weiße Weihnachten

Bis auf Trump und ein paar sonstige Leugner hat es sich herumgesprochen, dass unser Planet an einer fiebrigen Erkrankung leidet. Überträger der Fehlentwicklung muss wohl der Homo sapiens sein, der vor rund 300.000 Jahren die Bühne betrat. In dieser früh-geschichtlichen Phase geschah erst einmal gar nichts. Erst mit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahre 1880 liegen Vergleichswerte vor. Und die sind doch erschreckend. Von 1880 bis ca. 1920 änderten sich die Werte nur geringfügig. Dann begann ein kontinuierlicher, langsamer Anstieg. Einen Ausreißer nach oben gab es während des 2. Weltkrieges.

So richtig steil nach oben ging es etwa Mitte der 1970 er Jahre. Unaufhaltsam und mit zunehmender Beschleunigung zeigt die Fieberkurve nach oben. Neueste Erkenntnisse sprechen sogar von 2 ° Celsius. Die jährlichen Klima-Konferenzen und -Gipfel verursachten eigentlich nur eine gesteigerte Reisetätigkeit. Außer unverbindlichen Beschlüssen bleibt nur die heiße Luft aus den Düsentriebwerken der Flieger, mit denen die Weisen wieder aus Katowice abgereist sind.

Es wird allmählich eng. Unser Astro-Alex entschuldigte sich bei den Heranwachsenden und ungeborenen Generationen für das, was wir Zukunft nennen. Vielleicht gelingt ja doch noch eine Wende. Ein Wunder wäre da schon recht hilfreich. Es ist ja Weihnachten.

keine 24 Stunden später war vom Schnee nicht mehr das Geringste zu entdecken.

Vielleicht waren deshalb einige Artgenossen so aufgeregt, als am 16. Dezember 2018 ein leichter Schneeschauer das Rhein-Main-Gebiet mit einer brüchigen und dürftigen weißen Decke überzog.

Nicht viel, aber die Joggerin freut sich.

Die Chance auf ein Weihnachtsfest im Schnee bleibt sicher nur den Bewohnern der Bergregionen vorbehalten. Für uns bleibt die Hoffnung.

im Dezember 2018

Ich wünsche ein friedvolles und besinnliches Weihnachtsfest .



La luna

Morgens 3:25 Uhr. Kurze Schlafpause.

Die Lichter der Stadt machen Aufnahmen des Sternenhimmels fast unmöglich, wenn man auch noch etwas Vordergrund einfangen möchte. Viele professionelle Fotografen (und nicht nur diese) sprechen von einer Lichtverschmutzung.

Kein Blutmond

Die Vorbereitungen für das galaktische Jahrhundert-Ereignis, Blutmond und der Mars zum Greifen nah, waren gigantisch. Drei Kameras, Wechselobjektive, Sessel, Getränke, Fernbedienung, Ersatzakkus………

Der Auftakt war grandios. Der Sonnenuntergang ließ die Erwartungen höher steigen. Es wurde jedoch ein völliger Fehlschlag, da von der bezogenen Position aus pünktlich zum Beginn des Spektakels eine fast lückenlose Bedeckung aufzog, die den Blick auf die Gestirne nahezu unmöglich machte. Nach gut zwei Stunden packten wir zusammen und wühlten uns durch die Menschenmenge.

Aber wenigstens sollte der August nicht ohne Himmelsspektakel bleiben. Am 13. 8.2018 wurde es gegen 20:30 Uhr ungewöhnlich schnell dunkel. Es war keine Dämmerung, wie sie für den August typisch wäre.

Daraus entwickelte sich innerhalb nur weniger Minuten ein ganz erstaunliches Szenario.

Nach 6 Minuten war alles vorbei und die Wolken zogen weiter auf ihrem Weg nach Nord-Osten. Und nein, es ist kein Fake, kein Computer-Trick! Ein ganz tolle, kurze Inszenierung.

