken werde. Übermütig fordert Richard die Umstehenden auf, diesen Spruch Lügen zu strafen, doch niemand wagt es, das Schicksal herauszufordern. Da tritt Rene ein; er bricht sich Bahn und begrüßt den Freund herzlichst. Nun erscheint der Wahrspruch noch viel unwahrscheinlicher als zuvor. Der Graf begnadigt die Zauberin, und die Menge, die ihn erkannt hat, jubelt ihm in einem großen Ensemble mit Chor zu.

Der zweite Akt spielt in tiefer Nacht vor den Toren der Stadt. Amelia ist unterwegs, um das Kraut zu suchen. Mit Mühe bezwingt sie ihre Angst an der unheimlichen Stätte. Als Richard auftaucht, kann nichts das plötzliche Hervorbrechen ihrer gegenseitigen Liebe verhindern. Wie immer in solchen Augenblicken, überschüttet Verdi auch hier die Liebenden mit einer Flut mitreißender Melodien.

Schritte werden vernehmbar, Amelia bedeckt ihr Gesicht mit einem Schleier. Es ist Rene, der den Freund zu warnen kommt. Die Verschwörer nahen, um ihn zu ermorden. Der Graf bittet ihn, die Dame auf sicherem Wege in die Stadt zurückzubringen, ohne sie erkennen zu wollen. Rene gelobt es. Kurz darauf tauchen die Verschwörer auf. Wütend darüber, daß der Gouverneur ihnen entkommen ist, versuchen sie, das lnkognito der verschleierten Dame zu enthüllen.
Rene zieht den Degen, um dem Wunsch des Freundes Respekt zu verschaffen. Schon gehen die Gegner aufeinander los, als Amelia, um das Schlimmste zu verhüten, sich zwischen sie wirft und dabei den Schleier fallen läßt. Der Schlag ist so vernichtend für Rene wie überraschend und belustigend für die Verschwörer, die mit beißendem Hohn in Spottgesänge ausbrechen. Renes hingebungsvolle Freundschaft hat sich in unauslöschlichen Haß gegen Richard verwandelt. Er lädt die Verschwörer für den nächsten Tag in sein Haus, um nun gemeinsam mit ihnen den Sturz und Tod des Grafen zu beschließen.

Der dritte Akt beginnt im Arbeitszimmer Renes. Vergeblich versucht Amelia, die Wahrheit aufzuklären. lhr Gatte weigert sich, sie anzuhören; nur ihren Sohn darf sie noch einmal sehen. ln einer ergreifenden Arie gibt Rene seinem tiefen Schmez Ausdruck. Den eintretenden Verschwörern eröffnet er seine Pläne zur Ermordung des Grafen und nimmt das Recht für sich in Anspruch, Ausführer der Tat zu werden. Tom und Samuel bestreiten dieses Vorrecht. Das Los sollentscheiden. Um den Namen aus der Urne zu ziehen, wird Amelia herbeigerufen. Ohne den genauen Sinn der Zeremonie zu verstehen, aber von düsteren Vorahnungen bedrückt, bestimmt sie den Namen des Mörders: Rene. Der Page des Grafen erscheint und überbringt die Einladung für den Maskenball, der am gleichen Abend im Palaste stattfinden wird. So scheint das Schicksal selbst dem Rächer die günstigste Gelegenheit zur Ausführung seiner Tat zu bieten. Die Verschworenen verabreden ein Losungswort, unter dem sie sich auf dem Balle erkennen wollen; es
lautet, »Tod!«. Amelia wird auf Befehl ihres Gatten dem Fest beiwohnen, also Zeugin der Tat werden.
Das letzte Bild zeigt den Maskenball, von dem die Oper ihren Namen erhielt. Richard hat ein Billett bekommen, in dem er dringend davor gewarnt wird, auf dem Ball zu erscheinen. Doch sein Entschluß steht fest: Er ernennt Rene zum Gesandten in London, auf daß Amelias und sein eigenes Herz Ruhe finden können. Auf dem Ball will er sie noch einmal sehen und Abschied nehmen. Schon fürchtet Rene, sein Opfer werde nicht erscheinen, da er ihn im Festestrubel nicht erkennt, aber der Page versichert ihm,
den er für des Grafen treuesten Freund hält, daß er bereits im Saale sei und beschreibt mit kindlicher Freude seine Maskierung. Amelia und Richard haben einander erkannt. ln erregten Worten fleht Amelia, der Graf möge sofort fliehen, um sein Leben in Sicherheit zu bringen (der Kontrast der erregten Worte zu dem untermalenden Menuett ist von starker dramatischerWirkung). Die Liebenden verabschieden sich für immer. Da stüzt Rene aus dem Versteck hervor, und sein Dolch durchbohrt den Grafen. Dessen
le2te Worte überzeugen den früheren Freund zu spät von der Lauterkeit der Absichten Richards, von der Unschuld Amelias, von ihrer beider Verzicht auf jede verbotene Annäherung, von ihrer Rücksicht gegenüber Rene. Richard verkündet – mit jener großen Kantilene voll schmerzlichen Wohllauts, die Verdi seinen tragischen Helden, die in Lauterkeit und Güte sterben, seiner Opern stets gewährt – allgemeines Verzeihen. lnmitten der allgemeinen Ergriffenheit stirbt Richard und läßt Rene in tiefer Reue und Niedergeschlagenheit zurück.

So weit die Handlung und historischen Hintergründe      Quelle: div. Opernführer

Premiere der Neuinszenierung

Ich maße mir nicht an, Kritik an einer Neuinszenierung üben zu können. Als traditionsbewusster

Musikgenießer muß ich allerdings zugeben, das sehr nüchtern, technisch dominierte Bühnenbild konnte aber durchaus gefallen .

High-Tech anstelle von altem Gemäuer und pompösem Palast. Die Zuschauer konnten hierdurch die Szenenübergänge direkt und ohne Umbau-Unterbrechung mitverfolgen. Auch die Kostümierung war als angepasst, fantasievoll zu bezeichnen. Allerdings erschließt sich mir der Sinn eines splitterfasernackten  Männchen nicht, der weiß getüncht über die Bühne glitt. Sein erstes, zaghaftes Auftreten erinnerte mich stark an ein grauenvolles Poster im KZ Buchenwald. In die gleiche Richtung orientiert sich offenbar auch die Gesamt-Entkleidungs-Orgie gegen Ende der sonst so gelungenen Aufführung. Mit einem Male standen die Damen im „Triumph-Kostüm“ ( Modell Zauberflöte ) herum und die Herren des Chors folgten mit „Schiesser “ aus der Serie Freischütz.

Die Besetzung der Hauptrollen war eine einzige Erfolgsgeschichte. Ganz besonders wußte, in der Rolle des Ricardo, der Metropolitan-Opera-erprobte und bewehrte  Koreaner Wookyung Kim durchweg zu gefallen.  Das Gesamtensemble war trefflich gefunden und abgestimmt.

Eine Premiere ist immer ein spannendes Erlebnis. Die Erleichterung über die größtenteils positive Reaktion des Publikums war allen Mitwirkenden anzumerken. Minutenlanger, tosender Applaus für einen wunderschönen Abend in der Semperoper.

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