Berliner Gebummel

Die Botschaft Anfang November war eindeutig. Steig aus und loof ma wieda.
Es waren waren noch einige Stündchen bis zum Rückflug. Keine Chance über die Warteliste vielleicht doch noch eine frühere Maschine zu bekommen. Aber wer will das schon ernsthaft? Bei fast makellosem Wetter in der Hauptstadt, wenn auch gefühlten Minusgraden. Mit der Halbtageskarte der Verkehrs betriebe für ganz Berlin ist es ein Vergnügen die touristischen Orte der Begierde zu besuchen. Keine Parkplatzsuche und -besonders wichtig- kein Stau durch die zahllosen Baustellen. Der Bauboom scheint ungebrochen zu sein. Zumindest entsteht der Eindruck bei oberflächlicher Betrachtung des Besuchers. So ging es auch schon los, als ich nach einer U-Bahn und S-Bahnfahrt am „ALEX“ das Licht der Welt erblickte. Es was eher ein Blinzeln in die schon tief stehende Sonne.

Der Weg führt mich unweigerlich Richtung Fernsehturm.  Ja klar, drumherum eine einzige Baustelle! Was nicht mindestens 15 Meter in die Höhe ragte, war hinter Büro- und Material-Containern oder Bauzäunen verschwunden.

Alles was sich um den Fernsehturm drängt und kuschelt, war von Abriß, Modernisierung, Sanierung oder Umgestaltung geschädigt und stand dem neugierigen Auge des Betrachters nicht zu Verfügung. Baustellen gibt´s auch in Frankfurt, dafür muß ich nicht bis nach Berlin.

Ein Blick auf die Turmuhr des Berliner Rathauses zeigt, daß nicht mehr allzu viele Sonnenstunden für diesen Tag zu erwarten sind. So führt mich mein weg auch weiter in den gegenüberliegenden Park. Eigentlich nur um das Rathaus auch aus anderer Perspektive abzupixeln. Irgendwie war ich dann aber doch etwas abgelenkt.

Einige Schönheiten aus Südamerika standen und posierten hier für Ihre Herkunftsländer. Besonders det Frolleinschen aus Panama war recht zutraulich.

Für ihre private Einladung an den jungen Mann aus einer kleinen Gruppe, erhielt sie allerdings eine Absage. Was soll der auch um diese Zeit in Panama?

Ach ja, das Rathaus. Mal von der Vorderseite? So wird klar, warum es auch das rote Rathaus genannt wird. Mit politischen Richtungen hat das dann doch nichts zu tun.

Auf die Wiedergabe der Vorbereitung für einen der ungezählten künftigen Weihnachtsmärkte wird verzichtet. Deutlich interessanten erschien mir dagegen die Ausgestaltung des Parks in Richtung St. Marien Kirche.

Die „Särge“ aus Edelstahl-Riffelblech hinterließen bei mir einen eher fragwürdigen Eindruck. Von den dort „Ansässigen“ konnte mir keiner Auskunft geben, was die Blechkisten bedeuten. Ich weiß, ich habe enorme Defizite in Sachen Kultur.

Mein eigentliches Ziel war von dieser Position aus schon zu sehen. Der Dom war nur noch ein paar Querstraßen entfernt.

Nicht jedoch ohne einen Blick zurück. Glaube und Technik.

 

Die obligatorischen Verkaufsstände für „Andenken und Schräges aus Berlin“ stehen an jeder Ecke. Vor dem Dom kann man das wörtlich nehmen.

  

Über mein inzwischen erreichtes Tagesziel möchte ich gerne an anderer Stelle berichten. Es träfen zwei Welten aufeinander, die nicht mit dem schrillen Berlin zusammengehen. 

Zeitsprung: Als ich vor die wuchtige Tür des Domes trat, waren die Sonnenstrahlen schon auf dem Rückzug. Nur noch die oberen Etagen kamen noch in den Genuß des wunderbaren Lichtes. Eine richtige Erleuchtung.